Fundament steht : » Von den Bewohnern der Stadt Gransee , der Grafschaft Ruppin und der Priegnitz . « Die großen Eisenplatten enthalten nur ein Namensverzeichnis und zwar die Namen derjenigen , die sich um die Errichtung dieses Denkmals besonders verdient gemacht haben . Es sind : Joh . Friedrich Klagemann , Bürgermeister ; Karl Heinrich Borstell , Kämmerer ; Karl Wilhelm Metzenthin , E. Gottfried Koch , Joh . Andreas Werdermann , Johann Jakob Scheel , Ratsmänner ; Johann Jakob Gentz , Vorsteher der Stadtverordneten ; Friedrich Christian Ludwig Emil von Zieten auf Wustrau , Landrat ; Karl Friedrich Schinkel , Baumeister . Am 19. Oktober 1811 wurde das Monument im Beisein des damals zehnjährigen Prinzen Karl von Preußen enthüllt . Sooft der König später , bei Gelegenheit seiner Besuchsreisen nach Neu-Strelitz , Gransee passierte , ließ er den Wagen an dieser Stelle halten . Am Abend des 19. Juli 1860 , also am fünfzigjährigen Todestage der Vollendeten , wurde bei Fackelschein und unter dem Geläut aller Glocken , eine liturgische Andacht an eben diesem Denkmal abgehalten . Nicht nur Stadtbewohner , auch Angehörige des Kreises waren in großer Zahl erschienen . Und wie Gransee durch dieses Denkmal sich selber ehrte , so glänzt auch sein Name seitdem in jenem poetischen Schimmer , den alles empfängt , was früher oder später in irgendeine Beziehung zu der leuchtend-liebenswürdigen Erscheinung dieser Königin trat . Die moderne Historie weist kein ähnliches Beispiel von Reinheit , Glanz und schuldlosem Dulden auf , und wir müssen bis in die Tage des früheren Mittelalters zurückgehen , um Erscheinungen von gleicher Lieblichkeit ( und dann immer nur innerhalb der Kirche ) zu begegnen . Königin Luise dagegen stand inmitten des Lebens , ohne daß das Leben einen Schatten auf sie geworfen hätte . Wohl hat sich die Verleumdung auch an ihr versucht , aber der böse Hauch vermochte den Spiegel nicht auf die Dauer zu trüben . Mehr als von der Verleumdung ihrer Feinde hat sie von der Phrasenhaftigkeit ihrer Verherrlicher zu leiden gehabt . Sie starb nicht am » Unglück ihres Vaterlandes « , das sie freilich bitter genug empfand . Übertreibungen , die dem einzelnen seine Gefühlswege vorschreiben wollen , reizen nur zum Widerspruch . Das Luisendenkmal zu Gransee hält das rechte Maß : es spricht nur für sich und die Stadt und ist rein persönlich in dem Ausdruck seiner Trauer . Und deshalb rührt es . Gentzrode 1 1 Von der Gründung Gentzrodes 1855 bis zum Tode von Johann Christian Gentz 1867 Im Winter 1888 auf 89 war es , daß unsere Zeitungen , bei Gelegenheit einer in Berlin stattfindenden » Großen Weinausstellung « eine kurze Notiz über ein den » Delegierten zur Ausstellung « gegebenes Fest brachten , welches Fest mit einem Jagdausfluge nach dem Rittergute Gentzrode , halben Wegs zwischen Ruppin und Rheinsberg , abgeschlossen habe . Und in der Tat seitens des Herrn F. W. Nordenholz , ehemaligen Bremensischen Konsuls in Argentinien , waren die Weindelegierten , darunter eine große Zahl portugiesischer Gäste , nach dem oben genannten Rittergute hin eingeladen worden , in der ausgesprochenen Absicht , die » Herren aus dem Süden « mit einer nordischen Jagdszenerie , den verbleibenden deutsch-preußischen Rest der Gesellschaft aber mit einer nach der landwirtschaftlichen Seite hin ganz eigentümlichen Neuschöpfung ( in manchem noch eigentümlicher als der Fürst Pücklerschen in Muskau ) bekannt zu machen . Von dieser Neuschöpfung hab ' ich in nachstehendem zu berichten . * Gentzrode liegt auf dem Plateau , bzw. am Abhang einer Sanddüne , die seit unvordenklichen Zeiten den Namen der » Kahlenberge « , ja , an einer Stelle sogar des » Kranken Heinrich « führt , ein Terrain , ganz nach Art der 1848 historisch gewordenen Berliner » Rehberge « : Sand und wieder Sand , von nichts unterbrochen als von einem gelegentlichen Büschel Strandhafer und jenen nesterartigen Löchern , die die vordem hier zahlreichen Krähen aufzukratzen pflegten . So waren die Rehberge und so waren auch die Ruppiner Kahlenberge , welche letzteren , außerdem noch , in mittelalterlicher Zeit einen aus Feldstein aufgemauerten Lug-ins-Land trugen , die » Kuhburg « , von der aus ein Wächter nach allen Seiten hin Umschau hielt und Meldung machte , wenn die » Quitzowschen « oder ihresgleichen , wie dies mehrfach geschah , im Anzuge waren . Anfang dieses Jahrhunderts existierten noch die Fundamente dieser » Kuhburg « und als neuerdings an der alten Turmstelle nachgegraben wurde , fand sich der Burgschlüssel einige Fuß tief im Sande . Das war 1855 , in welchem Jahre Johann Christian Gentz , über den ich Seite 124 berichtet , diese Sanddüne ( die » Kahlenberge « ) gekauft hatte , von vornherein mit der Absicht , eine Oase daraus zu machen . Als er beim Graben den eben erwähnten Burgschlüssel fand , lächelte er und sah darin eine Gewähr , daß diese Stelle nun seine sein sollte . * Die Kahlenberge , wie hervorgehoben , waren nur ein Sandplateau ; nichtsdestoweniger machte der Ankauf dieses halb wertlosen Terrains ( der Morgen wurde anfangs nur mit sechs Taler bezahlt ) große Schwierigkeiten . Diese Schwierigkeiten entstanden daraus , daß es Stadtland war , an dem viele Ruppiner Bürger strichweis ihren Anteil hatten , so daß beispielsweise mit einhundertundachtzehn Partnern verhandelt und ebensoviel Tauschverträge zustande gebracht werden mußten . Schließlich waren einige tausend Morgen erworben , aber ehe das Gesamtareal beisammen war , gingen die zuerst erstandenen und bereits urbar gemachten Teile schon wieder durch allerlei Prüfungen und Gefahren . Diese Gefahren waren Wassers- und Feuersnot . Was zunächst die Wassersnot angeht , so muß vorauf bemerkt werden , daß es keine Not durch , sondern eine Not um Wasser war . Gleich in den ersten Jahren wurd ' es eine Lebensfrage für Gentzrode , ob es möglich sein werde , das erforderliche Wasser zu beschaffen . Man hatte bis dahin nur einen Regentümpel , nur eine primitive Zisterne . Damit war nichts zu leisten , und immer unerläßlicher erwies sich die Herstellung