Klugheit zu der dicken Sau gekommen ? « WIRT : » Sie ist bei mir gefallen . « FAUST : » Ja heute die Treppe herunter ; es hat ihr doch nichts geschadet ? Aber seht , das Horchen kann ich von Eurer Frau nicht leiden . « WIRT : » Von wem sprecht Ihr , mein gelehrter Herr ? « FAUST : » Ich sprach von Eurer Frau ; ohne Umstände , sagt mir Freund , wo habt Ihr so viel höllische Courage gewonnen , solch ein Stock Euch aufzuhalsen ? « WIRT : » Weil ich nicht danach frage , wo dieses gebrechliche Schifflein meines Fleisches hinkomme , wenn ich nur diejenige , die darin überfährt , sicher durchbringe . « FAUST : » Aber gedenk doch auch an die dicke Seele des Dreimasters , dem Ihr als eine kleine Schaluppe angebunden seid . « WIRT : » Das Nein ist nicht Nein in eines Weibes Mund , so mag auch die meine selig werden ; übrigens ist der meisten Weiber Leben nichts anderes , als der Zustand derjenigen , die im Schlafe gehen und reden . « FAUST : » Ist denn gar nichts Gutes an Eurem Rhinozeros von Frau ? « WIRT : » Ein Weib ist immerdar ein Mittelding zwischen Mann und Teufel , denn beide können sie brauchen und machen sich lustig mit ihnen . « Die Frau war hereingetreten und fragte den Mann , was er da wieder geschwätzt habe . Er sagte ihr liebreich : » Engelskind , ich sagte eben , daß mancher Esel draußen sucht , der Pferde daheim hat . « WIRTIN : » Solch töricht Zeug hat er immer im Munde , was sollen dazu die Gäste sagen ? « FAUST : » Eine aufgeweichte Semmel schmeckt nicht sonderlich dazu . « WIRTIN : » Mit Ihm rede ich gar nicht , denn Er ist grob ; wenn du ein Mann wärst , Mann , du gäbst ihm eins an die Ohren , statt mit ihm lange zu reden . « WIRT : » Wer eins gibt , bekommt zwei wieder , es ist leichter Krieg anfangen , als ausführen . « WIRTIN : » Du hast recht , Herzensschatz ! « Dabei tat sie , als ob sie sich ihm nähern wollte und kniff ihn in ein Ohr , daß der kleine Mann vor Angst tanzte . Anton hatte dem allen ruhig zugehört , als wenn es ihn weiter nichts angehe , er dachte an den nächsten Tag und da grauste ihm , besonders vor der Wirtin , die ihm heimlich auf den Fuß trat und in den Seiten kitzelte . Nach Tische sehnte er sich nach der Kirche , aber die Wirtin hatte schon wieder die Haustüre besetzt und wickelte Wolle . Er ging auf sein Zimmer und fühlte ein Bedürfnis sich ein frommes Bild in der Zerknirschung seines Herzens zu malen , das seine Versuchung ausdrücken könnte . Er nahm eine Kohle und verzierte erst ein Feld an einer Bogenseite seines Zimmers , worauf die Abendsonne schien ; er zeichnete sich selbst verwundet , wie er kleine Steine aus Hunger ißt , zwei Engel , Susanna und Güldenkamm , die vor ihm wandeln ; rings umgeben ihn die Wirtin , die ihm einen hohen Becher bietet , der Faust , der ihm die Füße hält , während er vom Teufel gefesselt wird und sich deswegen auch gegen den Junker Blaubart nicht wehren kann , der mit eingelegter Lanze gegen ihn anreitet . Als das Bild so vor ihm stand , fühlte er ein so heftiges Mitleiden mit sich selbst , daß er sicher meinte , es müsse Gott auch zu Herzen gehen . Er warf sich nieder und betete so außer sich , so inbrünstig und gewaltig , daß er einen Rollwagen nicht hörte , der vor dem Wirtshause angefahren war . Susanna und Güldenkamm , die von einem Kaufherrn mitgenommen waren , traten ins Zimmer , als er noch auf seinen Knieen lag ; sie knieten stille neben ihn hin und als er endlich aus seiner Gottesnähe zurückkam in die scheue Ferne und aufwachte und umblickte , da waren seine guten Engel ihm nahe , er umhalste sie und konnte keine Worte finden . Endlich sprach er außer Atem : » Nun , was macht mein Weib ? Wie geht ' s meinen Kindern ? Was schreibt meine Frau ? Wie hat sie euch aufgenommen ? « » Herr « , sagte Susanna , » betet noch einmal , wie uns Gott gelehrt hat in Not und Trübsal , dann will ich Euch berichten « Anton betete und wußte nicht , was er betete , seine Freude war ihm in alle Glieder zurückgetreten . » Lebt meine Frau nicht mehr ? ist mein Anton tot ? « fragte er endlich . SUSANNA : » Beruhigt Euch darüber , sie leben beide , aber der Oswald ist gestorben . « ANTON : » Zwei leben für einen , den ich misse , Gott sei gelobt ! Der Oswald war nur ein kränkliches Kind . Wie geht ' s meiner Frau ? Hast du ihr meine Not geschildert und meinen guten Willen , wie ich künftig still und fleißig leben will ? « SUSANNA : » Ich habe ihr alles gesagt , aber sie schilt über Euch , sagt , daß Ihr die silbernen Pokale verkauft habt . « ANTON : » Gott ist mein Zeuge , das hat mich oft gereut , aber meiner grimmen Not wird sie sich darum doch erbarmen , sie hat doch noch Geld und Gut genug für mich und sich , wenn sie das viele Hausgerät verkaufen läßt . « SUSANNA : » Lieber Herr , ich war dort zur Versteigerung , aber die arme Frau war so verwirrt , so betrübt über den Tod ihres Söhnleins , daß sie mir alles versagte ; sie meinte , andre Soldaten brächten von ihren Zügen Geld heim , Ihr aber brauchtet immer