. Darum starren nun auch wir in Waffen ; mein guter , kriegerischer Chodj-y-Dschuna hat es so gewollt . Wie überflüssig ! Die Rädelsführer befinden sich ja ganz in meinen Händen . Ich brauchte sie nur festzunehmen und abzuliefern , wie ich die Beweise abgeliefert habe . Aber wie mich die Liebe der Meinen gezwungen hat , zu der heutigen Gedenkfeier ein Ja zu sagen , so will ich ihnen auch den Willen lassen , zu zeigen , daß sie nicht nur in guten , sondern auch in gefährlichen Tagen treu zu mir stehen . Es würde von mir undankbar sein , ihnen die Vorfreude auf den Sieg zu zerstören . Aber für heut verlasse ich sie . Wir kommen erst am Abend wieder . Man mag gegen mich schreien und zetern , gegen mich schreiben und sprechen , gegen mich lügen und schwindeln , fälschen und verzerren , fabeln und fingieren - - ich weiche keinen Schritt , keinen einzigen , von dem Platze , den mir der Unverstand nicht gönnen will . Aber wo ich gelobt oder gar gefeiert werden soll , da ist meine Stätte nicht . Die Erfahrung hat mich gewitzigt . Ich kenne das Lob der Menschen , welche nur rühmen , um auszunützen . Die Huldigung wird schnell zur Eloge , der Triumphbogen zum kaudinischen Joch , welches den soeben Gefeierten zwingt , beim nächsten Schritte den stolzen Nacken vor ihnen zu beugen . So lobte mich der Scheik ul Islam gegen dich , damit ich seine Kreatur , der Prügeljunge seiner Partei werden möge . Die Liebe meiner Dschamikun ist zwar echt ; sie kommt direkt aus vollen , ehrlichen Herzen und scheut sich keinen Augenblick , sich für mich aufzuopfern . Die Dankbarkeit eines Jeden von ihnen ist für mich reines , lauteres Gold ; ihr Wert tut meinem Herzen wohl , wenn es im Stillen zu mir kommt , wie der Duft von einer Blume , die nicht redet . Heut aber will man mir öffentlich danken . Tausende wollen sprechen , laut , nur von mir , von mir ! Das ist grad das Gegenteil von dem , wonach ich strebe ! Ich konnte die Erlaubnis zu diesem Feste nicht verweigern ; aber als ich sie erteilte , wußte ich , daß ich heut nicht daheim sein dürfe , weil es mir eine Profanation dessen bringt , was ich im tiefsten Innern sorgsam pflege . Darum bin ich geflohen . « Ich wollte eine Bemerkung machen , doch schnitt er sie mir schnell ab , indem er fortfuhr : » Habe keine Sorge ! Ich bin nicht leichtsinnig gegangen , denn ich weiß am Besten , wie nötig ich grad jetzt da unten bin . Es ist Alles wohl besorgt . Der Umstand , daß ich mich scheinbar ganz unbedenklich entfernt habe , wird im Gegenteile unsere Feinde nur noch sicherer machen . Sie ahnen nicht , was ich inzwischen tue . Wir umreiten nämlich heut unser ganzes Gebiet . Ich besichtige die ausgestellten Posten . Das ist unumgänglich nötig . Also komm ! « Um an der andern Seite des Berges hinabzukommen , mußten wir die Pferde führen , bis wir den Bach im Tale erreichten , wo er mir die verborgene Stelle zeigte , an welcher der geheime Gang aus dem Allerheiligsten hier mündete . Dann ging es drüben wieder bergan , nach der Taki-Hochebene , und auf dieser nach Norden . Da trafen wir in gewissen Abständen je zwei Dschamikun , welche bei ihren Pferden saßen und uns Bericht erstatteten . Beim nördlichsten dieser Doppelposten begrüßte uns ein Kurde von Schohrd in voller Kriegsausrüstung . Er war soeben erst angekommen und meldete uns , daß die Hilfstruppen Marah Durimehs nur einen Tagesritt von hier ständen und um Weisungen bäten . Das überraschte den Ustad ; ich teilte ihm aber mit , was Schakara mir gesagt hatte , und so gab er den Befehl , Dienstag Abend hier an dieser Stelle einzutreffen und das Weitere zu erwarten . Von da wendeten wir uns ostwärts . Das war das Gebiet der nördlichen Dschamikun . Wir fanden da Alles so , wie wir es wünschten . An das äußerste ihrer Lager schloß sich die Wachtlinie der Kalhuran , welche hinter den Pässen des Hasen und des Kuriers nach Süden verlief . Hier erteilte der Ustad die Weisung , die Massaban und die Sillan hindurchzulassen , ihnen aber heimlich zu folgen , um den Ring immer enger zu schließen . Um die Mittagszeit machten wir an einem Wasser Halt , um uns auszuruhen , zu essen und die Pferde grasen zu lassen . Dazu ließen wir ihnen zwei volle Stunden Zeit . Hierauf ging es weiter , quer über jenes unbewohnte Land , durch welches ich und Halef mit den Massaban gekommen waren . Da trafen wir auf die breite Fährte der Dinarun , die nordwärts nach unserm Lager führte , und auf einen einzelnen Reiter , welcher auf dieser Fährte zurückgeritten kam . Es war zu unserer Verwunderung der Scheik der Dinarun selbst . Auch er erstaunte , als er den Ustad erkannte , schien aber hierüber nicht unerfreut zu sein . Die Höflichkeit erforderte , abzusteigen und uns mit ihm niederzusetzen . Im hierauf folgenden Gespräch erfuhren wir etwas für uns sehr Erfreuliches . Er war nämlich heut früh mit seinem Trupp bei uns angekommen und hatte sofort den Scheik ul Islam aufgesucht , welcher sich , ebenso wie Ahriman Mirza , grad bei der Ghul befand . Hier erhielt er seine Weisungen für die folgenden Tage , und da stellte sich denn heraus , daß er mit seinen Dinarun nur ausersehen war , mit auf uns einzuschlagen , natürlich bloß um der lieben Religion willen ; einen praktischen Nutzen aber schlug man ihm rund ab . Dazu kam , daß man ihn von hoch oben herunter behandelt hatte , wie einen Menschen , für den es eine Gottesgnade ist , mit solchen Auserwählten überhaupt nur reden zu dürfen