Posten erforderlich , welche wir ausstellten , nämlich auf die vor uns und auf die hinter uns liegende Höhe und den dritten rechts in die schon erwähnte Enge unsers Thales . Es schien also eine Ueberrumpelung ganz unmöglich zu sein , und in diesem Gefühle legten wir uns sehr zeitig schlafen , um früh gut ausgeruht zu haben , denn infolge der Drohung des Scheikes hatten wir anzunehmen , daß der morgende Tag ein anstrengender und gefährlicher für uns sein werde . Dieser Mann that jedenfalls alles mögliche , seinen Schwur ganz und baldigst in Erfüllung gehen zu lassen ! Während uns dies natürlich Sorgen machen mußte , waren wir heut in Beziehung auf die Sicherheit unseres Lagerplatzes vollständig beruhigt . Wir hatten einen wunderbaren Sternenhimmel ; es war bedeutend heller als gestern und vorgestern abend , und so hätten unsere Wächter blind oder sehr nachlässig sein müssen , um den Beni Khalid einen Ueberfall zu ermöglichen . Ueberhaupt war diesen letzteren die Stelle , an welcher wir lagen , höchst wahrscheinlich nicht bekannt . Ich schlief sehr tief und traumlos , bis ein Ruf erscholl , der mich weckte . Noch aber hatte ich die Augen nicht geöffnet , so vervielfältigte sich dieser Ruf zu einem vielstimmigen Geschrei , welches von den Lippen sämtlicher Haddedihn kam . Ich wollte aufspringen , konnte aber nicht , denn es hatten sich zwei , drei , vier Gestalten auf mich gestürzt , welche alle ihre Kräfte anwendeten , mich niederzuhalten . Der Schlaf war mir da so vollständig aus den Augen vertrieben , daß er sie nicht mehr trübte . Ich schnellte mich empor , um um mich blicken zu können , wurde zwar sofort wieder niedergerissen , hatte aber doch genug gesehen . Es wimmelte von Beduinen rund um uns her ; es waren ihrer so viele , daß jetzt , da sie uns einmal hatten , der Widerstand gradezu Wahnsinn gewesen wäre und uns nur zum Untergange hätte führen müssen . Darum schrie ich so laut wie möglich : » Ergebt euch , ihr Haddedihn ! Ich , Akil Schatir Effendi , sage es euch . Ich ergebe mich auch ! « » Ich auch ! « erschallte hierauf Halefs Stimme . - » Wehrt euch nicht ! Ich befehle es euch ! « Hierauf streckte ich mich aus und ließ mich binden . Es gab noch ein nur kurzes Durcheinander rund umher , dann war es still . Diejenigen Haddedihn , welche der Widerstand von ihren Plätzen getrieben hatte , wurden wiedergebracht . Wir lagen alle , alle beisammen , und unsere Sieger setzten sich so , daß sie uns in ihrer Mitte hatten . Nun , da ich ungehindert Umschau halten konnte , sah ich , daß bei dem Tachtirwan , welcher sich natürlich an einer von uns abseits liegenden Stelle befand , drei Beduinen standen , welche ihn in Schutz genommen hatten . Das war eine Rücksicht , welche man den Beni Khalid , besonders aber ihrem Scheik , gar nicht hätte zutrauen sollen ! Ich bemerkte ihn . Er bewegte sich die Reihe seiner Leute entlang hin nach der Sänfte , um sich dort nach irgend etwas zu erkundigen . Dann kam er auch zu uns . » Welcher von euch ist der Scheik der Haddedihn ? « fragte er . » Ich bin es , « antwortete Halef . » Welcher ist der fremde Effendi ? « » Ich , « sagte ich . Seine Stimme klang ganz anders als die Stimme Tawil Ben Schahids ! Er fuhr fort : » Welcher ist der Basch Nazyr aus Meschhed Ali ? « » Hier liege ich , « rief der Perser . » Hört , was ich euch sage : Wenn ihr drei mir euer Ehrenwort gebt , nichts ohne meine Erlaubnis zu unternehmen so lasse ich euch wieder losbinden . Antwortet mir ! « Das war ja wunderbar ! Dieser Mann hatte nicht Tawils Stimme und - das bemerkte ich erst jetzt - auch nicht ganz seine Gestalt . Wer war er ? Ich dachte bei dieser Frage an die Kundschafter , welche kurze Zeit bei uns am Brunnen gewesen waren . » Sprich du zuerst , Sihdi ! « forderte mich Halef auf . Ich antwortete : » Ich gebe mein Ehrenwort , doch einstweilen nur für so lange , wie wir uns an diesem Orte befinden . Für länger können wir uns nicht verpflichten , weil wir nicht wissen , wer diese Leute sind , warum sie uns überfallen haben und was sie mit uns beabsichtigen . Verhalte dich also wie ich ! « » Gut ! Auch ich gebe mein Ehrenwort , aber auch nur für die Zeit , welche der Effendi jetzt angedeutet hat ! « erklärte Halef . Und der Perser folgte diesem Beispiele : » Ich ebenso ! « » Das genügt mir vollständig , « sprach der Anführer . » Bindet also diese drei Männer wieder los ! « Er that es nicht selbst ; sein Befehl wurde von dreien seiner Leute ausgeführt , während er unbeweglich vor uns stand . Als es geschehen war und wir uns zum Sitzen aufgerichtet hatten , setzte er sich uns gegenüber nieder und machte uns die Mitteilung : » Ich bin Abd el Idrak154 , der Scheik der Beni Lam . « Er machte das , was man eine Kunstpause nennt , um seinen Worten Zeit zu lassen , die beabsichtigte Wirkung auf uns auszuüben . Diese Wirkung blieb auch gar nicht aus . Also mit den Beni Khalid hatten wir es nicht zu thun ! Aber konnten wir nicht dadurch aus dem Regen in die Traufe gekommen sein ? Die Beni Khalid hatten wir kennen gelernt , die Beni Lam aber noch nicht ! Aber daß grad uns dreien , den Anführern , die Fesseln gleich wieder abgenommen worden waren , das gab uns doch wohl die Berechtigung , unsere jetzige Lage für keine allzu schlimme zu halten . Diese