und ißt . « » Das würde ihn stören ! « » Und wie schön und fein du ihn bedienst , nachdem du alles so trefflich vorbereitet hast . « Dieses Lob stimmte sie augenblicklich für ihn um . » So bleib , « sagte sie . » Steig auf den Baum und hole die besten Früchte herab ! « Er war im Nu hinauf . » Es sind Armudlar149 , Effendi , « belehrte sie mich . » Das meine ich auch , « stimmte ich ihr bei . » Sie heißen Gulab-i-Schahi150 « , verbesserte Tifl vom Baume herunter , indem er die Sorte nannte . » Würdest du sie auch als Armud kompostusu151 essen , Effendi ? « fragte sie weiter . » Wenn man frisches Obst hat , soll man es frisch essen . Aber ich liebe es auch gekocht . « » So sollst du beides bekommen : die frischen Birnen und auch den süßen Kompostusu152 . Nun setze dich aber nieder , und iß ! Aber alles ! Du mußt wieder rund werden - so , wie ich ! Du mußt rote , dicke Backen bekommen - so wie meine hier ! « » Ich danke dir , liebe Pekala ! « » Danke mir nicht schon jetzt , sondern dann , wenn du sie hast ! Ich habe dich nur so gesehen , wie du durch die Krankheit geworden bist : unendlich hager und mit eingefallenen Wangen . Nun aber sollst du wieder so werden , wie es sich für einen Effendi aus Dschermanistan schickt und gehört . Erlaube mir , dir meine Gestalt und Fülle als Muster anzubieten , welchem du nachzustreben hast , um es zu erreichen und wo möglich noch zu übertreffen ! Einer der größten Vorzüge , den wir Türken haben , ist der , daß wir unserer Seele einen möglichst umfangreichen Körper bieten . Da hat sie Platz ! Da kann sie sich rühren und bewegen ! Da fühlt sie sich nicht eingeengt und kann , wenn sie will , sogar spazieren gehen . Wird sie aber in der Weise , wie jetzt bei dir , zwischen Haut und Knochen eingedrückt , so entstehen jene unglückseligen , ezmisch gewordenen Dschanlar153 , denen man es nicht übelnehmen kann , daß sie über das Erdenleben stets nur zu schimpfen und zu räsonnieren haben . Ein wohlgestalteter , runder Mann hingegen wird immer guter Laune sein und stets ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen haben . Ich weiß das ganz genau . Ich sehe es an mir ! « » Du bist sehr scharffinnig , liebe Pekala ! « » Nicht wahr ? Beinahe eine Kizfeilesuf154 ! Du mußt mir aber auch ansehen , daß ich gewohnt bin , sehr viel nachzudenken . Ich kann das auch , weil meine Seele vollständig Platz zum ausgiebigsten Nachdenken hat . Da ist nichts zum Verwundern . Nun aber iß ! Und erlaube mir noch eine Frage , die ich mir trotz alles Nachdenkens nicht beantworten kann ! Gehört etwa noch ein kleiner Tisch hierher ? « » Nein . « » Nicht ? Aber wozu da das andere , kleinere Tuch ? « » Wo ? « » Hier . « Sie griff in die Innentasche ihres Gewandes und zog eine weiße Serviette hervor . Ich nahm sie ihr aus der Hand und schlug sie aus den Falten . Sie war nicht gezeichnet , doch mit winzigen , liebevollen Stichen eingesäumt . Mein Gesicht fiel , indem ich dieses Leinenstück betrachtete , der Köchin auf . » Du staunst , Effendi ? « sagte sie . » Du bist verwundert ? Sogar sehr ? « » Ja , « antwortete ich . » Das hätte ich hier nie gesucht ! « » Nicht ? Das freut mich , denn es muß also etwas sehr Feines sein ! « » Es ist ein Peschkir . Man sagt auch Petschata155 . « » Das kenne ich nicht . Wozu ist es ? « » Um beim Essen das Gewand zu schonen . Wenn man etwas verschüttet oder sonstwie Flecke macht , so werden sie von der Petschata aufgefangen . Wer vorsichtig ißt , der braucht sie nur so herzulegen . Wer aber unschön ißt , der steckt die Ecke da oben herein . Man sieht also an der Petschata , was für einen Esser man vor sich hat . Schau her ! « Ich machte es ihr vor . Da schlug sie die Hände zusammen , daß es schallte , und rief entzückt : » Wie mir das doch gefällt ! Das ist fein , wirklich fein ! Weißt du , Effendi , ich werde , wenn er sich zu meiner Zufriedenheit beträgt , für unsern Tifl eine machen ! « » Zwei ! « rief der Genannte vom Baume herunter . » Warum ? « fragte sie hinauf . » Für dich auch eine , falls ich mich nicht über dich zu beklagen habe ! « » Ich möchte wissen , worüber du dich bei mir beklagen könntest ! Ich trage dich auf allen meinen Händen und sehe dir einen jeden Wunsch von den Augen ab . Du bist der glücklichste Mensch , den es nur geben kann . Drum pflücke ruhig weiter , und laß die Petschata Petschata sein ! « Ich hatte während dieses kleinen , gutgemeinten Wortgefechtes die Serviette wieder zusammengeschlagen und dann weggelegt . Als Pekala dies nun bemerkte , fragte sie : » Du nimmst sie nicht ? Warum ? Ich bitte dich ! « Sie nahm sie vom Tisch und hielt sie mir wieder hin . Ich wehrte ihre Hand aber ab . » Nein , meine gute Pekala ! Ich will von diesem Tuche , von diesem Porzellane und mit diesem Messer und dieser Gabel essen , weil ich dich sonst betrüben würde - vielleicht auch noch einen Andern . Aber was nicht unbedingt nötig ist , das werde ich nicht berühren . « » So sag