s der wohl gewesen , Es ist nicht recht , doch litt er sicher Not . Hör Wanderer , du scheinest zu erwarten , Daß ohne Bitten ich dir geben soll , Weil du schon nahmst , auch ohne anzufragen ? VATER vor sich . Sie kennt mich nicht , ihr himmlischen Naturen , So hat auch Gott die eigne Welt vergessen , Und dieser Gruß war sicher nicht der rechte : Dem Elend steht das Unglückshaus sonst offen , Ha ich will zeigen , daß ich Herr im Hause . Laut : Ja wohl wir sind nur Wanderer auf Erden . MUTTER . Wie , sprachest du im Augenblick mit mir ? Wie muß ich doch dabei so weithin denken . Du kommst zur guten Stunde ; willst du bitten , So bitte , was dir gründlich könnte helfen ; Bedarfst du eines Kleides , bitte frei , Ein gutes Mahl ist obenein bereit . VATER . Ich bitte viel , ich bitte dich zurück ; Die Stimme kanntest du , verkenn mich nicht . MUTTER . Wie ist mir , nehmt ihr Büsche hier Gestalt , Ist dies ein Seegesicht aus leerem Dunst ? O Gott ! kann ich die Stunde überleben , Bist du der Geist des zornig wilden Mannes ? VATER . Begegne auch dem Geiste liebevoll . MUTTER . O nein , du bist es nicht , dein Zorn schlägt Falten In deiner Stirn , du dürftest ja nicht zürnen . VATER . Die Falten , die der Zorn sonst stürmte Vorübereilend auf der glatten Stirn , Die pflügte später ein des Irrtums Gram , Daß Weisheit legt darin den reichen Samen . MUTTER . O Weisheit sprich , wer soll dich denn nun ernten , Da du so viele Jahr zum Säen brauchst . VATER . So nimm mich hin , du reiche Erntegöttin , Und heb die Garbe auf zur vollen Brust . MUTTER . Du rührest mich , wie bist du alt geworden , Und suchest nun , was du so lang verschmähet . VATER . Nun bring ich dir die Liebe ungeteilt , Die einst so reich auch mehreren genügte ; O fänd ich deine Lieb auch ungeteilt . MUTTER . Du sprachst von Weisheit erst und nun von Liebe . VATER . Ich glaub an beide , möchte sie vereinen , So wird mir die vergeßne Freude wieder . MUTTER . Nicht unsrer frohen Tage kann ich denken . VATER . Ach ohne sie wär mein Gedächtnis Nacht . MUTTER . Und doch bist du im Überdruß geschieden , Kein lebend Band ist zwischen uns geblieben . VATER . Vielleicht war dies des Himmels klügster Segen , Der uns das Kind in der Geburt entriß , Denn damals waren wir noch unvereinbar , Und Feuer würd in ihm mit Wasser zischen Und was das Schlimmre sei , das würd sich zeigen . MUTTER . Laß uns , wie du ' s gewollt , geschieden bleiben . VATER . Ich kann nicht , was ich will , ich will nur , was Ich kann - wir sind gesetzlich nie geschieden . MUTTER . Bereitet bin ich nicht so ernst zu reden , In weicher Lässigkeit lebt ich die Zeit , Mein Anwalt wird dir leichtre Auskunft geben , Ich sage dir , ich laß mir nicht gebieten , Wie ich es einst als kind ' sches Mädchen litt . VATER . Sei unbesorgt , ich lernte mich nun beugen , Und beugen oder brechen muß das Herz . MUTTER . Ich sage dir , ich hab mich sehr verändert , Mein ganzes Innre hat sich selbst befestigt , Seit ich mich keinem Menschen hingegeben . VATER . Ich bin so sanft , daß ich dich fast bewundre . MUTTER . Doch ist der Trotz dir ins Gesicht geschrieben Mit deiner Augen ungelöschtem Feuer ; Wer Schiffbruch litt , der trauet nicht dem Meere . VATER . Der Kluge fährt am liebsten mit dem Strome . MUTTER . Wie lebtest du , sei dies für mich ein Zeichen . VATER . Ein traurig Zeichen , denn ich lebte traurig . MUTTER . Dich zu verstehn , von dir verstanden werden , Es wär mir wert , du würdest dann mich ehren . VATER . Es ist zu hart , daß du die Ehre forderst , Du hättest sonst den Stolz wohl nicht gehabt , Ich hätte dir den Stolz sonst nicht verziehen , Und du erhöhst den Preis des Buchs Sibylle , In welchem meine Liebe eingetragen , Nachdem du immer mehr davon verbrannt . MUTTER . Nach alter Art wirst du unheimlich , Freund . VATER . Erst mache heimisch mich in diesen Wänden , Ich sehe dieses Haus so wohl erhalten , Kein Stein ist unersetzt vom Dach gefallen , Das ist doch sonst der Frauen Sache nicht . MUTTER . Wie schweifet deine Rede also fern . VATER . Weil mich die Nähe läßt so unbequem ; Ist hier ein Hausfreund , dem ich Gruß muß bringen , Der meine Stelle hat bisher verwaltet ? MUTTER . Ich wünschte , jede Sorg wär so zu lösen ; Du hast von aller Lieb mich abgeschreckt , Auch litt dies nicht die Unabhängigkeit , Du warst der einzige , dem ich einst traute . VATER . Vertraue noch , laß uns das Glück versuchen , Ob es in diesem Haus sich wieder finde . MUTTER . Vertrauen läßt sich tauschen , nicht versuchen . VATER . So tausch erst aus den Argwohn mit der Hoffnung , Laß uns wie Fremde erst hier wieder hausen , Die nur Geselligkeit zusammenknüpft . MUTTER . Die je sich nah , die werden sich nicht fremd . VATER . O erstes Wort , das schön wie deine Lippen ; Bald wird es heiter um uns sein , Wo deine Augen hellend hingewendet . MUTTER . Mein lieber Freund , versprich dir nicht zu viel . VATER . Dem Schönsten sammelt sich das Schöne gern ,