von nicht unbeträchtlichem Umfang anzukaufen . Dies waren die nach Rheinsberg hin gelegenen , Kahlenberge ‹ , die , nach ihrer Umgestaltung in Acker- , Forst- und Weide-Land , den Namen Gentzrode 85 und ein oder zwei Jahrzehnte später sogar die Rittergutsqualifikation empfingen . « * So weit die biographische Skizze , die wir hier abbrechen , um nunmehr von Alexander Gentz in Person nach Gentzrode , dessen Besitz er eben angetreten , zurückzukehren . Beim Tode des Alten ( 1867 ) befand sich das neu geschaffene Gut , um es noch einmal zu sagen , in einem durchaus blühenden Zustande : Waldkulturen , einschließlich einer großen Baumschule , waren geschaffen ; ein zweiter artesischer Brunnen , um den Mehransprüchen einer ( trotz eingetretener Ungunst der Zeiten ) immer noch wachsenden Brennerei zu genügen , ward gegraben ; eine sogenannte » Ablage « am Molchowsee , die , weil der Rhin den Molchowsee durchfließt , einen bequemen Wasserverkehr ermöglichte , war unter großen Schwierigkeiten erkämpft ; und endlich umschloß ein Komplex von Scheunen und Ställen ( der dominierenden Brauerei zu geschweigen ) einen mächtigen und beinah schönheitlich wirkenden Wirtschaftshof . So war denn das , was der neue Besitzer übernahm , ein blühendes Gewese , das er belassen konnte , wie es war , und zwar um so mehr , als auch schon bei Lebzeiten des Vaters alles nach seinen ( des Sohnes ) Anschauungen geleitet worden war . In der Tat , er hatte nicht nötig , im Prinzip irgendwas zu ändern und tat es auch nicht , aber er hatte von jetzt an freiere Bewegung und benutzte diese , um alles reicher auszugestalten . Nicht in Richtung und Anschauung , aber im Maß und Tempo wurde geändert . Das zeigte sich zunächst bei den Waldkulturen , an die der neue Besitzer sofort mit gesteigerter Energie herantrat , weil er von dem lebhaften Wunsche geleitet war , in erster Reihe ein Waldgut aus Gentzrode zu machen . Er begann damit , einhundertundzehntausend junge Eichen aus Holland 86 zu beziehen und in den rajolten Boden einzusetzen . Oberförster Berger aus Alt-Ruppin , Fachmann und Autorität , ritt vorüber und rief ihm zu : » In solchen Boden wollen Sie Eichen pflanzen ? Werfen Sie Ihr Geld nicht weg ! « Aber der , an den sich dieser Zuruf richtete , ließ sich durch solche Fachmannsurteile nicht abschrecken . Er war kurze Zeit vorher in Potsdam und Babelsberg gewesen und hatte sich an beiden Orten überzeugt , daß die neuen Parkanlagen auf einem Boden erfolgten , der zum Teil nicht besser war , als der seine . Das gab ihm , wenn er desselben noch bedurft hätte , neuen Mut und gestützt auf solche Wahrnehmungen fuhr er in seinen Anpflanzungen fort . Auch aus dem Samen wurde gezogen , selbstverständlich unter Vermeidung alles Willkürlichen und Zufälligen . Professor Koch in Berlin hatte vielmehr , auf Ersuchen , ein Verzeichnis aufgestellt , in dem angegeben war , welche außereuropäischen Bäume am besten geeignet wären , sich im märkischen Sande zu akklimatisieren , und , gestützt auf diese Liste , wurden nunmehr aus Neuyork , Kanada , Kolumbia , Tiflis und Sibirien Samenarten im Betrage von 2000 Talern bezogen und – ausgesät . Das , was am besten aufging , gab eben dadurch den Beweis , auf unserm Boden vorzugsweise verwendbar zu sein , aber auch das derartig Erprobte und Bewährte sah sich noch wieder vor eine engere Wahl gestellt , in der abwechselnd der Baum von größerem Holzwert und der von prächtigerer Laubfärbung seinen Vorzug geltend machte . So wurden Kulturen hergestellt , die , schönheitlich den Schöpfungen des Fürsten Pückler an die Seite zu stellen , zugleich auch als rentabel anzusehen waren und diese Annahme rechtfertigten . Für 10000 Taler Pflanzbäume konnten in wenigen Jahren aus diesen Anlagen verkauft werden und Kontrakte wurden abgeschlossen , nach denen , von Gentzrode her , die Bäume zur Bepflanzung der auf Berlin einmündenden Chausseen geliefert werden sollten . Es hatte sich nämlich herausgestellt , daß die auf dem leichten Boden der » Kahlenberge « gewonnenen Pflanzbäume zu derartigen Anlagen vorzugsweise verwendbar waren . So viel über die Waldkulturen , denen unausgesetzt ein großes Interesse gewidmet blieb . Indessen , so groß dasselbe war , so stellte sich doch in einer Art Gegensatz zu dem ursprünglichen Plane mehr und mehr heraus , daß , um das Ganze prosperieren zu lassen , auch das Landwirtschaftliche betont und mit Hilfe eines durch die Brennereiabgänge großzuziehenden Viehstandes der Acker verbessert werden müsse . Dies durchzuführen , war es nötig , immer neue Menschen heranzuziehen , die , nachdem sie einmal da waren , auch untergebracht werden mußten . Und so entstand in kürzester Frist eine ganze Straße von Arbeiterwohnungen : einundzwanzig Familienwohnhäuser , jedes einzelne zu vier Familien . Es konnte nicht ausbleiben , daß bei diesem beständigen Wachsen von Gentzrode das Interesse der Gentzschen Familie ganz in dieser Lieblingsschöpfung aufging , und schließlich dahin führte , wenigstens den Aufenthalt in Sommertagen » draußen « zur Hauptsache , den drinnen in der Stadt zur Nebensache zu machen . Es war dies eine sehr glückliche Zeit , die zuletzt allseitig den Wunsch entstehen ließ , Gentzrode nicht bloß als Villeggiatur der Familie , sondern als Wohnsitz überhaupt anzusehen . Dazu war aber ein Hausbau ganz unerläßlich . Alexander Gentz selbst hat sehr anschaulich über diesen Zeitabschnitt und wie sich schließlich die Notwendigkeit eines Wohnhauses herausstellte , berichtet : » Durch eine Reihe von Jahren hin « , so schreibt er , » hatten wir uns mit der Stube des Inspectors begnügt und darin ein gelegentlich mehr als gemüthliches Dasein geführt . Versuchte beispielsweise der Inspector mit seiner schreienden Stimme Wirthschaftsangelegenheiten zu behandeln , so war gewiß ein Torfmeister da , der mit seinen Berichten aus dem Luch dazwischenfuhr . Und damit nicht genug . Das Mädchen kam klappernd mit den Tassen in die Stube , während meine Frau den Kaffeetisch arrangirte . Mäntel und Fußsäcke hingen zwischen Jagdgewehren und