, zuweilen auch Ponnyfrisur genannt . Die persischen Haremsfrauen lieben es nämlich sehr , ihrem Gesichte hierdurch einen zwar geistlosen , dafür aber umso begehrlicheren Ausdruck zu geben . Hinten hingen die Zöpfe fast bis auf den Boden herab . Sie waren mit goldenen Schnuren , Fransen und Trotteln durchflochten , also sehr wahrscheinlich nicht echt . Bezeichnenderweise trug sie in der Hand eine Reitpeitsche , ganz so , wie Ahriman Mirza auch . Sie schwippte mit derselben im Gespräche bald hin und bald her und war überhaupt in allen ihren Bewegungen so lebhaft , so bestimmt und so gebieterisch , so wegwerfend und , ich möchte sagen , so keck , wie ich bisher noch keine einzige Orientalin zu sehen bekommen hatte . Sie erreichten die Pferdeweide und blieben einige Zeit bei Assil , Barkh und Sahm stehen . Sie sprachen dabei sehr lebhaft über die Pferde . Was , das konnte ich nicht hören , aber ihren Gestikulationen nach konnte es nicht sehr lobend sein . Da trat die Prinzessin zu Assil heran und faßte ihn am Maule , um es zu öffnen und seine Zähne zu sehen . Er wollte das nicht dulden . Da schrie sie ihn zornig an und schlug ihn an die Ganaschen . Im nächsten Augenblicke lag sie am Boden , von einer kräftigen Kopfbewegung des Rappen niedergeschleudert . Sofort sprang Ahriman Mirza hinzu , hob die Peitsche empor und holte aus , um ihn zu züchtigen - - - kam aber nicht dazu . Assil war schneller als dieser Mensch . Er machte eine blitzschnelle Schwenkung , warf sich hinten in die Höhe und schlug nach ihm aus . Der Huf traf den Kopf des Persers , welcher mit einem lauten Schrei zusammenbrach . Der Hengst wieherte herausfordernd auf und stellte sich zur weiteren Gegenwehr bereit . Der Scheik ul Islam aber und auch die Prinzessin , welche sich wieder aufgerafft hatte , traten zu Ahriman hin , um zu sehen , mit welchen Folgen er getroffen worden sei . Er stand mit ihrer Hilfe wieder auf , hielt aber den Kopf in beiden Händen . Es schien glücklicher Weise nur ein Streifhieb gewesen zu sein . Der Kopf wurde betastet , begutachtet und endlich wieder freigegeben . Dann setzten sie den unterbrochenen Weg zu uns fort , sichtlich im höchsten Grade erzürnt , aber langsam , sehr langsam , weil Ahriman nur schwankend und nicht schneller gehen konnte . Schakara hatte den Ustad geholt . Sie standen mit einander grad unter mir und hatten den Angriff auf das Pferd und dessen Verteidigung gesehen . Nun kamen die Drei heran . Sie blieben vor ihnen stehen . Ein eigenartiges Zusammentreffen ! Es wurde zunächst kein Wort gesprochen ; aber Auge tauchte sich in Auge . Dann begann die Prinzessin zu fragen : » Von wem werden wir hier empfangen ? Wer bist du ? « Ihre Stimme klang hart , hochmütig , verächtlich . » Ich bin der Ustad der Dschamikun , « antwortete er gelassen . » Und wer ist das Geschöpf an deiner Seite ? « » Geschöpf ? « wiederholte er ihren beleidigenden Ausdruck , aber lächelnd . » Ja , du hast recht gesagt , ohne es zu wollen : Sie ist ein Geschöpf Gottes , des Allerhabenen , des Allreinen ; sie wurde von ihm erschaffen in seiner Weisheit und Güte . Du aber bist kein Geschöpf . Du wurdest nicht von dieser Weisheit und Güte erschaffen , sondern von sündigen Menschen in Sünde erzeugt und geboren . Darum wird sie , die körpergewordene Reinheit der Frauenseele , sich jetzt von uns entfernen , weil die Tugend geht , sobald das Laster naht ! « Er trat zur Seite , um Schakara an sich vorüberzulassen . Sie senkte errötend das liebe Gesicht und ging . Die Prinzessin schien vor Erstaunen über diese Verwegenheit keine Worte finden zu können . Sie schnappte förmlich nach Lust . Ihre Augen funkelten ; ihre Lippen bebten ; die Peitsche zitterte in ihrer Hand ; die Antwort aber blieb aus . Da nahm sich der Scheik ul Islam der Beleidigten zornig an : » Du scheinst nicht zu wissen , wen du vor dir hast . Diese hochgeborene , edelgepriesene Fürstin ist unsere allverehrte Schahsadeh Khanum Gul , welche gekommen ist , dich mit ihrer beglückenden Gegenwart zu erfreuen ! « » Das weiß ich wohl . Ich weiß sogar noch mehr , nämlich daß auch du sie kennst und dich trotzdem nicht schämst , ihre Gegenwart beglückend zu nennen . Wehe dem Volke , dessen geistliche Väter , deren Obersten einer du bist , sich mit den Töchtern des Fleisches verbinden , um dann die Männer beherrschen zu können ! Scheik des heiligen Islam lässest du dich nennen ? Und nimmst dich , schlau berechnend , des geraden Gegenteils von heilig an ? Erscheint dir die Schande nur deshalb so verdienstlich , weil du sie durch die goldene Naddara betrachtest , mit welcher du leichtsinnige Köchinnen zu belohnen pflegst ? Dort steht die Tür zu meiner Küche offen . Deine Freundin Pekala und dein Vertrauter Tifl sind bereit , den Segen des heiligen Mannes und des unheiligen Weibes zu empfangen ! Du brauchst dich ihnen nicht wieder in der Demut des Schreibers zu nahen . So dumm sie sind , als Meisterstück des Islam erkennen sie dich an ! « Sein Gesicht erbleichte . Er krallte mit den Händen in seinen langen , dünnen Bart , als ob er sich da festhalten wolle . Er stand wie ein Schulknabe da , der Prügel bekommen hat und sich noch extra dafür bedanken soll . Eine Erwiederung fand er nicht . Dafür aber ergriff nun der Mirza das Wort . Er hatte sich mit den Händen wiederholt nach der schmerzenden Stirn gegriffen . Jetzt sammelte er sich und brach los : » Mensch , was ist mit dir , daß du es wagst , in dieser Weise mit uns zu reden ! Die