würde mich doch wunder nehmen , was du dazu zu sagen hast ? « Der Bodenbauer setzte der Frau die günstigen Bedingungen der Pacht auseinander und frug , ob da böser Wille sein könne . » Du Tropf , « sagte die Frau , » daß du das nicht einsiehst , das ist gerade so wie beim Teufel ; er verspricht alles , um nichts als nur arme Seelen in seine Klauen zu kriegen . « » Du hast unrecht , Frau , « sagte der Bodenbauer . » Der Mann hat sich in meine Hand gegeben und mir Sachen gesagt und aufgetragen , daß ich weiß , woran ich mit ihm bin , und daß vielleicht nicht Viele herumlaufen , welche bräver sind als der verrufene Hagelhans , und daß Uli ein glücklicherer Mann werden kann als bald einer . « » Was hat er dir denn gesagt ? « frug die Bodenbäurin . » Ich mußte ihm versprechen , es niemanden zu sagen , bis er es mir erlaube « , sagte der Bodenbauer . » Ho , mir doch wirst du es sagen können « , sagte die Bodenbäuerin . » Darf nicht , « sagte der Bodenbauer , » er hat noch extra gesagt , dir solle ich es nicht sagen , und ich habe es ihm in die Hand versprechen müssen . « Potz Himmel , wie ging da das Feuer frisch auf , und wer mal selbst solch Ehespektakel erlebt hat , kann sich den Gang des Stückes denken und wie manchen Aufzug es gab . Doch vielleicht ist selbst dem Erfahrensten das Ende überraschend . Der Bodenbauer hielt sein Wort ; was er versprochen hatte , nicht zu sagen , das sagte er nicht . Das ist selten ! Es mag der Welt unglaublich , ja unnatürlich scheinen , und doch ist es ganz einfach und naturgemäß . Der Bodenbauer hatte seiner Frau keine eigenen Geheimnisse zu verschweigen , darum konnte er fremde bewahren . Wer aber eigene Geheimnisse hat , sucht gerne mit dem Ausplaudern fremder Geheimnisse die seinen zu verdecken , die Weiber abzulenken . Wir wollen offen sein und gestehen , der Schluß befriedigte die Bodenbäurin durchaus nicht . Die Bodenbäurin verarbeitete eine schlaflose Nacht , nicht eigentlich wegen der Neu , gierde , sondern , wie sie sagte , daß der Mann sie so wenig liebe , ihr so wenig traue , daß er nach fünfundzwanzig Jahren ihr nicht sagen möge , was ihm gesagt worden sei . Als es endlich gegen Morgen ging , kam es ihr , denn sie war vernünftig wie selten eine , Versprechen sei eigentlich Versprechen und Ausnahmen seien Ausnahmen und Löcher ins Versprechen , und wo mal ein Loch sei , sei die Sache nicht mehr ganz . Ihr Mann hatte dem Hagelhans was versprochen , er habe aber auch ihr versprochen Treue und sonst noch viel . Sie begehre , daß er ihr halte , und sie glaube , er habe es getan ; warum solle sie ihn verführen , daß er jemand anders nicht halte ? Genau genommen sei das schlecht von ihr , und wenn er ihr abfalle , so geschehe es ihr ganz recht ; dem Einen recht , dem Andern billig . Es tat der Bäurin sehr leid , daß es so lange gegangen war , ehe sie dies begriff , und als am Morgen der Mann erwachte , da bat sie ihn dringlich , daß er ihr doch nicht zürne . Da hätte er es bei einem Haar gesagt , denn er war noch schlaftrunken und die unerwartete Liebe war fast wie ein englischer Zapfenzieher , welcher alles öffnet . Zu rechter Zeit noch erwischte er das entspringende Wort beim Bein und sagte bloß : » Zähle darauf , die Sache kömmt gut . Mache Uli guten Mut , und einst werden die Leute das Maul offen vergessen und nicht Babi sagen können vor lauter Verwundern . « Am Morgen wußte die Bodenbäurin nicht recht , wie sie mit Hagelhans umgehen solle . Hagelhans schlug ihr seine großen Augen ins Gesicht , so gleichsam als ein Blasenpflaster , welches wieder herausziehen konnte , was nicht drin sein sollte . Die Bäurin merkte gleich , was das sein solle , und sagte : » Habt nicht Kummer , ich habe einen wüsten Mann ; eigentlich sind alle wüst , aber meiner vor allen , sagt mir nichts , als was er gerne will . Nun , ich bin auch nicht halb so neugierig , es wäre mir ein Leid , wenn ich alles wissen müßte , was mich nichts angeht . Es gibt dagegen Sachen , welche man gerne wüßte und wo dies wohl zu verzeihen ist . Wenn man zum Beispiel jemanden für gutmeinend halten soll , den man für einen Unflat gehalten , so wäre einem ein Warum doch vielleicht erlaubt . « » Auf ein Warum von der Frau paßt nichts besser als ein Darum vom Mann . Das ist der wahre Mannsbrauch « , sagte Hagelhans . » Wie weit kam Mancher mit solchen Bräuchen ? « antwortete die Bodenbäuerin mit sanfter Stimme , aber dem bekannten Weiberblick , welchen sie an die Worte heften , welche zünden sollen , gleich wie das berühmte griechische Feuer ehedem auch mit Pfeilen geschossen wurde . Da tat der Hagelhans seine Augen wieder weit auf und sagte : » Habe er es dir nun gesagt oder nicht gesagt , so bedenke , daß wenn ein Wort von dem geschwatzt wird , was ich ihm gesagt , aus allem nichts wird , du aber dein Lebtag reuig wirst , so wahr ich Hagelhans heiße . Jetzt mache , was du willst . « Die Weiber haben zuweilen ein eigen Geschick , zu treffen aufs Geratewohl , daß man meinen sollte , sie kennten das Ziel und hätten scharf gezielt , und ist doch all nichts . Die Bodenbäuerin beteuerte umsonst , sie wüßte wahrhaftig nichts , Hans traute