. Und wenn ich euch zehn Pferde brächte , so hättet ihr zehn Pferde gegen sie zu setzen . « » Und zweitens ? « » Und zweitens verlange ich , daß jedes siegende Pferd das besiegte gewinnt . « » Du bist sehr kühn ! « » Das sagst du , weil du dich fürchtest . Ich bin meiner Sache so gewiß , daß ich sogar fordern möchte , außer den Pferden auch Kamele stellen zu können . « Da ging ein leises Lächeln über das Gesicht des Pedehr . Er streifte mich mit einem schnellen , fragenden Blicke , den der Perser nicht bemerkte , und fragte diesen , nachdem ich mit einem ebenso unbemerkten Kopfnicken geantwortet hatte : » Hast du vielleicht die gefährliche Absicht , uns um unser ganzes Vollblut zu bringen ? « » Ja , die habe ich ! Ich werde dafür sorgen , daß euch nie wieder beikommen kann , euch mit der Kavallerie eines Muhassil zu messen ! Wenn ihr Mut habt , so schlagt in meine Hand ! Wo nicht , so seid ihr mir verächtlich ! « » Deine Verachtung ist dein Eigentum , von welchem dich kein Mensch befreien wird . Du wirst sie also wohl für dich behalten müssen ! « » Brülle , wie du willst , alter Löwe ; beißen aber kannst du nicht . Nimmst du die Wette an , so reiße ich dir auch noch die letzten Zähne aus ! « » Ich warne dich , Unvorsichtiger ! « » Und ich lache ! « » So sei es denn ! Bring also auch Kamele ! Wir halten gegen alles , was du zum Wettlauf bringst . Aber es bleibe so , wie du gesagt hast : Es ist gleichgültig - - - « » Wem die Tiere gehören ! « fiel da der Multasim schnell ein . » Ihr könnt nicht verlangen , daß ich , der ich in der Stadt wohne und ein einzelner Mann bin , so viel Vieh besitze wie ihr ! « Er ahnte gar nicht , wie willkommen diese neue Bedingung dem Pedehr war . Dieser besaß die Klugheit , ein bedenkliches Gesicht zu zeigen ; erklärte aber dann doch : » Wenn ich hierauf eingehe , so kannst du ja das Vollblut von ganz Persien gegen uns zusammentreiben . Aber es sei ! Die Besitzer und Reiter sind gleichgültig . Jedem Tiere , welches ihr bringt , muß von uns ein Gegner gestellt werden . Pferd gegen Pferd ; Kamel gegen Kamel ! Jedes kann gegen jedes laufen , so oft es dir oder uns gefällt . Und zuletzt die Hauptsache : Der Besiegte geht sofort in den Besitz des Siegers über ! « Da ging über das Gesicht des Multasim ein so triumphierender Ausdruck , als ob er eine schwere Schlacht geschlagen und gewonnen habe . Er hielt dem Pedehr die Hand hin und rief aus : » Angenommen ! Endlich , endlich habe ich euch ! Schlag ein ! « » Hier ist sie , « sagte der Pedehr , indem er ihm die seine gab . » Du lachst . Ich lache nicht . Die Sache ist mir ernst . Es steht mehr , viel mehr auf dem Spiele , als du denkst . « » Wo ? Doch nur bei euch ! « » Irre dich nicht ! Wir haben zwar nur gesagt Pferd gegen Pferd und Kamel gegen Kamel ; aber wer die sind , die sich eigentlich und in Wahrheit hinter diesen Tieren gegenüberstehen , das scheinst du nicht zu wissen ! « » Nicht ? Da sage ich dasselbe Wort zu dir : Irre dich nicht ! Die Wette ist fertig , denn du bist der Scheik und hast eingeschlagen . Es kann nichts rückgängig gemacht werden , und darum habe ich nicht notwendig , vorsichtig zu schweigen , wenn du mir mit leeren Drohungen und Warnungen , die mich einschüchtern sollen , kommst . Du sagst , ich wisse nicht , wer sich gegenübersteht . Ich weiß es nur zu gut ; du aber weißt es nicht . Soll ich es dir etwa sagen ? « » Du stehst ja hier , um zu sprechen . Selbst wenn ich dir das Wort verbieten könnte , würde ich es doch nicht thun . « » Wohlan ; ihr sollt es hören ! Aber es genügt mir nicht , es nur euch zu sagen . Ich möchte , daß es jeder Dschamiki zu hören bekomme ! « » Das wird geschehen . Was hier gesprochen wird , erfährt der ganze Stamm . « » Und ich will , daß meine Gefährten dabei sind , wenn ich spreche . Sie sollen euch die Wahrheit aller meiner Worte bekräftigen . « » So sei dir erlaubt , sie herbeizurufen , obgleich sie in der Dschemma der Dschamikun nichts zu suchen haben ! « » Ich rufe sie nicht , sondern ich hole sie ! « » Auch das sei dir gestattet ! « » Erlaubt ? Gestattet ? Du redest ja außerordentlich hoch herunter ! Nimm dich in acht ! Höre erst , was wir dir sagen werden , und dann schau , ob du noch so hoch da oben stehst ! « Er entfernte sich . Da sahen wir , daß der Ustad wieder auf dem Festplatze angekommen war . Er sah uns hier versammelt und kam langsamen Schrittes zu uns herauf . Der Pedehr berichtete ihm , warum die Dschemma zusammenberufen und was in ihr gesprochen und beschlossen worden war . Er beendete seinen Bericht mit der Entschuldigung : » Ich hätte dich fragen sollen , ehe ich über die Sahm bestimmte . Wir würden in ihr unser bestes Pferd verlieren . Aber ich war überzeugt , deiner Zustimmung gewiß sein zu können . « » So erleichtere ich dein Gewissen , indem ich dir sage , daß du recht gehandelt hast , « erklärte der Ustad . » Ich danke