kennen , denn Sie fürchten sich in seine Hände zu kommen . « Der Rittmeister sah den schlauen Mann auch etwas schlau an : » Mich will bedünken , daß mein Herr van Asten ihn besser kennt als ich ; sonst - « » Der klügste Mann weiß nicht Alles , und der beste Kaufmann lässt sich auch betrügen . « Es schien etwas im Kopfe des Rittmeisters , den der Rothwein noch nicht umdüstert hatte , aufzublitzen : » Halt , da entsinne ich mich - « Van Asten blätterte und glättete über zwei Papierstreifen . » Ein gelehrter Mann , ein feiner Mann , ein Mann von vielen Kenntnissen , hübscher Konduite . O ist gar nichts gegen ihn zu sagen , ein charmanter Mann - « » Hol ' ihn der Teufel ! « » Das ist schon manchem charmanten Mann passirt . Thäte auch gar nichts . Ein guter Wechsel gilt im Himmel und in der Hölle , man muß nur den Aussteller kennen . Es freut mich , Herr Rittmeister , daß Sie auch davon wissen . O wir haben manche Geschäfte mit einander gemacht , der Herr Legationsrath und ich . Prompt auf die Minute , und hat eine glückliche Hand . Wünsche sie Ihnen , Herr Rittmeister . Wirklich und wahrhaftig , Ihnen gönne ich alles Gute , das große Loos , ' ne todte Tante mit hundert Tausend , und noch lieber ' ne reiche Frau mit ' ner halben Million . Sie sind ein so gemüthlicher Mann . Hätte ich ' ne Tochter , na wer weiß . Ich sage - gegen die Wechsel ist auch gar nichts zu sagen . Sie sind nur etwas sehr lang . Und wem ich sie abgeben will , der sagt , was ich mir auch sagen könnte . Man ist manchmal auf den Kopf gefallen , Herr Rittmeister . Fallen thut nichts ; man steht wieder auf . Aber auf den Kopf muß man nicht fallen , Herr Rittmeister ! Also sagt mancher Mann : es kann ja inzwischen was passiren , er kann ja auch in den Krieg wollen , es kann ihn eine Kugel treffen . Einen todten Menschen kann man nicht in Wechselarrest bringen . Und wenn er auch nicht in den Krieg zieht , die Herren Kavaliere haben oft Händel . Sehen Sie mal , er kann ja in ein Duell gerathen . Paff ! Wird mich der Todtschießer honoriren ? Ja , wenn so ein Gesetz existirte ! - Fällt mir bei , der Herr von Wandel hatte ja neulich eine solche Affaire . Richtig ! Mit dem Sohn vom Geheimrath Bovillard ! - Und Sie - ja Herr Rittmeister waren ja dabei . « » Wissen Sie das auch ? « » Der Herr Legationsrath waren wohl erstaunlich muthig ? Wollten immer drauf los ? « Jetzt fixirte der Rittmeister den Anderen : » Hol ' mich Der und Jener ! - Ich glaube , Sie wollen mich aushorchen , was ich von ihm denke . « Herr van Asten sagte nicht ja und sagte nicht nein ; er lächelte nur : » Weiß schon vielerlei , aber - wenn man auch schon das ganze i geschrieben hat , kann ' s einem doch gerade noch auf das Tippelchen drauf ankommen . Ist ein Politikus . Einem Politikus gegenüber muß man wieder einer sein . Ob er ein Spion des Groß-Mogul ist , oder ein Geisterseher , oder ein Magnetiseur , oder ein Lovelace , oder - oder - was kümmert ' s mich , aber - verstehen Sie mich , das Eine möchte ich wissen , ist ' s da mit rechten Dingen zugegangen , oder - « Der Rittmeister fuhr mit der Hand in die Frisur : » Blitz , ich glaube nein ! Und wollen Sie ' s recht wissen , drei Mal , drei Mal nein . Und - unter uns : Es stinkt ! Er hat ' s , Gott weis ; durch wen , der Polizei gesteckt . « » Also nicht der junge Bovillard ? « » Ein grundehrlich Blut , réparation d ' honneur . Wie ein Kavalier sich benommen . « » Aber der Legationsrath hat ihn wieder aus dem Gefängniß losgebeten ? « » Um ihn als Kourier fortzuschicken . Die Memme ! « Der alte van Asten lehnte sich auf den Tisch und schüttelte den Kopf : » Da hätten wir also das Tippelchen auf dem i. - Na , Herr Rittmeister , welchen Wein lieben Sie am meisten ? Werden mir doch die Ehre erweisen und Bescheid thun auf ein Gläschen ? « Ein Tokaierfläschchen stand auf dem Tisch und färbte schon mit dunklem Gold zwei Gläser , als Dohleneck noch immer nicht wusste , wie er dazu kam . » Nu stoßen Sie an , « sagte der Kaufmann . » Worauf ? « » Auf einen alten Esel ! - Ja , sehen Sie mich nur recht an , und dann dreist los ! « Die Gläser klangen , der Rittmeister zauderte aber doch fast erschrocken , ehe er den Feuersaft an die Lippen brachte . » Aber Herr van Asten , wie komme ich dazu ? « » Warum ich ein alter Esel bin , das wünschen Sie zu wissen . Sie sollen ' s. Ist ' s mir doch so , als müsste ich Einem mein Herz ausschütten . Drei dumme Streiche ! Wenn Sie die gemacht , na was wär ' es ! Ein Kavallerie-Offizier braucht nicht zu denken , aber ein alter Kaufmann ! Pfui ! - Pro prima , das ist wacklicht , pro secundo , das ist faul und pro tertio , das ist dumm . Pro primo , das sage ich Ihnen nicht , ist ein Kompagniegeschäft mit einem vornehmen Herrn . Das wackelt noch , aber kommt Krieg - fliegt ' s in die Luft ; der große Herr wird sich salviren , der kleine bleibt