wir sie dazu ? « fragte ich . » Ich pflege das , was ich allein tun kann , keinem andern zu übertragen . « » Du glaubst , allein fertig werden zu können ? « » Ja . « » Mit allen diesen viertausend Feinden ? « » Ja . « Da sah er mich groß an , schüttelte den Kopf und fuhr fort : » Jetzt begreife ich an Winnetou , was ich früher , als er noch lebte , nicht begreifen konnte , nämlich sein unbeschreibliches Vertrauen zu dir . Heut ' fühle ich es selbst , dieses Vertrauen . Und so sag ' : Was gedenkst du , gegen das alles , was uns droht , zu tun ? « » Das einfachste , was es gibt : Ich verlege ihnen den Weg durch die Höhle ! Ich sperre sie sodann im Tal der Höhle ein , bis sie vor Hunger um Erbarmen bitten müssen . Und ich nehme ihre Häuptlinge gefangen , um sie als Geiseln zu benutzen . Wieviel bewaffnete Winnetous stehen dir zur Verfügung ? « » Heut über dreihundert ; bis morgen abend können es fünfhundert sein und später noch weit mehr . « » Das ist übergenügend . Für jetzt brauche ich ihrer nur vielleicht zwanzig und unsern treuen Intschu-inta dazu . Ich gehe jetzt zu mir , mich umzuziehen , weil ich das indianische Gewand noch trage . Dann komme ich wieder und steige mit ihnen durch die verborgene Treppe hier in die Höhle hinab , um die Stalaktiten wieder derart aufzustellen , daß die beiden Medizinmänner , wenn sie mit ihren Scharen kommen , sich nicht weiterfinden können . « » Und wenn sie den Weg , den du ihnen verbergen willst , aber doch entdecken ? Wenn sie die Steine ebenso wegräumen , wie du sie weggeräumt hast ? « » Das könnte höchstens am breiten Wege geschehen , dessen Ausgang ich ihnen aber hinter dem Schleierfalle derart verlegen werde , daß sie nicht herauskönnen . Damit ist für heut und morgen alles vorbereitet . Zum Einschließen der Feinde im Tale ist übermorgen noch Zeit . « Hierauf schickte ich mich an , zu gehen ; aber das Herzle hatte vorher erst noch etwas anderes zu erledigen . Sie bat nämlich den alten » Bewahrer der großen Medizin « um die Erlaubnis , ihn morgen photographieren zu dürfen . Ich erschrak fast . Das war eine Kühnheit , die ich mir niemals gestattet hätte . Er aber lächelte gütig und fragte : » Darf ich wissen , für wen oder wozu das Bild sein soll ? « » Das ist Geheimnis , « antwortete sie mit ungeminderter Verwegenheit . » Aber ein liebes , gutes und sehr nützliches Geheimnis , welches Vielen , Vielen große Freude machen wird . « » So ist es mir unmöglich , der Squaw meines Bruders Shatterhand ihren lieben guten und sehr nützlichen , Wunsch abzuschlagen . Sie mag kommen , wann sie will ; ich bin bereit . « Als wir hierauf gingen , fragte ich sie unterwegs , wozu sie die Photographie wohl brauche . Sie antwortete : » Sag ' , wer ist hier am Mount Winnetou die maßgebende Persönlichkeit : Du oder Tatellah-Satah ? « » Ganz selbstverständlich er ! « » Schön ! Er hat sich begnügt , zu fragen , ohne eine Antwort zu erhalten . Verlangst du mehr als er ? « » Ja . « » Mit welchem Rechte ? « » Sag ' , wer ist in unserer Ehe die maßgebende Persönlichkeit , ich oder Tatellah-Satah ? « » Ganz selbstverständlich er ! « lachte sie . » Well ! So muß ich mich bescheiden ! Ich bin besiegt ! Du kannst das Geheimnis behalten ! « » Und ich steige jetzt mit in die Höhle hinab . « » Nein . « » Warum nicht ? « » Erstens bist du da unten kein brauchbarer Gegenstand , und zweitens bin ich nun nicht mehr maßgebend genug , dir diesen Wunsch zu erfüllen . Ich kann weiter nichts tun , als dir , gute Nacht sagen . « » Das kränkt mich schwer ! Weißt du , ich teile dir lieber mein photographisches Geheimnis mit und darf dich dann begleiten . Denn schlafen kann ich doch nicht , wenn ich dich da unten weiß . « » Gut ! Einverstanden ! Also ? Das Geheimnis ? « » Ich will das Bild unseres alten , berühmten Freundes für den Projektionsapparat . « » In welcher Weise ? « » Heut abend sollen doch bekanntlich die Bilder der beiden Künstler zu beiden Seiten des Denkmales auf dem Wasserfall erscheinen . Ich habe dieselbe Idee für unsern aufstrebenden Winnetou mit den Bildern von Tatellah-Satah und Marah Durimeh zu beiden Seiten . Was sagst du dazu ? « » Die Idee ist gut , sehr gut . Du brauchst da verschiedene Apparate , verschiedene Linsen - - - « » Ist da , ist alles da ! « fiel sie schnell ein . » Wo ? « » Bei dem Ingenieur , mit dem ich schon gesprochen habe . « » Du denkst , daß er es tut ? « » Mit Vergnügen ! « » Und nichts vor der Zeit verrät ? « » Gewiß nicht ! Ich garantiere ! « » So bin ich einverstanden . « » Und nimmst mich jetzt mit nach der Höhle ? « » Ja . Ich bin nun einmal verpflichtet , alles zu tun , was du befiehlst ! « » Daß du das tust , sind wir einander schuldig ! « - Als wir nach einiger Zeit wieder zu Tatellah-Satah kamen , stand Intschu-inta schon mit seinen zwanzig Mann bereit . Sie hatten sich genugsam mit Fackeln und mit einigem Werkzeug versehen . Wir öffneten den Treppenstein und stiegen in den Gang , welcher uns nach unten führte . Dort angekommen , suchten wir zunächst die Stelle auf