den Mund weit auf ; der Mutige aber schweigt und handelt . Von all diesen Reden ist zwischen mir und Pida kein Wort erwähnt worden . Ich gestatte nur das , worauf ich eingegangen bin ! « Da vollführte der » erste Vorsitzende des Komitees « eine große , imponierend sein sollende Armbewegung und begann : » Es wurde vom Komitee beschlossen , daß ich zu sprechen habe , und was vom Komitee beschlossen worden ist , das werde ich - - - « » Schweig ! « donnerte ich ihn an . » Beschlossen worden ist nur zwischen Pida und mir ! Euer Komitee ist für mich nicht vorhanden . Dich dulde ich nur . Ich habe erlaubt , daß du die Schüsse der Häuptlinge und genau eine Minute darauf auch die meinigen kommandierst . Mehr ist dir nicht gestattet ! « » Aber ich stehe doch nicht etwa hier , um - - « » Wenn du nicht stehen willst , so setze dich ! « unterbrach ich ihn , indem ich schnell auf ihn zuschritt und ihn mit einem Griff und einem Druck auf die Erde niedersetzte , wo er ganz erschrocken eine Weile sitzen blieb . Dann fuhr ich in demselben lauten , energischen Tone fort : » Ich habe mit Pida meine berühmten Brüder Schahko Matto und Wagare-Tey gewählt , sich die Bedingungen des Kampfes genau zu merken und darauf zu sehen , daß sie ehrlich eingehalten werden . Sie mögen jetzt sprechen und diese Bedingungen aufzählen ! « Sie standen von ihren Sitzen auf und taten dies . Zwar hatten meine vier Gegner ihren William Evening und ihren Antonius Papper zu dem gleichen Zwecke gewählt , aber es fiel mir gar nicht ein , dazu beizutragen , daß diese überhaupt in Aktion zu treten hatten . Darum ließ ich durch Schahko Matto und Wagare-Tey auch gleich die Lose besorgen , und die vier Häuptlinge fügten sich dem allem mit innerem Behagen , weil sie überzeugt waren , daß dies doch sicher meine allerletzte Willensverschwendung in diesem Leben sei . Das Los ergab , daß meine Gegner in folgender Reihe auf mich zu schießen hatten : Tusahga Saritsch , To-kei-chun , Kiktahan Schonka und Tangua . Sie nahmen in dieser Reihenfolge in einem Halbkreise meinem Sitze gegenüber Platz . Sie waren alle mit Doppelgewehren versehen , und in ihren Minen glänzte das Bewußtsein des sicheren Sieges . Ehe ich meinen Platz einnahm , ging ich nach der Stelle , wo Avaht-Niah , der hundertundzwanzigjährige Häuptling der Schoschonen , saß . Ich beugte mich zu ihm nieder , küßte ihm die alte , treue Hand und sprach : » Du bist der Aelteste von allen , die hier atmen . Auf deinem Haupte ruht der Segen und die Liebe des großen Geistes , der dich nicht hierher geleitet hat , um das Blut derer , die dir lieb sind , fließen zu sehen . Du bist der Weiseste und der Erfahrenste von uns allen . Du wirst der erste sein , der aus dem Kampfe , zu dem ich hier gezwungen werde , ersieht , daß jeder Kampf zwischen den Menschenkindern nichts weiter als eine Torheit ist , über die man lachen könnte , wenn ihre Folgen nicht so traurig wären . « Er zog als Gegengruß nun auch meine Hand an seine Lippen und antwortete : » Old Shatterhand mag uns diese Torheit zeigen , damit die , welche nach uns kommen , nicht mehr tun , was ihre Ahnen taten . Der Sieg sei dein ! « Nun ging ich zu der mir angewiesenen Stelle und setzte mich . Das Herzle ließ sich neben mir nieder . Da brauste Kiktahan Schonka zornig auf : » Was soll die Squaw unter Kriegern ? Fort , fort mit ihr ! « » Fürchtest du dich vor einer Squaw ? « antwortete ich . » Dann geh ! Sie aber fürchtet sich nicht ; sie bleibt ! « » Ist Old Shatterhand ein Weib geworden , daß er die Beleidigung nicht fühlt , die ich als Krieger fühle ? « fragte er . » Als Krieger ? Pshaw ! Du fragst , was meine Squaw unter Kriegern solle ? Glaubst du wirklich , daß ihr Krieger seid ? Alte Weiber seid ihr , weiter nichts . Darum habe ich alle eure Bedingungen angenommen , ohne sie genauer zu betrachten . Es fällt Old Shatterhand nicht ein , mit euch zu kämpfen , denn er ist en Mann . Er brachte euch seine Squaw , von der eine einzige Handbewegung genügt , einen jeden von euch zu vernichten . Fürchtet ihr euch vor ihr , so geht ! « » Sie bleibe ! « rief Kiktahan Schonka ergrimmt . » Aber meine erste Kugel gilt dir , meine zweite ihr ! « » Ja , sie bleibe , sie bleibe ! Sie falle und sterbe mit ihm ! « stimmten die drei anderen bei . » Der Kampf beginne ! « Wir fünf Duellanten saßen in der Mitte des abgesteckten Platzes . Unsere Beigeordneten befanden sich in nächster Nähe . Tatellah-Satah saß , wie schon erwähnt , direkt hinter mir . Den ersten großen Kreis um uns bildeten die anwesenden Häuptlinge . Auch die zwölf Apatschenhäuptlinge waren da . Hinter ihnen kamen die Unterhäuptlinge und sonstigen Personen , welche eine Art von Rang besaßen . Und weiter hinaus gab es die gewöhnlichen Leute . Unter diesen fielen besonders die schon einmal erwähnten Arbeiter auf , welche in den Steinbrüchen und am Denkmalbau beschäftigt waren . Sie hatten ihre Arbeit verlassen , um das Schauspiel des Kampfes zu genießen , und betrugen sich als echte Rowdies , obgleich sie in Gegenwart so vieler Häuptlinge es nicht wagten , besonders laut zu werden . Bei den Häuptlingen saßen neben Kolma Putschi und den beiden Aschtas noch zwei andere Frauen , deren Gegenwart mir wichtig war , nämlich Pidas Frau und ihre Schwester , die jetzt weibliche Kleidung trug . Beide