Bewandtniß , oder ist er auch da wie die anderen , zum Fortschicken ? - Das Letztere sollte mich freuen , und da käme es mir auf ein paar Thaler nicht an . « Meister Schwemmer zuckte die Achseln und versetzte : » Den gäbe ich Euch gern umsonst , das ist ein unbändiges Geschöpf . Ich fürchte immer , er zündet uns noch einmal das Haus über dem Kopfe an . - Aber ich darf nicht , ich muß ihn behalten ! « » Wie so ? « fragte Mathias . » Was hat ' s da für einen Haken ? « » Das läßt sich nicht gut sagen , und ist das eine ganz eigenthümliche Geschichte , über die ich selbst noch nicht recht im Klaren bin . Der Bube da hinten hat , so viel ich merke , eine sehr vornehme Mutter ; Ihr könnt das auch wohl dem ganzen Gestell des Kindes ansehen ; sein kleiner geschmeidiger Körper ist allerliebst gewachsen , sein Gesicht hat eine schöne Form und seine Hände und Füße sind zart und klein . « » Das ist wahr , « sagte Mathias nachdenkend . » Und dabei hat die Kröte schon eine erstaunliche Kraft ; ich habe das vorhin gemerkt . « » Wißt Ihr , unsereins , « fuhr Meister Schwemmer fort , » dem so viel dergleichen Bälge durch die Hand gehen , merkt gleich am Ganzen , ob etwas dahinter ist oder nicht . Man sieht ' s an der Figur , am Gesicht , ja an der Art des Schreiens . Das Meiste nun , was zu uns kommt , ist Halbblut , wißt Ihr : vornehmer Vater oder vornehme Mutter . Der Bube aber ist Vollblut , darauf könnt Ihr schwören . « » Wenn aber beide Eltern vornehm und reich wären , warum nehmen sie sich des Kindes nicht an und wollen es hier bei Euch elend verkümmern lassen ? - Nehmt mir nicht übel , aber das ist doch das Ende von all ' den armen Teufeln hier . « » Die Mutter dieses Kindes , « versetzte Meister Schwemmer , » war , wie Ihr Euch wohl denken könnt , noch ein Mädchen , als es auf die Welt kam . Der Vater konnte sie vielleicht nicht heirathen , - was weiß ich ? - genug , sie beschlossen auch , den Buben sehr gut und anständig erziehen zu lassen , setzten ihm , glaube ich , ein kleines Vermögen aus , endlich aber heirathete die Mutter dieses Knaben einen anderen , aber sehr vornehmen Herrn . « » Aha ! « machte Mathias . » Das sind aber schon einige Jahre her , und anfänglich ging Alles gut . Weiß aber der Teufel , zuletzt muß der Gemahl dieser Dame etwas über die Geschichte erfahren haben , legte sich auf Nachforschungen , ließ wahrscheinlich viel Geld springen und kam der Sache so ziemlich auf die Spur . Das erfuhr die Mutter , sie that ihrerseits ebenfalls Schritte , nahm den Buben aus dem Hause weg , wo er bisher verwahrt war , und da wurde er nun , um mich meines früheren Ausdrucks zu bedienen , durch die dritte und vierte Hand hieher zu uns gebracht . « » Aber man zahlt doch ordentlich für ihn ? « » O ja , recht ordentlich ; aber man knüpfte daran die Bedingung , ihn fest verwahrt zu halten und - « schloß Meister Schwemmer hustend und lachend - » das thun wir redlich , wie Ihr gesehen habt . « » Hol ' Euch der Teufel ! « erwiderte der Andere , » das thut Ihr freilich . Aber wie schon gesagt : nehmt Euch mit dem Knaben in Acht ! Der bricht Euch einmal aus , rennt in die Stadt und plaudert die ganze Wirthschaft aus . « » Seid unbesorgt , « meinte der Hausherr , » wir wollen ihn schon mit Hunger und Schlägen mürb machen , und wenn es nicht anders geht , so lege ich ihn an die Kette wie einen tollen Hund . Oh ! solchen Burschen sind wir noch gewachsen ! « Herr Sträuber hatte während dieser Unterredung anscheinend theilnahmlos zum Fenster hinaus geschaut , doch war ihm nicht ein Wort entgangen . - » Eine reiche und vornehme Frau , « dachte er , » die den Buben zu verbergen trachtet , und ein ebenfalls vornehmer und reicher Mann , der ihn finden möchte , - das sind ein paar Kunden , die für eine thätige Hilfe gewiß tüchtig bezahlen werden . Da wäre nur noch zu überlegen , wer am meisten springen läßt ; - und dann thäte man dabei ein gutes Werk , « tröstete er sich selber , » denn es ist doch unverantwortlich , ein Kind , das bisher gut erzogen wurde , bei solchem Schandvolke zu lassen . - Pfui Teufel ! « In diesem Augenblick öffnete sich die Thüre und die Frau Bilz trat herein . Sie sah blaß und niedergeschlagen aus , und ein aufmerksamer Beobachter hätte auf ihrem Gesichte Spuren von Thronen bemerken können und vielleicht darnach geforscht . Aber da hier Niemand war , der sich um solche Kleinigkeiten bekümmerte , so setzte sie sich stillschweigend auf ihren alten Platz an das Fenster hin , blickte gedankenvoll in die Stube und legte die Hände in den Schooß . » Jetzt können wir auch an unser Geschäft gehen , « sprach Mathias . » Ich habe nur warten wollen , bis die Frau kam , denn sie muß mich dieses Mal eine Strecke Wegs begleiten . « » Richtig ! richtig ! « versetzte Meister Schwemmer ; » wir haben Mädchen bei dem Transport , so ein Stück vier . - Also laßt hören , Mathias , was braucht Ihr noch ? « » Der von C. schrieb mir vor einigen Tagen , es sei eine passende Gelegenheit da , eine größere Anzahl hinüber zu bringen ,