zweites Opfer gewesen - und so hatte er doch den Sohn gerettet . Streitberg kämpfte nur einen kurzen Todeskampf . Als er auf der Flucht und versteckt erfahren , daß Weyspriach gefangen war und dann , daß die Nürnberger es wagten den Ritter enthaupten zu lassen , hatte er Rache geschworen und tollkühn wie er war , sich selbst als Bettler verkleidet nach Nürnberg begeben . Er sah Elisabeth mit Martin am Fenster , da er ihr Haus umschlich ; er sah auch Ulrich in dasselbe gehen - da erwachte seine Leidenschaft , er folgte ihr in blinder Wuth , traf sein Opfer und fiel selbst von einer plötzlich eingreifenden Rächerhand . So erklärte es Amadeus Ulrich und Konrad , während Martin mit Elisabeth ' s Dienerin diese in ihr Schlafzimmer und zu Bett brachten und der herbeigerufene Bader ihre Wunde untersuchte und verband - er konnte keine Hoffnung geben . » Ulrich ! « flüsterte sie und Martin ging den Baubruder zu rufen . Er knieete an ihrem Lager . » Ulrich ! « sagte sie , » mein Mörder giebt mir jetzt einen schöneren Tod als das erste Mal - ich rede nicht irre - er war der Geliebte meiner Jugend , und ich mußte erkennen , daß er mich betrog - damals zerriß er mein Herz ohne Schwertstreich - es schmerzte mehr als heute . « Nach einer Pause sagte sie : » Es ist schön , in dem Augenblicke zu sterben , in dem die Seele ihren Flug schon zum Himmel nahm , sie kommt nun in kein fremdes Reich . - Ihr verspracht mir schon die Begräbnißkapelle der Behaim mit dem Werk Eurer Hand zu schmücken - versprecht nun es auch für die Kapelle der Scheurl - ich habe keine Erben - meine Erbin sei die Kunst in meiner Vaterstadt - meine Brüder werden das Testament vollstrecken . « » Elisabeth ! « rief Ulrich , » Ihr seh ' t Thränen in meinen Augen - sie versprechen Euch Alles , was Ihr wünschet . Ich will nicht vor Schmerz weinen in dieser Stunde - wir wollen uns freuen , daß es also kam ; der höheren Weihestunde von vorhin wird keine profane folgen - ich werde in meinen Werken nicht mehr für Euch beten - sondern zu Euch ! « Ihre Hand ruhte auf seinem Scheitel . » Lebt wohl ! « hauchte sie noch einmal und winkte ihm dann fort . Er küßte ihr die Hand und ging . Sein Vater und Konrad begleiteten ihn stumm . Auf der Straße begegnete ihnen Hieronymus - es war zum ersten Male , daß sich die Freunde wiedersahen . Hieronymus stand beschämt vor Ulrich . » Kannst Du mir vergeben ? « fragte er beklommen . Ulrich drückte ihm die Hand . » Ich komme von Elisabeth ' s Sterbebette - nein , ich komme von der Verklärungsstätte eines Genius - in meinem Herzen ist lauter Gottesfriede - kannst Du noch mein Freund sein ? « » Wenn Du mich nicht verstößt ! « rief Hieronymus und blieb an seiner Seite . - Amadeus ging wieder in sein Kloster ; sich freiwillig stellend , gehörte er mit zu den Begnadigten , und büßte nun , wie er vorher gebüßt , ehe die Sehnsucht nach Ulrich ihn halb wahnsinnig gemacht . Der Sohn hatte ihn gesegnet und Ulrike auf ihrem Sterbebette vergeben - er hatte Frieden . Nicht lange währte es mehr , da ward Ulrich wieder feierlich in die Bauhütte aufgenommen . In Behaim ' s und Scheurl ' s Begräbnißkapelle vollendete er hohe Kunstwerke , darunter Elisabeth ' s Statue selbst die vollendetste war . Dann verließ er Nürnberg , um auch in andern Landen an der Erbauung hoher Dome sich selbst und seine Kunst zu fördern . - Auf Ansuchen des Nürnberger Rathes ertheilte ihm Max die Erlaubniß , die Juden für immer aus der Stadt zu weisen . Auch Ezechiel und Rachel waren unter den Auswandernden .