Edelfrau ruhig . » Will ' s Euch aber erklären , wie es zuging . Als er das bunte Satanszeug um hatte , will ' s gern glauben , daß er ' s nicht genommen , überkam ihn die Lust , daß er ' s nicht wieder abthäte . Da war ' s ihm schon angethan ; das ist der eine Teufel . Und weiter ward ' s ihm angethan , als ihr den Schelmen einen Schelm nanntet und jagtet ihn über alle Berge , doch seine Sachen , da hattet Ihr kein Aergerniß dran , daß er sie hier ließ . Und Hans Jochem hatte auch kein Aergerniß , daß ihm der Plunder fest am Leibe saß , mit der einen Hand hat er genestelt , daß er ihn los bekäme , aber mit der andern sie wieder festgehalten . Da kam der zweite Teufel und hat ihm zugeflüstert : Wenn der Hedderich sie nicht kommt holen , wer zwingt Dich , daß Du sie ihm bringst ? Nun betete er , zu wem , das will ich nicht sagen , daß er sie nicht holen möchte , und das war der dritte Teufel . Einer , drei , meinethalben sieben , damit ein Junker ein Paar Hosen umsonst kriegt , aber ich will sie alle Sieben austreiben , so wahr ich Brigitte Bredow heiße , und dazu brauch ' ich kein Weihwasser und keinen Priester . « » Man weiß nicht , wie es Hans Jochem ergangen wäre , und ob die Base zu ihm gekommen wäre , wenn er nicht zu ihr kam , was aber gar nicht gehen wollte , da ihm die Knieschnallen noch fest saßen , und als er sich bewegte , der halbe Kramladen Tuch an seinen Beinen schleppte und eine Wolke Staubes auffegte , wenn nicht jetzt sein Vetter Hans Jürgen ihm zu Hülfe gekommen wäre . « Ohne Sattel und Bügel zu Roß , und doch lenkte er noch ein ander Roß mit einem Manne drauf , und zog es hinter sich an einem Seil , wie der Knochenhauer das Kalb , das er zu Markt schleppt , und jetzt riß er es vor , ohne den Mann drauf drum zu fragen , daß es sich überstürzte und der Krämer Hedderich fast auf seinen Kram gefallen wäre . » Mir gefällt etwas hier nicht , « sprach der Junker Peter Melchior bei sich . Da doch Alle vom Herzensgrund lachten , die Einen vor Schadenfreude über den Krämer , die Andern vor Freude über Hans Jürgen , daß er es so gut gemacht . Der Dechant , der neben ihm stand , sagte , es sei die Luft , und schlug sein Gewand fester um . » Was ist das ! « schrie Einer , » Sieh da ! « und der Wind antwortete . Es war nicht mehr das Flüstern und das Lispeln in den Wipfeln , es wehte wie warmer Brodem aus dem Ofen und pfiff und schrillte dazwischen . Das Wasser war unruhig und die Krähen flogen krächzend um die Kiefernwipfel . Die Wetterbank im Abend war aufgestiegen , unmerklich , aber schwarz wie ein Gebirg , und unten riß es wieder und theilte sich , ein großes Thor , und ein gelbes Licht strahlte draus hervor . » Jesus Maria , sei mir gnädig , das will was bedeuten ! « So rief Eine , und die Andere dachte es . Die Edelfrau hatte , die Hand vor ' m Auge , ruhig hingeschaut . » Ein Sturm , das will ' s bedeuten , wie Gallus ihn nachschickt ! « Es fuhr , kaum daß sie ' s gesprochen , wie ein Schlag oder Schuß . Die eine Wand des letzten Zeltes war losgerissen , es schlug über , der Sturm faßte die Leinwand , und mit einem Krachen fuhr es über die Köpfe sausend hin . Nicht das Zelt allein , Leinen , Zeug , wie ein Schneetreiben flog es . Mützen , Mäntel , Hüte hinterdrein , wer sie nicht fest hielt . Wo die Fichten sich beugten wie Rohr , was sollte man da nicht kreideweiße Gesichter sehen und von den blassen Lippen Stoßgebete murmeln und die Heiligen angerufen hören . » Es ist hier nicht richtig , ich hab ' s immer gesagt , « wiederholte der Junker Peter Melchior . » Da fliegt die Hexe leibhaftig ! « schrie es . Nicht die Wolken , die , mit gelbrothen Streiflichtern vom Sturm getrieben , über die Köpfe sausten und ihre Bäuche an den Fichten schlitzten , ein Klumpen , ein Ungethüm von allerhand Farben breitete in der Luft seine Polypenarme aus . » Ave Maria , alle Heiligen ! « stöhnte der Dechant . » Es sitzt auf ihm . « - Er lag auf seinen Knieen ; es zog ihn nieder , eine dunkle , unwiderstehliche Macht . Er rang vergeblich , wie der unglückliche Heerführer der Griechen , als sein treuloses Weib ihm das faltenreiche Gewand über den Leib geworfen . Jeder hatte mit sich und dem Seinen zu thun , selbst die Edelfrau flog an ihm vorüber , unbekümmert um ihren Seelsorger . Aber das tüchtige Weib packte den Hans Jochem , dem ' s endlich gelungen war , die Knieschnallen zu lösen , und der mit aufgerissenem Munde dem Pluder nachsah , als ihn der Wind forttrug . Nun drohte sie ihm , hier sei nicht Maulaffen feil zu halten . Seinem Vetter Hans Jürgen ging ' s nicht besser . Den riß sie von der Arbeit , die sie ihm kaum aufgetragen , denn in der Noth ist Jeder sich selbst der Nächste . Der Krämer Hedderich war auch wohl der Mann für sich allein zu sorgen , wenn man ihn nur sorgen ließ . Mit einem Satz war er auf den Dechanten losgestürzt . Der arme Dechant ! Auf schrie er , denn nun glaubte er , der Gottseibeiuns selbst liege auf ihm , und