vom Traume . 8. Fürstin , Kanzler ziehen fort . Die Künstler bleiben . DICHTER . Wie die Fürstin es befohlen Sorget für ein Trauerfest . MUSIKER . Meine Zeit ist nicht gestohlen , Sorgen Sie erst für das Best . BILDHAUER . Wie konnten Sie so dumm sein und die Fürstin so fortgehen lassen , ohne ihr einen Überschlag der Kosten zu machen , wenn wir dem neuen Gotte einen Tempel wirklich erbauen sollen . DICHTER . Meine Tränen , wer kann sie bezahlen , Meine Worte ach , wer kann sie hemmen ? MUSIKER . Meine Noten laß ich mir bezahlen , Also werden Sie sich auch bequemen . KAMMERDIENER . Die Fürstin hat mir die Vollmacht gegeben , alles Notwendige zu dem Denkmale zu berichtigen . BILDHAUER . Was ist nun für Not ! Viktoria , es lebe , ich wollte sagen , es sterbe der Herr Hylas . MUSIKER . Pereat . MALER . Dreimal tief . DICHTER . Alle andern ziehen lachend , Von dir fort , du schöner Gott , Böse Zeit , wo Schönheit Spott ; Mich begeistre bei dir wachend , Daß ich wieder neubelebe Dieses Herz , das ganz gestillt , Oder daß ich toderfüllt Mit dir zu dem Äther schwebe . Während der Vorlesung waren die Reisenden in den schlimmsten Teil der Pontinischen Sümpfe gefahren ; ferne brauste das Seewasser durch den Felsenrachen ins Meer zurück , aber es stand noch überall in kleinen Lachen von farbiger Schlangenhaut überzogen ; bleiche Menschen beschäftigten sich mit der Straßenbesserung , und erinnerten die Reisenden sich nicht dem Schlafe zu überlassen , weil er tödlich , und doch umflog der Schlaf hier so unablässig mit seinen Nachtfaltern das Haupt , daß jeder mit stetem Bewegen sich dagegen zu verteidigen bemüht war . Der Minister aber versicherte , wenn die Poesie sie nicht einmal gegen den Schlaf sichern könne , so wäre sie zu gar nichts wert , und damit wurde dem Kammerjunker aufgetragen , noch etwas mitzuteilen , etwa eine Geschichte , worin die Verschiedenheit des Alters in Freundschaft , Haß , Liebe recht wunderlich zwischenträte . - Der Kammerjunker versicherte , daß er nach einer sonderbaren Bergwerksgeschichte eine eben so sonderbare Ballade geschrieben , die er hersagen könne . Des ersten Bergmanns ewige Jugend Ein Knabe lacht sich an im Bronnen , Hält Festtagskuchen in der Hand , Er hatte lange nachgesonnen , Was drunten für ein neues Land . Gar lange hatte er gesonnen Wie drunten sei der Quelle Lauf ; So grub er endlich einen Bronnen , Und rufet still in sich : » Glück auf ! « Ihm ist sein Kopf voll Fröhlichkeiten , Von selber lacht der schöne Mund , Er weiß nicht , was es kann bedeuten , Doch tut sich ihm so vieles kund . Er höret fern den Tanz erschallen , Er ist zum Tanzen noch zu jung , Der Wasserbilder spiegelnd Wallen Umzieht ihn mit Verwandelung , Es wandelte wie Wetterleuchten Der hellen Wolken Wunderschar , Doch anders will es ihm noch deuchten , Als eine Frau sich stellet dar : Da weichen alle bunten Wellen , Sie schauet , küßt sein spiegelnd Bild , Er sieht sie , wo er sich mag stellen , Auch ist sie gar kein Spiegelbild . » Ich hab nicht Fest , nicht Festes Kuchen , Bin in den Tiefen lang verbannt ! « So spricht sie , möchte ihn versuchen , Er reicht ein Stück ihr mit der Hand ; Er kann es gar kein Wunder nennen , Viel wunderbarer ist ihm heut , In seinem Kopf viel Lichter brennen Und ihn umfängt ganz neue Freud ; Von seiner Schule dumpfem Zimmer , Von seiner Eltern Scheltwort frei , Umfließet ihn ein sel ' ger Schimmer , Und alles ist ihm einerlei . Sie faßt die Hand , dem Knaben schaudert , Sie ziehet stark , der Knabe lacht , Kein Augenblick sein Mut verzaudert , Er zieht mit seiner ganzen Macht , Und hat sie kräftig überrungen Die Königin der dunklen Welt , Sie fürchtet harte Mißhandlungen Und bietet ihm ihr blankes Geld . » Mag nicht Rubin , nicht Goldgeflimmer « , Der starke Knabe schmeichelnd spricht , » Ich mag den dunklen Feuerschimmer Von deinem wilden Angesicht . « » So komm zur Kühlung mit hinunter ! « Die Königin , ihm schmeichelnd , sagt , » Da unten blüht die Hoffnung bunter , Wo bleichend sich das Grün versagt . Dort zeige ich dir große Schätze , Die reich den lieben Eltern hin , Die streichen da nach dem Gesetze , Wie ich dir streiche übers Kinn . « So rührt sie seiner Sehnsucht Saiten , Die Sehnsucht nach der Unterwelt , Gar schöne Melodien leiten Ihn in ihr starres Lagerzelt . Gar freudig klettert er hinunter , Sie zeigt ihm ihrer Adern Gold , In Flammen spielt Kristall da munter , Der Knabe spielt in Minnesold . Er ist so gar ein wackrer Hauer Mit wilder Kühnheit angetan , Hat um sein Leben keine Trauer , Macht in den Tiefen neue Bahn , Und bringet dann die goldnen Stufen Von seiner Kön ' gin Kammertür , Als ihn die Eltern lange rufen Zu seinen Eltern kühn herfür . Die Eltern freuen sich der Gaben Und sie erzwingen von ihm mehr , Viel Schlösser sie erbauet haben Und sie besolden bald ein Heer : Er muß in strenger Arbeit geben , Worin sie prunken ohne Not . Einst hört er oben festlich Leben , Den trocknen Kuchen man ihm bot . Da kann die Kön ' gin ihn nicht halten , Mit irdisch kaltem Todesarm , Denn in dem Knaben aufwärts wallten , So Licht als Liebe herzlich warm . Er tritt zum Schloß zum frohen Feste , Die Eltern staunen ihn da an , Es blickt zu ihm der Jungfraun Beste , Es faßt ihr Blick den schönen Mann , Im Bergkleid tritt er mit zum Tanze Und hat die Jungfrau sich