: darüber war eine Löwenhaut gebreitet : ihm zur Linken thronte die schöne Antonina auf einem Pardelfell . Ihre wunde Seele hatte in dem Nachfolger des heiligen Petrus einen Arzt und Helfer zu finden gehofft . Aber bei dem Anblick der weltklugen Züge des Silverius zog sich ihr Herz zusammen . Belisar erhob sich beim Eintritt des Papstes . Dieser schritt , ohne sich zu neigen , gerade auf ihn zu und legte ihm - er mußte sich mühsam dazu aufrichten - wie segnend beide Hände auf die Schultern . Er wollte ihn leise niederdrücken auf die Kniee : - aber eichenfest blieb der Feldherr aufrecht stehen : und Silverius mußte dem Stehenden den Segen erteilen . » Ihr kommt als Gesandte der Römer ? « begann Belisar . » Ich komme , « unterbrach Silverius , » im Namen des heiligen Petrus , als Bischof von Rom dir und dem Kaiser Justinian meine Stadt zu übergeben . Diese guten Leute , « fuhr er fort , auf Scävola und Albinus weisend , » haben sich mir angeschlossen wie die Glieder dem Haupt . « Unwillig wollte Scävola einfallen - so hatte er seinen Bund mit der Kirche nicht verstanden ! - aber Belisar winkte ihm , zu schweigen . » Und so heiße ich dich willkommen in Italien und Rom im Namen des Herrn . Ziehe ein in die Mauern der ewigen Stadt zum Schirme der Kirche und der Gläubigen wider die Ketzer ! Erhöhe dort den Namen des Herrn und das Kreuz Jesu Christi und vergiß nie , daß es die heilige Kirche war , die dir die Wege gebahnt und die Pfade gebaut . Ich bin es gewesen , den Gott zum Werkzeug gewählt , die Goten in törichte Sicherheit zu wiegen und blinden Auges aus der Stadt zu führen : ich bin es gewesen , der die schwankende Stadt , die Bürger für dich gewonnen und die Anschläge deiner Feinde vernichtet hat . Der heilige Petrus ist es , der dir mit meiner Hand die Schlüssel seiner Stadt überreicht , auf daß du sie ihm beschirmest und beschützest . Vergiß niemals dieser Worte . « Und er reichte ihm die Schlüssel des asinarischen Tores . » Ich werde sie nie vergessen ! « sprach Belisar und winkte Prokop , der den Schlüssel aus der Hand des Papstes nahm . » Du sprachst von Anschlägen meiner Feinde . Hat der Kaiser Feinde in Rom ? « Da sprach Silverius mit Seufzen : » Laß ab , Feldherr , zu fragen . Ihre Netze sind zerrissen : sie sind unschädlich und der Kirche steht nicht an , zu verklagen , sondern zu entschuldigen und alles zum besten zu kehren . « » Es ist deine Pflicht , heiliger Vater , dem rechtgläubigen Kaiser die Verräter zu entdecken , die unter seinen römischen Untertanen sich bergen , und ich fordre dich auf , seinen Feind zu entlarven . « Silverius seufzte : » die Kirche dürstet nicht nach Blut . « - » Aber sie darf den Arm der weltlichen Gerechtigkeit nicht hemmen , « sprach Scävola . Und der Jurist trat vor und überreichte Belisar eine Papyrusrolle . » Ich hebe Klage gegen Cornelius Cethegus Cäsarius , den Präfekten von Rom , wegen Majestätsbeleidigung und Empörung gegen Kaiser Justinian . Diese Schrift enthält die Klagepunkte und die Beweise . Er hat des Kaisers Regierung eine Tyrannei gescholten . Er hat sich der Landung kaiserlicher Heere nach Kräften widersetzt . Er hat endlich noch vor wenig Tagen , er allein , dafür gestimmt , die Tore Roms dir nicht zu öffnen . « » Und welche Strafe beantragt ihr ? « fragte Belisar in die Schrift blickend . » Nach dem Gesetz den Tod , « sprach Scävola . - » Und seine Güter verfallen nach dem Gesetz , « sprach Albinus , » halb dem Fiskus , halb den Klägern . « - » Und seine Seele der Barmherzigkeit Gottes , « schloß der Bischof von Rom . » Wo ist der Angeklagte ? « fragte Belisar . » Er verhieß , dich aufzusuchen ; aber ich fürchte , sein böses Gewissen wird ihn nicht haben kommen lassen . « » Du irrst , Bischof von Rom , « sprach Belisar , » er ist schon hier . « Bei diesem Wort fiel der Vorhang im Hintergrund des Zeltes und vor den erstaunten Anklägern stand Cethegus der Präfekt . Überrascht fuhren die Ankläger auf ; schweigend , mit vernichtendem Blick , trat Cethegus einige Schritte vor , bis er zur Rechten Belisars stand . » Cethegus hat mich früher aufgesucht als du , « fuhr der Feldherr nach einer Pause fort : » und er ist dir zuvorgekommen - auch im Anklagen . Du stehst als schwer Beschuldigter vor mir , Silverius . Verteidige dich , ehe du verklagst . « » Ich als Beschuldigter ? « lächelte der Papst . » Wo wäre ein Kläger oder ein Richter für den Nachfolger des heiligen Petrus ? « » Der Richter bin ich : an deines Herrn , des Kaisers Statt . « » Und der Kläger ? « fragte Silverius . Cethegus wandte sich halb gegen Belisar und sprach : » Der Kläger bin ich ! Ich habe Silverius , den Bischof von Rom , des Verbrechens der verletzten Majestät des Kaisers und des Hochverrats am römischen Reich geziehen . Ich beweise sofort meine Klage . Silverius hat die Absicht , die Herrschaft der Stadt Rom und einen großen Teil Italiens dem Kaiser Justinian zu entreißen und - lächerlich zu sagen ! - ein Priesterreich zu gründen in dem Vaterlande der Cäsaren . Und schon hat er den nächsten Versuch getan zur Ausführung dieses - soll ich sagen : seines Wahnsinns oder seines Verbrechens ? Hier überreiche ich einen Vertrag , - hier steht die Unterschrift seiner Hand - den er mit Theodahad , dem letzten Fürsten der Barbaren , geschlossen . Der König verkauft darin für ewige