licht , Dem neuen Tage strahle ich entgegen , Der aus den Fluten sich so kräftig dränget . Nein ich gehör nicht mehr dem neuen Tage , Er zwingt mich nicht zu glauben an sein Licht , Das nur ein Gegenschein von meiner Liebe . Bald werf ich mich der Sonne froh entgegen , Damit ich selbst der weiten Welt erscheine . - Noch einmal denk ich alles Glücks allhier ! Seit mich die Fürstin in die Arme nahm , Da fiel des Glückes Tau so reichlich mir ; So unersättlich ich darin auch schwelgte , Ich frage nicht , ob es auch dauern könne , Wär es das Glück , wenn Zeit zum Umschaun bliebe ; Es reißt uns an den Haaren in die Höh Und läßt uns dann in öde Tiefen fallen , Wie Steine unter meinen Tritten fallen , Und schallen in dem bodenlosen Meer . Lebt wohl ihr Blumen , die ich lieben lehrte , Hier unter euch , da sah ich sie verschwinden In meines Abschieds trüber Dunkelheit ; Bald wird es Tag von einem neuen Lichte Und werd ich Licht , wenn ich dem Meer entsteige , So fall ich hier in ihre holden Augen ! Ihr Tauben , meiner Liebe sanfte Boten , Ich glaub mit euch zu fliegen übers Meer , Ich seh ins ewig Ruhelose freudig , Das steigend fällt und fallend steigt , O nimm mich auf , ich bin wie du ! Er stürzt sich mit ausgebreiteten Armen ins Meer , dem die Sonne entsteigt . 6. Die Fürstin und der Kanzler FÜRSTIN . Sie kennen mich , daß ich nie mehr gesagt , Als ich vollführen kann ; ich kenne Sie , Daß Sie nicht wiederholen mögen , was Vergebens bleibt . Mein Schluß bleibt immer fest . Dem Throne zu entsagen ist mir leicht ; Von Ihnen wird der Abschied schwer , mein Freund . KANZLER . Mich hält , ich weiß nicht welche Hoffnung fest , Daß sich Ihr harter Sinn noch läßt erweichen ; Umsonst gewirkt zu haben ist so schwer , Uns beide trifft das , wenn es dabei bleibt . FÜRSTIN . Ich hab gelebt , seit ich nicht mehr gewirkt , Versuchen Sie in gleichem Sinn zu leben ; Dann frag ich Sie , ob Sie nicht gern entsagen . KANZLER . Ich bin zu alt zu einem neuen Leben . Es läßt sich Liebe nicht so leicht erwerben , Was nicht erworben , läßt sich nicht bewahren . FÜRSTIN . Ich bin auch älter als mein schöner Hylas ; Ich sterbe früher , weil ich älter bin : So überlebt mich herrlich meine Liebe . O Hylas komm , nach solchen ernsten Worten Bedarf ich deiner Töne leichtes Spiel , Und deiner Züge viel bedeutend Bild . KANZLER . Ich höre an dem Meere Klagetöne . FÜRSTIN . Es ist so mancher Unglücksfall am Meer . Mein Hylas komm ! Er hat ein zart Gemüt , Und vor der Trauer muß ich ihn bewahren ; Er ist so klar , so froh wie jene Sonne , Die aus den Wellen hellgebadet steigt . 7. Die Künstler tragen die Leiche des Hylas nach dem Hause . DER DICHTER . Setzet nieder eure Bürde , Schweigt im ernsten Trauerhaus , Wohl geziemt sich Ernst und Würde , Wo die Schönheit lischt in Graus . Wo die Wärme ist verschwunden , Kommt der öde Winterschlaf , Alle Stärke ist geschwunden Alle Glieder sinken schlaff . FÜRSTIN . Keinen Toten kann ich sehen , Helfen kann ich ihm doch nicht , Kann zur Hülfe was geschehen , Sorgt , daß ja nichts hier gebricht . Gern will ich ihm Obdach schenken , Bis die Erde ihn verschließt , Doch mit anderen Geschenken Wär ich lieber heut begrüßt . DICHTER . Sehnlich wirst du nach ihm sehen , Und in den erblaßten Zügen Les auf einmal alles Wehe , Kenne wieder dein Vergnügen . FÜRSTIN . Sagt , wer ist es denn gewesen , Daß ihr mich wollt zu ihm ziehen . DICHTER . Ach das schönste aller Wesen , Selbst der Tod ist in ihm Blühen . FÜRSTIN . Wehe , wehe , Hylas , Hylas ! Ach das ist mein Hylas nicht , Denn er hört nicht , Hylas , Hylas ! Blaß ist auch sein Angesicht . Kalt die Lippen , und gebrochen Ist der Augen Feuerschein , Tausend Tränen in den Locken , Ach er ist nun nicht mehr mein ! KANZLER . Ist kein Mittel ihn zu retten ? DICHTER . Alles ist umsonst versucht ! Ach wer kann das Leben retten , Das vor sich in eigner Flucht ; Denn die Arme ausgebreitet , Stürzte er sich selbst ins Meer . FÜRSTIN . Welcher Gott hat ihn geleitet , Und verwundet mich so schwer . KANZLER . Fürstin , seht des Schicksals Willen , Dem der schöne Knabe fiel . FÜRSTIN . Sterbend muß ich so erfüllen , Was für meine Kraft zu viel . KANZLER . Traurend konntest du beglücken Schöner Gott , der hier verbannt , Mochtest oft zum Himmel blicken , Heimwärts hast du dich gewandt . Fallet alle vor ihm nieder , Seine Seele strahlt im Meer , Gebt den Staub dem Staube wieder , Dieser Leib war ihm zu schwer . Ihm zum Tempel sei geweihet Dieses Schlosses weiter Raum , Daß die schöne Kunst erneuet , Was im Leben flücht ' ger Traum . FÜRSTIN . Führe mich , du weise Stärke , Ich gehorche deinem Rat , Tränen sind nun meine Werke , Jammer meine einz ' ge Tat . DIE SCHWALBEN . Wir versuchen die jungen Flügel An dem grünenden Grabeshügel , Schlagen mit schwarzem Flügel die Luft , Streifen vorüber im Morgenduft ; Singen einander mit fröhlichem Munde , Unser Leben , das mißt nicht die Stunde , Einmal erscheinet ein Morgenrot Weht in der Asche , leuchtet im Tod , Netzet die Flügel im Meeresschaume Und wir erwecken euch alle