auch einmal baden . Er machte sich zweg , steckte eine schöne Rose auf den Hut , legte das schönste Halstuch um und sagte , man solle abends zum Essen und Füttern nicht auf ihn warten , man wisse nie , was es gebe , und säume sich manchmal ungsinnet . Gleich nach dem Mittagessen ging er alleine , denn sein Bruder hatte gerade seine kranke Laune , und einen Knecht so gleichsam als Sicherheitswache mit sich nehmen , wie es oft geschieht , der dann mit des Meisters Sohn ißt und trinkt , sich aber auch für ihn schlägt und prügeln läßt , das mochte er nicht . Es war ein heißer Tag , der Staub lag handhoch auf der Straße , und als Resli aus dem Bade kam , dünkte es ihn , er sei ein ganz neuer Mensch , er hätte Flügel und könnte fliegen über Berg und Tal . Zwei lustige Geiger riefen zum Tanze , und rasch hörte er die genagelten Schuhe den gygampfenden Boden stampfen . In langsamer Ruhe stieg er die Treppe auf , trat unter die Türe , sah im öden Saal ein halbes Dutzend Paare dampfen und stampfen und ein Dutzend Mädchen an den Wänden stehen , welche auch gerne gezeigt hätten , wie sie ihre Kittel schwingen könnten und wie sie das Stampfen erleiden möchten , auch wenn es auf ihren eigenen Fußen ( Füßchen kann man nicht wohl sagen ) stattfinden sollte . Resli gehörte nicht zu den weichen Herzen , die sich aller verlassenen Mädchen erbarmen , die meinen , wenn ein Mädchen tanzen möchte oder sonst etwas , so hätte sie der Herrgott apart dazu geschaffen , des Mädchens Wunsch zu erfüllen . Zudem ist es bei uns zulande nicht so mit einem Tanze abgetan , so daß wenn der Geiger den letzen Strich tut , man das Mädchen flädern lassen kann , unbekümmert , in welche Ecke oder an welche Wand es gerät , wie es unter den heutigen Zierbengeln Mode wird . Reicht ein Bursche einem Mädchen zum Tanz die Hand , so steigen in demselben gleich ein Fuder Hoffnungen auf . Zuvorderst steht eine Halbe Wein , welche der Tänzer kommen läßt , hintendrein kommt Essen , ein schönes Schnäfeli Bratis , dann eine schöne Heimfahrt und endlich ein lustiger Hochzeittag . Das steigt alles auf , sobald ein Mädchen eine Hand zum Tanzen kriegt , und so eine Hand ist gleichsam der Schlüssel zu einem Schranke , der voll Herrlichkeit ist und der einem aufgeht , sobald man mit dem Schlüssel recht umgeht . Wenn aber nach ein oder zwei Tänzen sonder Komplimente ein Bursche seine Tänzerin fahren läßt , so versinken auf einmal alle diese Hoffnungen , und aschgrau wird es dem Mädchen im Herzen , wie es uns allen würde , wenn wir das Morgenrot gesehen hätten und nach dem Morgenrot käme keine Sonne , sondern wiederum die Nacht . So täuschte nun Resli nicht gerne , und für etwas mehr als höchstens einen Tanz war ihm keines der Mädchen anständig . Er forderte daher einen Schoppen für sich alleine und setzte sich an den Schenktisch , unbekümmert um die ärgerlichen Augen , die wie Fliegen und Wespen seine Ruhe gern gestört hätten . Aber Resli trank kaltblütig seinen . Schoppen und dachte : Wenn nichts Besseres kömmt , so trink ich aus und gehe . Und wie der Böse kommen soll , wenn man an ihn denkt , so kömmt in guten Stunden uns auch der Engel vor die Augen , an den gerade unsere Seele dachte . Wie Resli aufsah , sah er ein Mädchen am Eingange stehen von ganz anderem Schlage als die Mädchen drinnen an der Wand . Es war nicht reich gekleidet , nicht so handgreiflich schön , wie man es auf dem Lande liebt , aber auf den ersten Blick sah man , daß da etwas Rechtes sei und aus einem berühmten Hause ; der Glanz der Züchtigkeit und Reinlichkeit , in welchem das Mädchen so gleichsam gebadet war , gab ihm fast etwas Stolzes , daß keiner der Bursche , die da waren , sich an ihns wagte . Resli fühlte sich auch etwas und glaubte nicht , daß für ihn leicht eine zu vornehm sei , und wenn ihm auch das Mädchen fremd war , so dachte er doch , Fragen werde nicht z ' töten gehen . Darum stand er auf und frug das Mädchen , ob sie einen mit einander haben wollten ? Und das Mädchen sagte , es sei ihm recht . Mehrere Tänze tanzten sie im weiten Saale , so gleichsam der König und die Königin unterm gemeinen Volk , und sie hatten je länger je größern Gefallen an einander ; das ging zusammen so rund und sittig , so rasch und richtig , daß es jedes von ihnen dünkte , so wohl hätte das Tanzen ihm noch nie gefallen und noch mit Keinem hätte es so fortkommen können wie pfiffen . Nach einigen Tänzen sagte er , er möchte eine Halbe zahlen , wenn es kommen wollte . Das Meitschi sagte zuerst , es sei nicht nötig , es sei nicht durstig ; indessen wehrte es sich doch nicht halb so wie manches Stüdi , das , wenn es von weitem Wein riecht , schon die Finger zu schlecken anfängt bis an den Ellbogen , sich aber doch , wenn jemand es zum Wein fuhren will , erst reißen läßt , bis ihm irgend ein Bein im Leibe kracht . Man sah dem Mädchen an , daß Resli ihm wohl gefiel , und eben weil es hier fremd war und es wohl sah , daß Resli es auch nicht kannte , so ließ es sich um so unbeachteter gehen und verschanzte sich nicht hinter die übliche zähe , einsilbige Sprödigkeit . Als sie am Wein saßen und die Stubenmagd fragte , ob sie noch etwas zu essen bringen solle , da befahl Resli gleich vom Besten , was