die Glaskugeln . Es ist nur ein Wunder , daß mir kein Scherben irgendwo eingedrungen ist . - So . - Wie viel macht ' s ? « » Einen Gulden und zwölf Kreuzer . « » Hier sind sie . - Gute Nacht , ihr Herren , vergnügte Weihnachten ! « Wer aber auch nicht im Stande ist , Glaskugeln , Sammetmantillen oder Portemonnaies zu kaufen , wie sie die Staatsräthin hat , ja wer es kaum zu einem verkrüppelten Tannenbaume und zu einigen vergoldeten Nüssen zu bringen vermag , freut sich des Lebens und ist mit den Seinigen heiter und guter Dinge . Das hölzerne Pferd , das der Vater geschenkt erhielt , wird auf ' s Künstlichste wieder hergerichtet , die Mutter macht einen neuen Zaum , der Vater einen superben Schweif von Baumwolle , der aus der Dintenflasche schwarz gefärbt wird . Am Baume hängen ein paar Brezeln oder einige Wecken an Schnüren , auf dem Tische liegen die neuen Höschen und das neue Wamms mit glänzenden Knöpfen besetzt , und mit weit aufgerissenen Augen wird alles Das betrachtet , bis auf die Ruthe , die am Baume schwebt , und die verstohlene , ehrerbietige Blicke auf sich zieht . Selbst die Armen , denen zu Haus kein Weihnachtsbaum glänzt , denen Vater und Mutter nichts zu bescheeren im Stande sind , erfreuen sich am heutigen Abend der allgemeinen Pracht und Herrlichkeit und es muß schon ein besonderer Segen in der heutigen Nacht über alle Menschenkinder ausströmen , der Neid und Mißgunst nicht aufkommen läßt ; denn die Kleinen da draußen vor dem Fenster , die soeben noch frierend durch die Straßen zogen , bleiben jetzt plötzlich stehen , wenn sie den herrlichen Lichterglanz erblicken , klettern an das Fenster des Erdgeschosses empor und blicken mit leuchtenden Augen so lange in die hellbestrahlte Stube auf den Tannenbaum mit den vielen Lichtern , auf all ' die seltsamen Spielsachen , bis der Hauch ihres eigenen Mundes die Scheibe trübt und Alles in einen dichten Nebel verschwimmt . Wenn aber ein gutes Kind drinnen im Zimmer sieht , daß vor dem Fenster so arme kleine Geschöpfe stehen , denen der heilige Christ am heutigen Abend nichts bescheert als Hunger und Kälte , so erbittet es sich von den Eltern etwas Spielzeug und Backwerk , öffnet leise das Fenster und reicht es den armen Kindern hinaus . Die nehmen es , und geblendet von dem Lichterglanz glauben sie vielleicht , es sei am Ende das Christkind selbst gewesen , das ihnen bescheert , und eilen mit dieser frohen Botschaft nach Hause , indem sie das , was sie erhalten , freudestrahlend vorzeigen . Dazu läuten die Glocken der Kirche , die tiefen Töne der Orgel dringen aus den geöffneten Thüren hervor , und die Menge strömt ab und zu , um die Krippe mit dem heiligen Christus zu sehen , die am Hochaltar enthüllt wird . Der Boden der Kirche ist feucht und die Fußtritte hallen wider auf dem Steinpflaster ; die Regenschirme und nassen Mäntel verbreiten einen sonderbaren Geruch , und dazu duftet der Weihrauch so bekannt und angenehm . Man verrichtet sein Gebet , eilt wieder hinaus , und vor der Kirchenthüre blickt man aufwärts , ob der Himmel ein freundliches Gesicht mache und gute Feiertage verheiße . - Ah ! es sind da viele schwarze Wolken : doch wird es über uns an einer kleinen Stelle heller und es erscheint ein schöner blauer , sanft strahlender Stern . Der ist vielleicht ein Prophet für gutes Wetter , oder es ist auch jener Stern , der sich immer über der Krippe des kleinen Christkindes zeigt und dem die heiligen drei Könige nachgegangen . - Ja , der muß es sein , - geschwind nach Hause , das muß man den Kindern erzählen ! - Wenn an einem solchen Christabende die Menge der Käufer und Käuferinnen anfängt , in den Gewölben nachzulassen , - das geschieht nun nach sechs Uhr , - so werden die meisten der Läden geschlossen , damit auch die den ganzen Tag so beschäftigten Leute jetzt schon ihren Feiertag beginnen können ; oder man läßt vielleicht noch zur Beaufsichtigung des Ganzen eine der Ladenjungfern zurück , die sich alsdann verdrießlich an den Tisch setzt , den Kopf auf die Hand stützt und wohl an ihre Heimath denkt , wo jetzt Alles heiter und vergnügt um den Christbaum steht , während sie hier noch ein paar Stunden allein sitzen muß . Das Geschäft darf noch nicht geschlossen werden : es könnte vielleicht noch ein verspäteter Kunde etwas brauchen . Diese Vorsicht war denn auch in einem der größten Läden der Hauptstadt nicht unnöthig , und die junge Dame , welche hier saß , hatte sehr Unrecht , als sie soeben einen kleinen Monolog hielt , worin sie von hartem Dienste sprach und von überflüssigen Quälereien , die darin beständen , noch hier sitzen zu müssen , nachdem schon Alles längst auf seine Zimmer gegangen ; - denn kaum hatte sie ihn beendigt , so fuhr ein Wagen dicht vor die Ladenthüre , und ein Herr , der darin saß , öffnete den Schlag selbst , sprang heraus und trat in das Gewölbe . » Schon dachte ich , es wäre auch hier geschlossen , « sagte er laut und lustig , » und das wäre mir äußerst unangenehm gewesen , denn ich muß Sie noch bei spätem Abend bemühen und Sie um das Neueste bitten , was es in kleinen seidenen Halstüchern für Damen gibt . « » Ah ! Herr Doktor ! « versetzte das Mädchen , das eifrig aufgesprungen war . » Wir werden nur heute Abend bei Licht die Farben nicht recht unterscheiden können , das nimmt sich Alles bei Tage anders aus . « » Sie haben vollkommen Recht , mein Kind , « entgegnete der Herr ; » aber meine Zeit am Tage ist außerordentlich kostbar , namentlich im Winter , wo es so viele Kranke gibt . - Und