, So glänzest du , so scheinest du . So traure du , so sei verlassen trübe , Ja regne Tränen ohne Zahl , Wenn wandelbar einst unsre Liebe , Denn solches Glück besorgt den Fall . In wunderbar geflochtner stummer Liebe Ist so besorglich schon die Qual , Daß sie so gern zur Totenfeier hübe Den frohsten Blick zum Sternensaal . Du stiller Winter wehest schon vom Himmel , Ihr weißen Wolken , ew ' ger Schnee , Ihr zieht schon vor die Sterne mit Getümmel , Der Mond stürzt weinend in die See . Hier blüht der Garten , Lilien , deine Wangen Mit Tausendschönen mischen sich , Wo keusche Rosen schwankend überhangen , Schwül ist die Luft für mich und dich . HYLAS singt halb träumend . Der Kirschbaum blüht , ich sitze da im stillen , Die Blüte sinkt und mag die Lippen füllen , Auch sinkt der Mond schon in der Erde Schoß Und schien so munter , schien so rot und groß ; Die Sterne blinken zweifelhaft im Blauen Und leiden ' s nicht , sie weiter anzuschauen . Die Fürstin verliert sich unter Blumen ; Hylas schläft ein . 3. DER KANZLER tritt durch die Gartentüre ein . Dies ist der Fürstin Schloß , ich hab ' s erkannt Nach dem Gemälde , das sie uns gesendet , Doch kaum erreicht hat ihrer Maler Kunst Den Reichtum dieser wunderbaren Gegend , Die weit umher in nächtlicher Beleuchtung glänzet , Als sei ein ew ' ger Tag rings um sie her . Wie fühl ich mich so weich in diesem Land , Als würd ich erst in meinem Alter reif , Und grausam soll ich sie dem Land entreißen ? Ich werde alt , ich wünsche auch Genuß , Wie lange soll mich noch die öde Arbeit halten , Die in sich selber ungeheuer wächst , Da meiner Kräfte Schnellkraft sich verlieret , Daß ich sie nur im steten Kampf mag zähmen ; Wo find ich Ruhe bei geliebten Wesen ? Und meine Fürstin hat sie hier gefunden ! Ich hab nicht Weib , nicht Kinder , weh mir Armen , Und für die Liebe bin ich nun zu alt . Ja Mond , so geht es in der Welt : dem Jüngling Versprachst du viel , und so läuft alles ab . Er sieht Hylas . Welch schöner Jüngling ruht hier unterm Kirschbaum ! An diesem Bild der Fürstin , das ihn ziert , Erkenn ich ihn , es ist der schöne Grieche , Der ihre Neigung so allmächtig fesselt . Nie sah ich Schönheit in so wilder Stärke , Dir soll ' s nicht fehlen , schlafe ruhig fort , Ich reiße dich aus der Geliebten Armen , Die eher deine Mutter könnte sein . Ich führ als Vater dich ins junge Leben , Du bist geschickt zum Kriege , wie zur Liebe ; Ich fühl an dir ein väterlich Gefallen , Und muß ich dir auch heute wehe tun , Ich kann es bald als Vater dir vergüten . Wer weiß , ob du dich viel darum bekümmerst , Denn aufwärts klimmt die Neigung gar zu selten . Daß sie dich liebt , ich kann es wohl begreifen , Doch deine Neigung kann nicht dauernd sein . Ich löse schnell , was sich bald selbst vernichtet . - Die Fürstin kommt ; jetzt träge Überlegung , Jetzt weiche , mach der Überredung Platz ; Sie ist verändert unsre Fürstin hier , Hat gar nichts mehr vom alten Herrschertritte , Der schnell und fest uns oftmals glauben machte , Es käm ein fremder Held durchs Nebenzimmer . 4. Der Kanzler , die Fürstin FÜRSTIN . Wie ? Täuscht mich nicht der Lampen farb ' ger Schimmer , Sie sind es Freund , mein treuer , vielbewährter , Die Stütze unsres Landes ; bester Kanzler , Woher so unerwartet ? Um so freud ' ger Begrüß ich Sie ! Sie reicht ihm die Hand zum Küssen . KANZLER . Wohl mir , die schöne Hand Errat ich nun nicht mehr aus bloßen Zeichen , Die der Gedanken hohen Lauf mir sagen , Ich fasse sie und möchte nie sie lassen , Bis ich des Staates Zügel drein gelegt , Denn ihr allein ist folgsam jene Menge , Die mit mir durchgeht , trotzig widerstrebend Vom Diener dulden Diener selten Strenge . FÜRSTIN . O legen Sie die weisen Sprüche ab , Es steckt noch kalte Luft in allen Falten , Hier lüften Sie sich bei dem Meeresrauschen , Worin die Sterne spielend niederwallen , Hier wird die Nacht zum allerfrohsten Tage . KANZLER . Ach könnten wir das ganze Land herschwemmen , Wie eine neue Insel , und ein Volk Von Glücklichen in leichter Lust regieren ! FÜRSTIN . Regieren Sie , ich bin ein schwaches Weib , Hab nicht der Männer Sinn , nicht ihre Kraft ; Sie Freund , Sie machen ' s besser jetzt als ich , Als ich es je vermocht , ein jeder rühmt Sie . KANZLER . Gedenken Sie der letzten Briefe nicht ? FÜRSTIN . Wohl , ja , doch las ich nur den Schluß davon , Daß alle noch gesund sind , die mir lieb . KANZLER . Sie lasen nicht den Anfang dieser Briefe ? FÜRSTIN . Ich weiß seit lang , Sie machen alles recht . KANZLER . Wohl mir , daß ich zur rechten Zeit noch bringe So wichtige , bedeutungsschwere Nachricht : Ihr Bruder , gnäd ' ge Fürstin , hat ganz trotzig Sich einen Kreis von Abenteurern kühn Gesammelt ; die guten Bürger hängen noch An ihrer Fürstin , doch sie fordern schnell Die Gegenwart , die alles kann vereinen , Die Frevler ohne Blutvergießen schreckt , Die allen Guten gibt das Zutraun wieder . FÜRSTIN . Sie wähnen nun , ich würd ganz eilig kommen , Mich selbst dem allgemeinen Wohl zu opfern , Wo keiner hat den Mut , für mich zu streiten . KANZLER . Ich hab