der brechenden Lichter wie eine große dampfige Walze . Aus allen Poren des Djungles steigt der Dunst , die Luft wird schlürfbar und brühwarme Wellen umrieseln den Körper , wo ein Balken Licht sich zur Erde durchgezwängt hat . Die Tiere fliehen . Wilde Säue lassen sich wie ein Spiel von Kugeln durch Lücken und Löcher im Dickicht fallen . Ein Puma wartet mit verdutzter Nase und vorgestemmten Beinen , schräge zum Rückzug geneigt , bis wir in Sehweite sind . Dann nimmt er Reißaus , er rennt als wäre er vor seinem eigenen Teufel feige geworden , er rennt über eine Linie im Walde davon , eine gerade Straße sich fortsetzender Äste , im Galopp , wie ein Seiltänzer , und nimmt sich nicht einmal die Zeit zu springen . Schlangen schießen zur Seite und lassen ihr Schwanzende dumm und unverschämt gerade auf unserem Pfade liegen . Plötzlich schießt eine auf wie eine losgelassene Uhrfeder . Der alte Indianer an der Spitze springt zurück , die Machetta pfeift und die geteilten Enden des Schlangenleibes rollen sich vergrämt , leidend , seelisch zu dicken Spulen zusammen . Einsiedlerische Affen stellen von den sicher gelegenen Astbalkonen irgendeines Urwaldmonarchen aus geistvolle Beobachtungen mit uns an , indem sie Rindenstücke , Zweige , Nüsse oder zu Ballen gequetschte Blätterbuschen auf uns herab schmeißen und mit gelehrten Gesichtern nachsehen , wie wir reagieren . Ihre Nasen strahlen von Erfindergenüssen . Wir sind gezwungen , uns die Belästigungen von Zeit zu Zeit durch Revolverschüsse vom Leibe zu halten : Kreischend und in voller Auflösung ergreifen sie das unrühmliche Panier , kommen aber völlig umgestimmt zurück und verhalten sich ruhig . Ein Griff an die Hüfte genügt jetzt , sie fortzujagen . Dann sind sie uns satt , bezeigen uns durch einen flink bewerkstelligten Verdauungsprozeß ihre Mißachtung und treten ihren Platz anderem Volke ab . Ein allerliebstes Fräulein , oder ist es eine Frau , zeigt ihre vollendeten Reize ; sie bestehen aus einem wunderhübschen , goldigen Fell , das aber an der Innenseite der Schenkel die rosige zarte Haut preisgibt . Ich nenne sie meine kleine Lorelei , weil sie sich mit ihren eleganten , langen Fingern kokett durch den Pelz fährt , und ich bin sogar geneigt , sie gülden zu nennen und überhaupt ihr meine Poesie zu Füßen zu legen . Ich glaube wirklich , diese Tierfrau kommt sich verführerisch vor , so wissend sind ihre Augen , aus denen sie perlende Blicke rieselt . Gegen Mittag wurde der Wald einsam . Nichts war da als dies Anschießen der Säfte in den Zellen , das grüne Wuchern des Chlorophylls im Laube , das Blühen und Wachsen von Stengeln , Stämmen und Sprossen . Aller dieser Reichtum lag in einem desolaten Zustande da . Kein Lufthauch bewegte ein Blatt , und Hitze und lauer Dampf strömten gleichmäßig aus dem Filter schwarzer Erden und Fäulnisschichten . Der Tag hing mit mattem Glast zwischen den Bäumen . Wo eine Lücke im Laubdach klaffte oder ein entwurzelter Baumelefant seine Umgebung niedertrat , bis eine Lichtung entstand , stürzte die Sonnenflut wie über eine Schleuse prallend herab . Eine dunstende , reglose Masse , brütete der Djungle in seiner Verlassenheit . Hei , und wie dann die Äxte wieder im saftigen Holz knirschten und ergebnislos von allzu jungem Grün abglitten ! Schon waren sie stumpf , und der Abend galt der sorgfältigen Pflege ihrer Schneiden . Hallo , hierher kommt , hier führt ein Gang , dort , haut mir die Liane durch , Pest , mein Arm und die Machetta sind drin verfangen ; vorwärts , Jungens , bald sind wir durch ; Stunden noch und wir stehen im Gebiet der Dumara ! Am Nachmittage , nach Mahl und Rast , hörten auch diese Zurufe auf . Wir arbeiteten stumm und ekstatisch . Unser Haar troff von Schweiß und Dampf . Unsere Sombreros mit den hohen Strohkegeln hingen schleppend in den Rücken , dort machten wir sie fest , sonst wären sie uns alle Augenblicke von den tausend Händen des Laubes entführt worden . Plage und Wut prägten sich in unsere Gesichter ein und unsere Züge waren wild vor Nervosität wie die von Eingeborenen . Und am vierten Tage endlich sahen wir , wie eine Gnadenerscheinung , ein Weib , ein Menschenweib . Slims gute Augen erblickten es zuerst . Bevor er sprechen konnte , aber begriffen wir blitzartig , worauf er uns aufmerksam machen würde . Wir witterten das Weib , denn sehen konnten wir es kaum , es stand gut fünfzig Schritte vor uns im Gehölz innerhalb eines gelichteten Saumes . Die Indianer hielten eine kurze Konferenz in Hauchlauten . Sie steckten ihre Werkzeuge in den Gurt und begannen sich langsam mit den Händen fortzutasten . Wir folgten ihrem Beispiel und glitten vorwärts . Aber auch wir waren entdeckt . Die Frau , die ein Bündel dürrer Hölzer im Arm trug , hielt plötzlich , in der Haltung des Auflesens beharrend , inne . Eine Minute lang bückte sie den Oberkörper zur Erde , den Kopf im Nacken emporgeschnellt , und ihre Augen deuteten mit peinvoller Konzentration die geahnte Veränderung der Buschwand , hinter der wir jetzt hervorbrechen werden . Vielleicht wollte sie sich durch ihre Unbeweglichkeit nur unauffällig machen , sich abwesend stellen : da stürmen wir auch schon losgelassen in die Lichtung , und sie - nun , das Frauenzimmer hockt in diesem Augenblick auf die Zehen nieder und verschränkt die Arme über dem Hinterkopfe . Sie bietet ihren lieblichen Nacken unseren Machettas dar . Wir springen in die Luft , ich stoße rasende Schreie aus , sause die Machetta die Kreuz und die Quere und lasse sie auf einen braunen Nacken hüpfen - und als ich noch immer luftschnappend dastehe , hält Checho soeben eine feierliche Ansprache in Rachenlauten . Wäre ich erstaunt , erregt gewesen , wenn wirklich einen von uns im Eifer das Unglück versucht und die Machetta in gewohnter Grausamkeit ihr Werk verrichtet hätte ? Wir waren aktiv bis