nicht aufkommen zu lassen . Es gibt jedoch Diensten , deren feindseliger Sinn auf keine Weise zu brechen oder zu versöhnen ist und die daher gegen jeden Meister feindselig verfahren und allenthalben den Frieden stören , wohin sie auch kommen . Die Nebendiensten fingen daher bald an , auf Uli zu sticheln , zu sagen : Sie wollten einmal Narren sein , so auf den Meister zu sehen , sie begehren nicht die Liebsten zu sein , oder aber , wenn sie eine Viertelstunde an ihren Hauenstielen gedampet hatten , zu trümpfen , sie müßten sich zur Arbeit halten , der Meister wüßte am Abend , wie manchmal eins geleuet hätte . Das machte Uli böse , denn er machte nicht den Ohrenträger , und mehr als einmal ließ er sich verführen , mit der Bande zu räsonieren und zu schlumpen . Wenn er aber darüber dachte , so dünkte es ihn doch , es sei dumm von ihm . Sobald er mitmachte und miträsonierte , war er unzufrieden und mißmutig ; sobald er nicht von Herzen arbeitete , hatte er Langeweile , und er wurde noch einmal so müde dabei . Er tat sich selbst also ebenso viel zuleid als dem Meister , und wenn er so fortfahre , so sah er wohl , daß er einen mißmutigen , unzufriedenen Menschen abgebe , dem die Arbeit eine Plage sei . Er sah doch , daß auf des Meisters Seite die größere Gutmeinenheit sei und daß wenn er diesem gehorche , es ihm besser gehe , und wenn auch der Meister Nutzen hätte von seiner guten Aufführung , so hätte er selbst doch noch den größern und bleibenderen davon . Es kam ihm vor , als ob da zwei Mächte sich um seine Seele stritten , fast gleichsam ein guter und ein böser Engel , und jeder ihn haben wollte . Der Pfarrer hatte nämlich einmal in einer Predigt gesagt : Zu den ersten Eltern im Paradies hätte Gott geredet und die Schlange . Gott hatte ihnen etwas zu ihrem Besten verboten , und die Schlange hätte aufgewiesen , Gott und sein Gebot verdächtigt , als ob er dasselbe nur zu seinem eigenen Nutzen gegeben hätte , hätte auch den Menschen geschmeichelt , und so hätten die ersten Eltern der Schlange , der Aufweisung mit ihrer verführerischen , schmeichlerischen Rede Gehör gegeben und seien darob unglücklich geworden und hätten ihre Nachkommen mit ins Unglück gezogen . Nun sei das sehr wunderbar , daß die beiden Stimmen alle Menschen durchs Leben begleiteten und aus Menschenmund zu ihnen kämen . Es sei selten ein Mensch , den nicht gute Menschen zum Guten mahnen mit Liebe und Ernst , den hin , wiederum nicht böse Menschen aufreisen und zum Bösen antreiben , indem sie sich mit süßer Rede als Freunde stellen oder mit Spott seine Eitelkeit erregen . Und etwas sei in uns , das mahne , den guten Menschen zu gehorchen ; aber noch ein Anderes sei in uns , das lieber den bösen Menschen höre , das sich durch Schmeichelei gerne verführen lasse , das größern Glauben habe zu denen , welche zum Bösen antreiben , als zu denen , welche zum Guten mahnen . Daher geschehe es zumeist , daß die Bösen die Gewalt bekämen und die Menschen ins Unglück führen könnten ; hintendrein lachten sie dann und hätten ihr Gespött mit dem Unglücklichen , der es zu spät einsehe , wer es eigentlich gut mit ihm gemeint hätte . So kam es Uli manchmal in Sinn , es gehe ihm jetzt gerade so , und doch war er so oft nicht Meister über sich , und die bösen Stimmen erhielten Gewalt über ihn . Besonders als nun auch Nachbaren auf Uli aufmerksam wurden und ihr Maul hineinhängten und den Uli aufzureisen suchten . Einer war Ulis Meister feindlich und verstund es meisterlich , fremde Dienste anzulocken und sie , wenn er sie hatte , auszunutzen auf eine unglaubliche Weise . Der tadelte selten einen Knecht , er rühmte sie , daß die Schwarten krachten , und trieb sie damit zu übermäßigen Anstengungen und lachte den Buckel voll , wenn sie so recht bysteten und berzeten . Der hatte nicht ungern , wenn sie hudelten , und sie hatten in seinem Hause auch Freiheit zu allem Wüsten : Mägde und Knechte konnten miteinander umgehen wie Eheleute ; das behielt Viele trotz des schlechten Lohns bei ihm . Er streckte ihnen gerne Geld vor , denn wenn sie seine Schuldner waren , so waren sie auch mehr oder weniger seine Sklaven ; die Schulden waren das Seil , an dem er sie festhielt . Diesem Meister hatte Uli schon lange in die Augen geschienen , ganz wie gemacht für ihn : ein hübscher Lockvogel für Mägde , die nicht ungern in ein Haus dingen , wo Freiheit ist und ein hübscher Knecht dazu ; ein guter Bastesel , der die Arbeit verstund , aber liederlich war und etwas einfältig , schien eben recht zum Brauchen und Ausnutzen . Dieser Meister spottete erst , wenn er Uli des Sonntags daheim sah : Er werde wollen geistlich werden oder in die Versammlungen gehen ! Es gehe auch kurzweilig zu dort , und das auf die Füße Trappen sei noch nicht abgestellt bei ihnen . Das guselte Uli , daß man ihn für einen Geistlichen ansehen wollte , und es juckte ihn , recht wüst zu tun , damit man ja nicht glaube , er sei besser als ein Anderer . Es ist gar merkwürdig , für was alles die Jugend sich schämen zu müssen glaubt : nicht nur , minder Geld zu haben , minder hübsch zu sein , minder stark , minder schon gekleidet , sondern es schämen sich gar Viele auch , minder wüst zu tun als Andere . Doch hielt Uli noch an sich . Als der Nachbar mit Spötteln nichts abbrachte , so versuchte derselbe es mit einem andern Ton . Er begann Uli zu rühmen , wie er