Dominicus und Anton auf der Pfingstweide , da wurde unter den großen Linden ein großer Kranz gemacht für den Pfingstochsen , die Kinder gingen bei den Gärtnern herum und bettelten Blumen dazu , sie hatten die Blumen alle zusammengebündelt und so mancher den Stiel abgeschnürt , daß ihr der Kopf abfiel , wie ich aber am Kranz flechten half , da ward er viel schöner , um acht Uhr war der Kranz fertig und der Brummelochs ward mit angetan , am Nachmittag waren wir vor Bethmanns Garten auf einem Floß , das schwamm mit uns ein Stückchen den Main hinunter , es war auch schön auf dem Main , und wie wird ' s doch den Tag Dir gewesen sein , Du bist wohl einsam da herumgewandert , ich weiß , am Feiertag ist ' s oft gar zu wehmütig , je schöner die Natur ist , je schauriger belagern einen die langen Schatten des vergehenden Tages , und die Menschen sind auch alle wie Schemen ; sie flirren umher , man sieht kaum sie an , und kein Nachgedanke über sie kommt uns in den Kopf , ach und dann , wenn man vom Spaziergang nach Haus über die Schwelle tritt , da legt man den Blumenstrauß hin , den man gepflückt hatte , er sollte so schön im Glase blühen , er muß welken auf dem Tisch , denn die Seele ist gar zu müde . - So wird Dir ' s gewesen sein , Clemens . Aber wenn nun die Sterne aufgehen und winken , sie hätten was mit Dir zu flüstern , dann vergißt Du der stummen Schatten , die neben Dir hergingen , das helle Sternenlicht ist allein Dir geltend , so war ' s gewiß vorgestern abend ; denn ich hab Dich sehen heimgehen über die Wiesen und hab als in mir verborgen mit Dir geredet und Dich bei der Hand genommen , und es war gewiß eine Stunde , daß ich bloß mit Dir geredet habe in mir , und als ich schlafen ging , da war ' s , als habe ich recht was Angenehmes erlebt mit Dir . Das ist meine Pfingsttagsgeschichte in Frankfurt , ich bin jetzt wieder hier in Offenbach , wo ich tausend Federnelkchen aufgeplatzt fand , und der Abendwind jagt sich mit ihrem Duft . Adieu , Clemens , die Federnelkchen werden auch bald alle geplatzt sein . Dann kommst Du zurück . Bettine An Bettine Ich sollte schon bei Dir sein , liebe Bettine , ich hatte mir gelobt , daß ich nicht wolle nach den Pfingsttagen hier verweilen , und war auch schon in Mainz , und jetzt bin ich doch wieder auf dem alten Fleck , Savigny ist allein zurück , ich will ja nur noch ein Weilchen mich sammlen und so manches Lied , was ich der Gegend und der geschäftigen Natur in ihr abgelauscht habe , noch einmal durchgehen , damit es Dir rechte Freude machen soll . O kühler Wald , Wo rauschest du , In dem mein Liebchen geht , O Widerhall , Wo lauschest du , Der gern mein Lied versteht . O Widerhall O sängst du ihr Die süßen Träume vor , Die Lieder all , O bring sie ihr , Die ich so früh verlor . - Im Herzen tief , Da rauscht der Wald , In dem mein Liebchen geht , In Schmerzen schlief Der Widerhall , Die Lieder sind verweht . Im Walde bin Ich so allein , O Liebchen wandre hier , Verschallet auch Manch Lied so rein , Ich singe andre dir . Ja , liebe Bettine , da hast Du wieder einmal durch die Ferne herübergesehen recht scharf , grad wie Du mir schreibst , so war mein zweiter Pfingstabend . - Sie war fortgefahren , sehr schön geputzt , über Land mit der ganzen Familie , ich und der Hausknecht waren allein zurückgeblieben ; ich sagte dem Hausknecht , er solle nur auch ein wenig zu seinen Bekannten gehen , wenn Gäste kommen , so wolle ich ihn rufen , so war ich den ganzen Vormittag allein , so still wie es im Weingarten war , man konnte hören das Gras wachsen . Da kam mancher Wagen vorbeigefahren mit lustigen Leuten , und wenn ihr Räderlauf in der Ferne sich verlor , da fingen die Glocken aus den Ortschaften rundum an zu läuten , so ist mir der Morgen vergangen von früh vier Uhr , wo die Walpurgis abgefahren war , bis um elf Uhr , wo sie wieder heimkehrte . - Da kamen so viel Gäste von Bingen herüber , und so viele schifften hinüber nach Bingen , daß der Rhein ein groß Spektakelstück gab von Jauchzen und Musik auf den Schiffen , die sich bombardierten mit Trompetenstößen und allerlei verschiedner Tanzmusik und Lieder , die sich einer über den andern hinaus wollten vernehmen lassen , ich habe auch mit Link , der von Frankfurt gekommen war , den Savigny bis Mainz begleitet . Link ist dort zu einer Frau gegangen , von der er mir Wunderdinge erzählt , sie ist eine Französin aus der Vendée , war in Jena bis jetzt , hat dort mit den größten Gelehrten eine Zeitlang zugebracht , allerlei wissenschaftliche Experimente gemacht . - Sie sei , sagt Link , eine Heldin , eine ganz unerschrockne Seele , die in der Terroristenzeit durch ihre Kühnheit Unendliches gewirkt hat , - und namentlich in der Vendée , sie soll so schön sein , so vollkommen wohlgebildet wie ein Weib aus den Nibelungen , sie reitet das wildeste Pferd . - Ich stand vor ihrer Tür mit Link , er ging zu ihr mit einem Empfehlungsbrief aus Weimar , ich kehrte um mit dem Marktschiff , in Rüdesheim bin ich erst mit Sonnenuntergang zurückgekommen , alle Wirtshäuser tobten ganz ausgelassen ; da hab ich in meinem Giebelstübchen über das Gelärm hinaus mich recht einsamlich in alles , was das Leben mir bietet , hineingedacht , nur Deiner