wäre das wenigste , was sie mir geben könnte , es soll Ihr Schade nicht sein . DER MALER . Nun vergessen Sie nicht Herzensfreund , sehen Sie doch an den Wänden herum , wo noch Platz ist ; ich male für alle Arten Lichter , auch da wo keins ist . DER BILDHAUER . Da die Fürstin nichts gegen die Lampe sagen läßt , so nehme ich an , daß sie dieselbe nehme , und das Geld schaffen Sie mir bald , lieber Bester . DER MALER . Hört Kapellmeisterchen , holt doch einmal Euern Käse und Brot heraus , ich hab zu viel von dem süßen Zeuge in den Hals laufen lassen . DER DICHTER . Genießt der holden Gunst In milder Luft zu schweben , So wird die reine Kunst Auf euren Lippen leben . DER KAMMERDIENER . Das Volk wird nie satt . DER MUSIKER . Die Kunst geht nach Brot . Alle ab 2. HYLAS tritt mit einer Mandoline auf und singt . Wie so schwer vom Herzensgrunde Reißen sich die Worte los , Hängen dann noch fest am Munde , Küssen mich fast atemlos , Und die Augen gehn mir über Von der hohen Töne Fieber ; Ausgestoßen von dem Munde Flüchten sie in fremde Welt , Ist es auch die rechte Stunde , Wo ein jeder Ton gefällt ? Vor der bang geschloßnen Pforte Schweigen scheu der Liebe Worte ! DER DICHTER an der Gartenmauer singt . Worte rufen nach Gedanken , Die Gespielen blieben heim , Die spielordnend loben , zanken , Da begegnen sie dem Reim , Daß er sie in Reih und Glieder Ordne zu dem Spiel der Lieder . Und dem Reim folgt der Gedanken , Beide sind ein liebend Paar , Beid auf schmalem Stege schwanken , Sich umschlingen in Gefahr , Weinlaub so umschlingt die Bäume , Daß es sie mit Glanz besäume . HYLAS . Hoffend tauch ich in das Grüne , Singend in das Himmelblau , Und die ganze Frühlingsbühne Sagt von dir , du schöne Frau , Könnt ich ' s so geläufig sagen , Würd ich nicht nach Liedern fragen : Muß ich nicht bedenklich werden Folg ich dir mit dem Getön , Ziehet kalter Wind auf Erden Und ich hör nur sein Gestöhn , Rings die Wärme seh ich zittern Und die Ferne hell gewittern . DIE FÜRSTIN in der Ferne . Wär am Himmel sichre Helle , Himmelglatt der Erde Rand , Aber an des Himmels Schwelle Ist gezähntes Felsenland . Und der Regen tritt entgegen , Will sich zwischen uns noch legen : Himmels Fensterscheiben brechen , Und die Laden donnern an , Da ich wollt vertraulich sprechen , Uns die Sonne ganz zerrann : Ach ich meine im Zerstören Warnend einen Geist zu hören . HYLAS . Klimm mit mir zu jenen Höhen , Und ich sag von Liebe dir ! Ach wie ist mir nun geschehen , Nun das Meer tief unter mir , Hör die Steinlein drinnen schallen , Die von meinen Tritten fallen . O so fallen leicht vom Herzen Meine Wort ins Freudenmeer , Und es scheinen meine Schmerzen , Wie die Worte mir so leer : Halt mich fest und lieb mich wieder , Sieh , ich stürze sonst hernieder . DIE FÜRSTIN . Hier laß uns weilen auf dem Rasensitze , Denn schönern Blick gewährt wohl nie die Welt ; Wie schwingt sich alles auf in Lust und Klang , Nur du bist stumm , mein süßer , süßer Freund . HYLAS . Ich sehe in ein tiefes grünes Wasser , In tiefe blaue Luft , in blendend Feuer Und bin ich nicht ein Stein , muß ich vergehn . Sieh doch , jetzt ist die Luft schon wieder blau , Ich bin noch finster wie sie eben schien , Auch bricht die Nacht bald über uns herein . FÜRSTIN . So sprichst du immer anders , als erwartet Warum kannst du nicht artig schwatzen , so wie ich ; Was in die Hand mir fällt , wird mir zum Spiel , In jedem Blatt schenk ich dir neu ein Herz , In jeden Stengel schling ich Liebesknoten , Ich bring ihn dir , du schweigst und läßt ihn fallen . HYLAS . Du gibst zu viel , und sollt ich ' s all bewahren , Ach ich erläge unter Dankes Last ; Hab ich ' s dir nicht gesagt , als wir zum ersten Male Vertraulichkeit mit unsern Lippen tauschten : Sind meine Augen dir nicht klar wie Glas , Ins Innere des Herzens mir zu lesen , Durch meine Zunge läßt es sich nicht aus , Und nur wie Funken aus dem Stein geschlagen Entwickelt sich ein kurzer Schein , wer den Nicht fängt , in Flammen höher auf zu lodern , Der kennt ihn nicht , dem bin ich tot , Und wie in einem Sarg in mir verschlossen . FÜRSTIN . Verkenne nicht mein sorgliches Nachfragen , Die Lieb spricht gern ein überflüssig Wort , Damit sie nicht , was irgend not , versäume , - Nicht ich bedarf der steten Rede Spiel , Es saget mir dein lieber Blick so viel , Wenn meine Hand dir Stirn und Wang berühret , Es sagt mir mehr , als je ein Mund gesagt , Wenn ich dein Herz lebend ' ger schlagend spüre , O welches Lied kann hüpfen also leicht . Nein nicht um mich brich dieses lange Schweigen , Mit dem du oft an meinen Blicken haftest , Nur ich , ich fürchte , du bemerkst an mir , Was dir mißfällt , was du mir gern verschwiegest . HYLAS . So kommt ihr her , aus eures Nordens Wüste , Den lieblichsten Genuß mißgönnt die Furcht , Die sonst um euch in der Natur gelauschet , Bis sie den Weg zu eurer Seele fand ; Wie ihr sonst schwindelnd auf den Bergen standet , So steht ihr fürchtend auf der Liebe Wipfel ! Es mögen Flammen aus