. Und ist bloß , daß sie jetzt achtzehn geworden und die Tochter vom Hause sein muß . Und wenn sie was sagt , so muß es gelten , und wenn ' s auch der Joost wär , und muß gelten ohne Streit und Widerrede . Denn viele Köche verderben den Brei . Wobei mir die Küch in den Sinn kommt , die doch immer die Hauptsache bleibt . Und da bleibst du , da hat dir keiner dreinzureden , keiner , auch die Hilde nicht . Und ich werd es ihr ernsthaft sagen und ihr anbefehlen , daß alles beim alten bleibt ... Du verstehst ? « » O wohl , ich versteh . « » Und das war es , Grissel , was ich dir sagen wollte . Vor allem aber denk ich , wir bleiben gute Freunde . Nicht wahr ... ? Und was hast du denn für heut abend ? « » Ich dacht , ' nen Schlei . « » Ei , das ist gut ! Aber mit Dill , wie du ' s immer machst . Und nicht blau geschreckt , wie die Hilde neulich . Aufgepaßt , sag ich , und laß dir nicht dreinreden ! Es bleibt alles , wie ' s ist , und das Küchel soll nicht klüger sein als die Henne . « 7. Kapitel . Hilde flicht eine Girlande Siebentes Kapitel Hilde flicht eine Girlande Beim Abendessen zeigte sich Baltzer auffallend gesprächig , wie wenn er etwas gutmachen wolle ; Grissel aber sagte kein Wort und verblieb auch in ihrem Schweigen , als sie mit Hilden in die Kammer hinaufgestiegen war . Es fiel indessen nicht auf – sie hatte Launen – , und erst am anderen Morgen , als es an ein Um- und Einrichten ging und der Heidereiter die Treppe hinaufrief : » Ja , Hilde , du sollst nun allein sein ! « , wußte diese , was es mit der Grissel und deren Schweigsamkeit auf sich habe . Der ganze Hergang erfüllte sie mit einem Zwiespalt . Aus ihr selber heraus würd ihr der Gedanke solcher Trennung nie und nimmer gekommen sein , am wenigsten als Wunsch ; andererseits war es ihr nicht unlieb , es ohne ihr Wissen und Zutun geschehen zu sehen , und weil ihr Verstellung und Lüge fremd und zuwider waren , so sagte sie nur : » Ich werde dich oft vermissen , Grissel , ängstlich und furchtsam , wie ich bin . « Aber diese , die gerade zwei von den großen Einlegebrettern ihrer Bettlade zusammenklappte , tat , als habe sie nichts gehört , kommandierte vielmehr mit lauter Stimme weiter und knickste , wenn Joost nach diesem oder jenem fragte , wie besessen in die Welt hinein und sagte : » Joa , mien leew Joost , ick weet et nich ; doa möten wi dat Frölen froagen . « Endlich aber hatte der Lärm ein Ende , wenn auch freilich nicht der Ärger , und als Grissel eine Stunde später mit der Hand an die Küchenwand fühlte , neben der jetzt ihr Bett stand , sagte sie : » Föhl moal , Joost ; nei , hier , disse Stell ; hübsch woarm is et ; un alle Morjen de Sünn dato . Na , frieren werd ick joa nich . « Und in solchen Spitzen und Spöttereien , die sich abwechselnd gegen Baltzer und gegen Hilde richteten , ging es den ganzen Tag , bis sie sich am Abend auf ihr Bett warf und wieder erbost an der warmen Wand herumtastete , fest entschlossen , ein halbes Jahr lang nicht zu sprechen und dem » Frölen « das Leben und die Herrschaft so sauer wie möglich zu machen . Und es würd auch so gekommen sein – an ihrem guten Willen gebrach es nicht – , wenn es Hilden im entferntesten eingefallen wäre , Befehl und Herrschaft üben zu wollen . Aber ihrer Natur entsprach viel , viel mehr eine Gleichgültigkeit dagegen , und dieser ihr eigentümliche Zug entwaffnete Grissels Zorn in so hohem Grade , daß sie bei bestimmter Gelegenheit zu Joost sagte : » Hür , Joost , ick kann ehr doch nich gramm sinn . He wull wat ut ehr moaken ; awers se will joa nich . Un dat möt woahr sinn , se hett wat Fines . « Und so klang es denn eine gute Weile zwischen den beiden wieder ein , und es hätte vielleicht Bestand gehabt und wäre ganz wieder eingeklungen , wenn nicht der Melcher Harms oben auf den Sieben-Morgen gewesen wäre , zu dem Hilde jetzt öfter noch als früher hinaufstieg und länger noch als früher verweilte . Das verdroß Grisseln , die ' s nicht ertragen konnte , sich so beiseite gedrängt und um den Ruhm ihrer Weisheit und ihrer alten Geschichten gebracht zu sehen , und als eines Tages unsere Hilde zu Martin , der es gleich weiterplauderte , gesagt hatte : » Sieh , Martin , die Grissel gackert doch bloß wie die Hühner , aber unser alter Melcher Harms oben , der ist wie der Weih auf Kunerts-Kamp « , da war es mit dem Einklingen ein für allemal vorbei gewesen , und Grissel , als sie davon gehört , hatte nur höhnisch gelacht und gesagt : » Joa , joa , as de Weih upp Kunerts-Kamp . De nümmt de Lütt-Kinner mit in de Hücht , un groad , wenn se glöwen : nu geiht et in ' n Heben , denn , perdautz ! lett he se wedder foalln . Un doa liggen se . « Seit dem Tage lebten Grissel und Hilde so nebeneinander hin , in einem halben Zustande , der nicht Krieg und nicht Frieden war , und wenn an Grissels Seele beständig etwas wie Neid und Eifersucht zehrte , so wuchs in Hilde der Hang nach Einsamkeit , und sie beglückwünschte sich täglich mehr als einmal , die Giebelstube nicht mehr teilen zu müssen . Und