umsonst bestürmt : wir nahmen sie nur durch Hunger - nach drei Jahren . « - » Wir müssen stürmen , « sagte Witichis , » gebt den Befehl . « Teja wollte das Zelt verlassen . Hildebrand hielt ihn . » Bleib , « sagte er , » wir dürfen ihm nichts verschweigen . König ! die Goten murren : sie würden dir heut ' nicht folgen : der Sturm ist unmöglich . « » Steht es so ? « sagte Witichis bitter . » Der Sturm ist unmöglich ? Dann ist nur eins noch möglich : der Weg , den ich gestern schon hätte einschlagen sollen - dann lebten jene dreitausend Goten noch . Geh , Hildebad , nimm dort Krone und Stab ! Geh ins Lager der Empörer , lege sie dem jungen Arahad zu Füßen : er soll sich mit Mataswintha vermählen ; ich und mein Heer , wir grüßen ihn als König . « Und er warf sich erschöpft aufs Lager . » Du sprichst wieder im Wundfieber , « sagte der Alte . » Das ist unmöglich ! « schloß Teja . » Unmöglich ! Alles unmöglich ? der Kampf unmöglich ? und die Entsagung ? Ich sage dir , Alter : es gibt nichts andres nach der Botschaft aus Ravenna . « Er schwieg . Die drei warfen sich bedeutende Blicke zu . Endlich forschte der Alte : » Wie lautet sie ? vielleicht findet sich doch ein Ausweg ? Acht Augen sehen mehr als zwei . « » Nein , « sagte Witichis , » hier nicht , hier ist nichts zu sehen : sonst hätt ' ich ' s euch längst gesagt : aber es konnte zu nichts führen . Ich hab ' s allein erwogen . Dort liegt das Pergament aus Ravenna , aber schweigt vor dem Heer . « Der Alte nahm die Rolle und las : » Die gotischen Krieger und das Volk von Ravenna an den Grafen Witichis von Fasulä ! « » Die Frechen ! « rief Hildebad dazwischen . » Den Herzog Guntharis von Tuscien und den Grafen Arahad von Asta . Die Goten und die Bürger dieser Stadt erklären den beiden Heerlagern vor ihren Toren , daß sie , getreu dem erlauchten Hause der Amalungen und eingedenk der unvergeßlichen Wohltaten des großen Königs Theoderich , bei diesem Herrscherstamm ausharren werden , solang noch ein Reis desselben grünt . Wir erkennen deswegen nur Mataswintha als Herrin der Goten und Italier an : nur der Königin Mataswintha werden wir diese festen Tore öffnen und gegen jeden andern unsre Stadt bis zum äußersten verteidigen . « » Diese Rasenden , « sagte Teja . » Unbegreiflich , « versetzte Hildebad . Aber Hildebrand faltete das Pergament zusammen und sagte : » Ich begreife es wohl . Was die Goten anlangt , so wißt ihr , daß Theoderichs ganze Gefolgschaft die Besatzung der Stadt bildet ; diese Gefolgen aber haben dem König geschworen , seinem Stamm nie einen fremden König vorzuziehen : auch ich hab ' diesen Eid getan : aber ich habe dabei immer an die Speerseite , nicht an die Spindeln , nicht an die Weiber , gedacht : darum mußt ' ich damals für Theodahad stimmen : darum konnt ' ich nach dessen Verrat Witichis huldigen . Der alte Graf Grippa von Ravenna nun und seine Gesellen glauben sich auch an die Weiber des Geschlechts durch jenen Eid gebunden : und verlaßt euch darauf , diese grauen Recken , die ältesten im Gotenreich und Theoderichs Waffengenossen , lassen sich in Stücke hauen , Mann für Mann , eh ' sie von ihrem Eide lassen , wie sie ihn einmal deuten . Und , bei Theoderich ! sie haben recht . Die Ravennaten aber sind nicht nur dankbar , sondern auch schlau : sie hoffen , Goten und Byzantiner sollen den Strauß vor ihren Wällen ausfechten . Siegt Belisar , der , wie er sagt , Amalaswintha zu rächen kommt , so kann er die Stadt nicht strafen , die zu ihrer Tochter gehalten : und siegen wir , so hat sie die Besatzung in der Burg gezwungen , die Tore zu sperren . « » Wie immer dem sei , « fiel der König ein , » ihr werdet jetzt mein Verfahren verstehn . Erfuhr das Heer von jenem Bescheid , so mochten viele mutlos werden und zu den Wölsungen übergehn , in deren Gewalt die Fürstin ist . Mir blieben nur zwei Wege : die Stadt mit Gewalt nehmen - oder nachgeben : jenes haben wir gestern vergebens versucht , und ihr sagt , man könne es nicht wiederholen . So erübrigt nur das andre : nachgeben . Arahad mag die Jungfrau freien und die Krone tragen ; ich will der erste sein , ihm zu huldigen und mit seinem tapfren Bruder sein Reich zu schirmen . « » Nimmermehr ! « rief Hildebad , » du bist unser König und sollst es bleiben . Nie beug ' ich mein Haupt vor jenem jungen Fant . Laß uns morgen hinüberrücken gegen die Rebellen , ich allein will sie aus ihrem Lager treiben und das Königskind , vor dessen Hand wie durch Zauber jene festen Tore aufspringen sollen , in unsre Zelte tragen . « » Und wenn wir sie haben ? « sagte Teja , » was dann ? Sie nützt uns nichts , wenn wir sie nicht als Königin begrüßen . Willst du das ? Hast du nicht genug an Amalaswintha und Gothelindis ? Nochmals Weiberherrschaft ? « » Gott soll uns davor schützen ! « lachte Hildebad . » So denke ich auch , « sprach der König , » sonst hätt ' ich längst diesen Weg ergriffen . « » Ei , so laß uns hier liegen und warten bis die Stadt mürbe wird . « » Geht nicht , « sagte Witichis , » wir können nicht warten . In wenigen Tagen kann Belisar von jenen Hügeln steigen und nacheinander