bald darauf zu Bette . Morgens fanden sie sich beim Frühstück wieder zusammen , wie Gäste , die sich zufällig in der gemeinsamen Herberge kennengelernt haben . Der hinzugekommene Genosse machte dem Ehepaar keine Schande : er sah jetzt beim Tageslicht in seinem braun- und blaumelierten Rocke sehr ehrbar und wohlhabend aus und benahm sich äußerst gesetzt . Man speiste eine Milchsuppe , zu welcher der Wirt silberne Löffel auflegte . Christine schien sich bei dieser vornehmen Bewirtung behaglich zu fühlen ; sie trat ihrem Manne auf den Fuß und flüsterte ihm zu : » Das ist ein kostbarer Wirt ! « Beim Fortgehen schlug Bettelmelcher den entgegengesetzten Weg ein , gesellte sich aber bald auf der Straße wieder zu ihnen . » Nun muß man doch auch auf ein Hochzeitsgeschenk für die junge Frau mit dem achtjährigen Kopulationsschein denken « , sagte er lächelnd . » Was wär denn etwa nach ihrem Gusto ? « Christine lachte , nicht ungeschmeichelt , und erwiderte , man dürfe sich ihretwegen nicht in Unkosten stürzen . Als er aber freundlich in sie drang , zu sagen , ob sie in ihrem neuen Stande nicht irgend etwas wünsche , versetzte sie , weniger gegen ihn als ihren Mann gewendet : » E Bißle erquickt en Äderle ; ich brauch nicht viel ; wenn ich nur ein klein ' s Pfännle hätt , daß ich mir hier und da etwas Warm ' s machen könnt . « » Das ist ein bescheidener Wunsch ! « erwiderte Bettelmelcher lachend , » und doch muß man , wenn man sich auch nur bescheidentlich fortbringen will , die Augen offen haben und in viele Sättel gerecht sein . Wer träumt und dröselt , kommt nicht weit . Mit silbernen Löffeln speisen , ist wohl angenehm , nicht wahr ? Aber das kann jeder , dessen Eltern so gescheit gewesen sind , ihm eine gute Erbschaft zu hinterlassen . Wer keine so gescheiten Eltern gehabt hat , der muß selbst den Verstand brauchen . Ich möchte wohl wissen , ob die junge Frau in dem Wirtshaus da die Hälfte von dem bemerkt hat , was zu sehen und zu beobachten gewesen ist . So ein Wirt meint wunder , wie klug er seine Sachen einrichte , und vergißt alles drüber , wenn er drei Pfaffen im Kabinett sitzen hat . « » Oh , ich hab auch meine Augen « , sagte Christine , die sich durch den Zweifel an ihrer Beobachtungsgabe verletzt fühlte ; » ich habe wohl gesehen , wie der Wirt seine Löffel in ein Schublädle getan hat , nachdem sie ausbraucht gewesen sind , und wie er das Geld von uns und von den drei Herren in ein Glas in dem nämlichen Schublädle getan hat , hab auch gesehen , daß ein Goldstück in dem Glas gewesen ist . « Bettelmelcher sah sie erstaunt mit einem gewissen Ausdruck von Achtung an . » Wahrhaftig , die Frau ist nicht so - träumerisch , wie sie aussieht « , sagte er , » sie kann noch brauchbar werden . « Er schlug bald nachher einen anderen Weg ein , um , wie er sagte , seinen Geschäften nachzugehen . Das Paar setzte seine Wanderung bis in den Nachmittag fort , da stand ein alter Bettler mit weißem Bart und lang herabhängenden weißen Haaren am Wege und bat um ein Almosen . » Wir haben ja selber nichts ! « fuhr ihn Christine verdrießlich an , während ihr Mann nach einer Kupfermünze suchte . » Wenn das der Fall ist « , sagte der Bettler , » so soll mir ' s auf eine kleine Beisteuer nicht ankommen . « Mit diesen Worten zog er unter dem Wams eine kleine Pfanne hervor und überreichte sie ihr . » Sie ist zwar nicht mehr ganz neu « , sagte er , » aber ein Schelm gibt ' s besser , als er ' s hat . « » Du Spitzbub ! « rief Friedrich lachend , » diesmal hast du mich selbst getäuscht ; ich hätte dich an keinem Zug erkannt , nicht einmal an deinen nichtsnutzigen Augen . « Bettelmelcher stieß ein lustiges Gelächter aus und sprach dann eine Weile jenisch mit ihm , wobei Christine verwundert auf die fremden , seltsamen Ausdrücke hörte . Hierauf entfernte sich Bettelmelcher , und die beiden gingen weiter , bis sie ein einsames Wirtshaus am Saume eines Waldes erreichten , wo Friedrich etwas Essen und Trinken kommen ließ . Christine hatte sich schon mehrmals über Ermüdung beklagt . Nachdem er einige jenische Worte mit dem Wirt gewechselt , eröffnete er ihr , sie könne hier der Ruhe pflegen , er werde die Nacht über auf dem Anstande sein und sie den andern Morgen wieder abholen . » Ach , Frieder ! « sagte sie erschreckend , » du gehst auf kein ' Hirsch aus . Ich seh ' s wohl , du bist nicht in den besten Händen , du hast dich mit dem Spitzbuben , dem Bettelmelcher , in etwas eingelassen . « » Wenn ich dir sage , ich geh auf den Anstand , so hast du nichts weiter zu fragen « , entgegnete er streng . » Ich werd am besten wissen , was ich zu tun hab . « » Mein Herz sagt mir , du hast nichts Gut ' s vor ! « » Und wenn es auch so wär - hast du eine Glückshenne , die mir goldne Eier legt ? Oder kannst du mir ein Haus oder Geschäft in Ebersbach kaufen ? Glaubst du , der Wirt da , obwohl du sicher bei ihm aufgehoben bist , werde dich umsonst beherbergen ? Halt mich nicht unnötig auf , ich kann die Zeit nicht mit Streiten verlieren . Bleib ruhig hier , bis ich wiederkomme . « Er trank sein Glas aus und ging rasch fort . » Frieder ! Frieder ! « rief sie , ihm auf die Straße nachlaufend . Er