, als Sie sich mit ihr nach dem Tode des Fürsten versöhnten . « - » Nun seht Kinder , wie unglücklich ein Minister ist « , sagte der Minister , » selbst das Nächste , was um ihn her geschieht , erfährt er nicht , und soll das Entfernteste im Lande kennen und beurteilen ; wahrhaftig , ich glaube , die einzige Art brauchbare Minister einem Lande zu verschaffen , ist die jährliche Ernennung derselben ; wenn auch nicht immer die Geschicktesten oben an kommen , so sind sie doch stets wohl bekannt , und eingewohnt in den Verhältnissen des Landes ; das mag auch wohl das eigentliche Förderungsmittel der Freistaaten gewesen sein , und in unsern Reichsstädten kam noch hinzu , daß keiner dieser Angestellten so mit Geschäften überhäuft war , um andrem Lebensverkehr und bürgerlicher Nahrung zu entsagen ; seht , jetzt kann ich mitten unter Poeten nicht einmal aus meinen Amtsberichten herauskommen ; schämt Euch nicht und tragt schnell Eure Sachen vor . « - Nach einigen Umschweifen , nach mehreren Küssen , welche die Dichterin auf die rauhen Backen des Ministers in ihrer kindischen Art gedrückt hatte , holte sie aus ihrer dick angeschwollenen schwarzen Brieftasche , vor der ein geheimes Zahlenschloß lag , ein kleines Spiel heraus , das wir als Darstellung eines wunderlichen ehelichen Verhältnisses hier am rechten Orte finden . Der Ring Ein Gedankenspiel Gartenplatz vor einem Landhause . Morgen 1. MUTTER . Hab Dank für deinen guten Morgengruß Geliebte Sonne in den schwülen Lüften , Von dir allein kommt mir noch Liebesgruß , Von dir allein mag ich ihn gern verstehen ; Dich klares Licht , versteht die ganze Welt , Die rätselhafte Welt , die trübe , dunkle , Es ahndet schon der Schlaf dein froh Erhellen , Und atmet deine ersten Strahlen ein , Und säumet sein Gewand mit hellen Träumen , Und zieht dann schnell die dunkle Hand hinweg , Die er noch über die Geschenke breitet Der neuen Welt , die aus dem Osten strahlet ! Zum heitern Morgen dringt ein schnell Erwachen . Sie beschaut die Blumenbeete umher . Die Blumen stehen frisch , die Luft ist schwül , Der Luft verzeih ich ' s , daß sie sich so drängt , Den neuen Segen taumelnd zu empfangen Und zittert doch davor in süßer Lust , Das ist das Fürchterlichste , was wir lieben . Ach warum lieben wir , was furchtbar ist ! Sie setzt sich auf eine Bank und lehnt das Haupt auf die Hand . So bin ich , kaum erwacht , schon wieder müde ! Wo endet Schlaf ? Wann gehet auf das Sehen ? Wie wird es Tag ? Wann löschen aus die Sterne ? Was grünt zuerst , wo steigt der erste Klang ? Unendlich tief ist Schlaf , unendlich weit der Morgen ! Ich schlaf im Wachen und ich wach im Schlafe , So ist das Gestern auch zum Heut geworden , Dem Auge fern , dem Geiste gegenwärtig ; Hier saß ich gestern abend , schrieb im Sande Und fuhr erschrocken auf , was ich geschrieben , Das , weiß ich , hatt ich nimmermehr gewollt . Was da mein Stäbchen spielend hingezeichnet , Der Morgenwind hat ' s sorglich ausgewehet , Weil ' s unvereinbar ist mit meiner Ruhe . Sie sieht zum Himmel . Die graue Wolke steigt im Sonnenschein So hellbesegelt wie ein Schiff im Blau , Der trübe Dunst wird Licht im Sonnenauge : Der Sonne Malerblick weiß alles zu verschmelzen , Aus Meer und Wolken zieht sie helle Strahlen , In träger Nacht die Geisterwelt zu malen ; Ganz unbemerkt entfaltet sich das Schöne , Unendlich ward ein Frühling allen Sinnen . Die Tage sind jetzt liebliche Geschwister , Die jüngern stets dem Mutterherzen lieber , Sie sprechen nach , was jene ältern fragen , Sie haben noch was Süßeres zu sagen , Ein schöner Morgen ist des Frühlings Frühling , Es wacht da alles auf , was je gelebt , Und wär ' s im tiefsten Herzen fest verschlossen . Sie geht unruhig umher . O Sonne , Mutter zahllos lieber Kinder , Warum bin Mutter ich und ohne Kind ? O Sonne , einen Augenblick zum Beten ! Du willst es nicht , die Augen gehn mir über . Sie hat in Gedanken Blumen gebrochen , und sie ins Gesicht gedrückt . Wie verlieren sich die Blätter Wunderbar in Flammenlicht , Drinnen haucht ein kühlend Wetter , Drück ich sie ins Angesicht ; Alle die Blumen sind ohne Harm Nur die rote Rose nicht , Sie sticht ! Sticht , wie die liebe Sonne so warm , Mai ist ohne die Rose nur arm , Mai ist ohne die Rose nur Qual - Ihr stillen Gründe , du einsam Tal . Sie vertieft sich allmählich abgehend mit dem Gesange in den Garten . 2. Vater und Kind beide in Kriegskleidern , das Kind sieht sich um und läßt den Vater oft allein , daß er vor sich sprechen kann , ohne von ihm gehört zu werden VATER . So ist des Unglücks und der Klugheit Fluch , Daß sie uns unterwerfen leerer Furcht ! Wie schaudernd hemmt der Boden meine Eile , Ein Schritt , ein Druck der Hand , ein Wort , wie leicht , Wie schwer , wenn unser Schicksal daran hänget ; Der Überraschung Wunder sind die größten . KIND . Es wird so schwül , wir gehen doch nicht weiter ? VATER . Nein , lieber Sohn ! - Wir sind schon allzu weit - Vielleicht zu weit , um leicht zurück zu kehren . Zum Ufer wallt , vom Ufer sinkt die Woge , Was zog mich her , was weist mich nun zurück ? Mich stößt zurück , was lange mich gezogen . O sie war schön , ich find für sie kein Bild , Nach ihr möcht ich die ganze Welt mir bilden , Die ohne sie ein wüstes Chaos blieb . Ich soll