vermögen , und mit den Heischleuten ist es gegangen , es hat mir selbst anfangen wollen zu grausen , wenn es mich schon nichts anging . Das Vreni wird wohl wissen , was es erleiden mag , und wenn es es nicht weiß , so ist es doch schwer anders zu brichten ; was das einmal im Kopfe hat , das bringt man ihm mit einem Dutzend Purganzen nicht mehr raus . Das hat ein Köpflein , wohl , es weiß es niemand , als wer es erfahren hat ! Nun , jetzt macht es sich ; im Sommer ist es eine gute Zeit , besonders bei solchem Wetter , da geht nur ein , Ausgaben hat man keine . Die kommen erst im Winter : Zinsen , Steuern , Dienstenlöhne ; dann ists freilich kommode , wenn man nicht leere Hände hat . Die Dienstlöhne werden dir zu Weihnacht eine tüchtige Lücke machen , von wegen du hast kostbare Knechte , mancher Bauer vermöchte sie nicht so teuer . Man meint sonst , wenn der Meister immer mit und dabei sei , könne er es mit wohlfeilen Knechten auch machen . « So sprach Joggeli im Verlauf der Zeit , entwickelte eine große Unterhaltungsgabe , legte Weisheit und Gutmeinen an den Tag fuderweise , zahlte nicht bloß eine , sondern zwei Flaschen Wein , wahrscheinlich aus den auf den Schuhnägeln ersparten drei Kreuzern , und ein Herz und eine Seele , wie Vater und Sohn , wanderten sie zusammen heim . Schon ging die Sonne nieder , aber nicht in den klaren Hintergrund der Berge , sondern hinter eine schwarze Wolkenwand , welche sich über den Kamm der Berge gelagert hatte . » Es ist gut , sind wir fertig , « sagte Uli , » das Wetter ändert , hinter Wolken geht die Sonne nieder . « » Ja , « sagte Joggeli , » Pressieren ist gut , und bei den Löhnen , welche man jetzt den Dienstboten gibt , kann man wohl pressieren , es mags ertragen . Und wie man sie jetzt speisen muß , potz Sacker , es hat keine Art mehr , und sind doch niemals zufrieden , und ehedem hätte ein Bauer gemeint , er lebe wie ein Herr , wenn er es gehabt hätte , wie jetzt der schlechteste Knecht leben will . Ich mag mich noch erinnern , daß man Kaffee selten sah auf einem Tische und Brot selten . Man hatte Rüben , Kraut , Obst , grünes , solange es dauerte , dann gedörrtes , Hafermus , Haferbrei und Milch ; das aß man , und dabei war man wohl und mochte arbeiten wohl so gut als jetzt . Fleisch hatte man an den meisten Orten bloß den dritten Sonntag . Schon beim Frühstück stellte man es auf , ließ es den ganzen Tag auf dem Tische , daß jeder gehen und nehmen konnte , so oft es ihm beliebte . Aber zu Tode aß sich Keiner , grünes Fleisch war es selten , sondern dürres , gut gesalzen , oft drei Jahre alt , und mit Einlegen ins Wasser gab man sich nicht große Mühe . Brav Durst gab das , der Bauer ging in den Keller und löschte ihn mit Milch , das Gesinde hing den ganzen Tag an der Brunnenröhre , daß man hätte glauben sollen , es müßte jeder zur Feuerspritze geraten , und dabei waren alle wohl zufrieden , man wußte nichts anders . Dann erst vom Bettlervolk wußte man wenig oder nichts . Es waren kaum halb so viel Leute und zu essen für alle da . Zur selben Zeit meinte es unser Herrgott noch gut mit den Menschen und nahm zuweilen den Zehnten mit Pestilenz oder Krieg . Aber jetzt muß ihm das erleidet sein , er läßt alles aufwachsen ; es dünket einen , das schwächste Kind könne nicht mehr sterben , es müsse leben , und so kommt es dann , daß man sich die Haut abreibt und zuletzt noch einander fressen muß , wie die Ratten es machen sollen . Und wie muß man den Menschen noch dazu aufwarten ! Brot darf auf dem Tische nie fehlen , Kaffee wollen sie wenigstens zweimal im Tage , Kraut sehen sie kaum mehr an , und wenn man ihnen mehr als dreimal des Jahres mit Rüben kömmt , so schreien sie zu Gott , sie seien ganz erkältet und wenn er sie nicht von den Rüben erlöse , müßten sie zu lebendigen Eiszapfen werden . Alle Sonntage muß Fleisch sein per se und grünes noch , welches man kaufen muß , wovon einer , wenn er noch drei gute Zähne im Maul hat , in einer halben Stunde ein ganzes Pfund frißt , wenn er es kriegt nämlich . Ja jetzt wollen sie morgens um neun Uhr noch was , wollen um drei Uhr wieder was , wollen nichts mehr als liegen und fressen und sind doch nie zufrieden , wie man es auch machen mag , man wird den Löffel ganz aus der Hand geben sollen . Wenn mein Vater selig wüßte , wie es ginge jetzt , er kehrte sich noch im Grabe um , und wer weiß , ob er nicht aufstände und versuchte , Ordnung wieder zu schaffen , von wegen das war ein Mann , der nicht meinte , er müsse alles annehmen , wie es kommt , und über sich ergehen lassen , was jedem Maulaffen gefalle . Der wollte zu allem , was ihn anging , ein Wörtlein sagen , ließ sich die Ordnung nicht machen , sondern machte sie selbst , und nicht bloß so eine auf dem Papier , sondern eine , nach der er ging , und eine , die er hielt . Ja , ich bin froh , daß ich daraus bin , es wird je länger je böser , und wer erst anfangen muß , kann mich dauern , begehre nicht an seinem Platze zu sein , wüßte