Meierei , die dem Jagdschlosse seines Vaters Rappolt glich . Unter einem hellen Himmel zog ein hellgrüner Kastanienwald in Frühlingsblüte die Berge hinauf , er dachte seiner Tagesarbeit und ging an den hohen Ruinen vorüber , welche den Weg bezeichneten , und auf jedem fand er einige alte Münzen , Henkeltaler , Denkmünzen , die er zu sich steckte und der Frau brachte , die mit ausgebreiteten Armen auf ihn zueilte . Indem er sie an sich drücken wollte , fühlte er sich von einem Paar Armen umschlungen , er meinte seinen Traum wirklich , aber leider hatte sich im Erwachen die schöne Gestalt in die der Wirtin verwandelt . Anton wußte seinen Verdruß nicht anders zu verbergen , als daß er heftig über seine Wunde schrie . Die Wirtin fürchtete ihn bei ihrer Annäherung verletzt zu haben und suchte ihn zu beschwichtigen mit den zärtlichsten Umhalsungen . Da trat Doktor Faust mit einer Nachtlampe herein und schimpfte mit einer Wut , die schwer zu erklären war , auf die Hauswirtin und gebot ihr sich augenblicklich zu entfernen . Die Wirtin verstand keinen Spaß , sie fiel schimpfend den heftigen Doktor mit der Schärfe ihrer Nägel an und verwickelte sich bald so grimmig in seinen Haaren , daß er seinen Diener Mephistopheles zu Hülfe rief . Der Diener trat mit einer Ofengabel herein , setzte die Wirtin mit wunderlicher Geschicklichkeit darauf und führte sie von dannen , worauf der arme Doktor nach seinem Zimmer sich zurückzog , um die Nägelmale auszuwaschen und mit Zündschwamm zu verbinden . Anton konnte nun wieder schlafen , aber sein schöner Traum kam nicht wieder , denn es war ein Traum der Liebe . Am andern Morgen war jedermann so verstört im Hause , als wäre in der Nacht Feuer gewesen und jeder hätte beim Retten seine Sachen verlegt . Doktor Faust hatte ganz frühzeitig schon den Wirt zu sich gerufen und ihm das schlechte Betragen seiner Frau mitgeteilt ; der Wirt konnte sich vor Bosheit kaum fassen , daß seine Frau sich an einen Menschen hänge , der ihn nicht bezahle und seine Hosen auftrage , » Sakrifingerhut « , schrie der kleine Knirps , » sie soll es mir heute bekommen ! « Indem er dies gesprochen , trat die Wirtin scheltend herein : » Fauler Esel , will Er hier schwatzen , will Er sich gleich herunterscheren , es ist der Junker Blaubart ganz betrunken angekommen und ich habe heute keine Lust einen Schritt zu tun für die Fremden . « » Gleich , gleich « , sagte der Mann ; sie drehte sich um und er schlug leise ein Schnippchen hinter ihr , daß es Faust sehen konnte . In dem großen gewölbten Wirtszimmer wurde bald ein ungemeiner Lärmen , als würde ein Turnierrennen darin gehalten . Der Junker hatte sein Pferd mit hereingezogen , weil er den Stall zu schlecht gefunden hatte . Der kleine Wirt war auf die Fensterbekleidung vor Angst gesprungen , der Junker aber hatte sich auf sein Roß geschwungen und ließ sein Pferd die Schule machen . Die Gasse stand bald voll Menschen , die diesem außerordentlichen Schauspiel zusehen wollten und darüber die blinden Fenster einschlugen ; der Junker gefiel sich immer mehr in seiner Pracht , je mehr die Wirtin und der Hausknecht dazu in die Jammerposaune stießen . Anton war erst von diesem Augenblicke herzlich ergötzt , insbesondere als der Junker mit seiner Lanze die Henkelkrüge sehr geschickt herunterturnierte , die in feierlicher Ordnung auf einer Seite des Saales an der Wand gereihet standen ; doch als er sie in dieser Kunstübung meist zerschmissen hatte , da tat es Anton leid , wie manchen guten Zug er damit getan , und befahl dem Junker , der Krüge zu schonen . Dem Junker kam dieser Zuspruch sehr ungelegen , er legte die Lanze gegen Anton an , der sie aber sehr geschickt mit der Hand packte und zerbrach . Als der Junker sich noch nicht zufrieden geben wollte , sprang Anton mit großer Gewandtheit unter den Gaul , packte die Vorderbeine zusammen und drängte ihn gegen die Tür , daß der Gaul die Stufen mit ihm herunter in den Torweg stürzte und der Junker vom Bogen der Tür aus dem Sattel gehoben auf dem Kampfplatze einsam zurückblieb . Gleich stürzte die Wirtin auf den Junker , der erst sehr betäubt vom Falle sich nicht wehren konnte , der Hausknecht faßte seine Hände , der Wirt holte einen Strick und so wurde er schnell geknebelt , worauf Anton ihn wie ein grimmiges Wickelkind auf das Rathaus trug , um die ganze Angelegenheit zu den Akten zu legen . Der Aktuarius sah mit Schrecken , wie er den Junker einheften sollte , doch machte er sich unnütze Mühe ; ein Vetter des Junkers , der im Rate saß , befreite ihn mit einem derben Verweise und nahm ihn in sein Haus zu einer großen Gastierung . Hier wurde von des Ratsherrn Tochter der ganze Vorfall dem Junker Blaubart , der sie eben heiraten wollte , so hart vorgerückt , daß er sich an dem vierschrötigen Kerl , - so nannte er Anton - ernstlich zu rächen beschloß . Dieser saß eben beim Nachtische , der in einigen Rettichen bestand , und schnitzte in Gedanken Taler , als ihm durch des Junkers Knaben ein Ausforderungsbrief für den morgenden Tag , wo er sich schon der Wirtin , den Schuldnern und dem Teufel verschrieben hatte , abgegeben wurde . Er versprach sich einzufinden und bat den Doktor nachher ihm Waffen zu leihen , der aber durchaus nichts davon wissen wollte , sondern ihn zärtlich küssend an seine Gesundheit und an die Verpflichtungen erinnerte , die er gegen ihn übernommen . Die Not bestürmte jetzt Anton von allen Seiten , von Seger erhielt er keine Nachricht , die Wirtin scherzte schon mit widerlicher Zärtlichkeit von der Nacht , die der nächsten folgen solle ; der Wirt sah so spöttisch auf seine Hosen , als ob er selbst schon drin zu