Weisel , unter die selbstbeschauliche Trägheit vornehmer Drohnen ; selbst jener poetische Schwung fehlte Herrn Maria nicht , den die Alten mit den Bienen bezeichnen wollten , wenn sie im Munde eines göttlichen Redners die Biene abbildeten oder einen Sophokles an ihr sterben ließen ... nein , Sophokles starb an einer verschluckten Weinbeere ! Aber schon die attischen Bienen ruhten vielleicht am liebsten auf solchen Weinbeeren , die von Chios und Tenedos an den Ilissus verpflanzt wurden ! Schnuphase bestätigte den Naturforschern , daß die Bienen am liebsten sich den Honig vom Safte der Weinbeeren saugen . Oder verurtheilt ihr ihn deshalb ? Lebte der schwungvolle Mann nicht im Lande der köstlichsten Reben ? Er , der nur » brauns-weiger « Mumme oder goslarer » Göse « als die höchsten Errungenschaften der dürstenden Menschheit bei seiner Geburt kennen gelernt hatte , er bekam sein rothes Näschen , seine rothen Wänglein , die dem weißen Lockenköpfchen allerliebst standen , nur auf den schönen Rebenhügeln seines neuen Vaterlandes , unter den epheuumwundenen Burgruinen , da , wo man ringsumher dicht neben dem Anblick des Großen und Schönen auch überall einen Guten schenkt . So zu stehen auf » erhöbenstem « Standpunkte , so mit dem grünen » Römerglöse « allen » Köpöllen « und Kirchen und » Dömen « und » S-tiften « und » Köthödrölen « , die er erleuchtete , allen Tannenbäumen ringsumher , die er zur Weihnachtszeit mit Lichtern und Lebkuchen schmückte , allen Kaplanen und Pfarrern , die er mit wundervollen Meßgewändern bekleidete , ein Hoch nach dem andern auszubringen - wer konnte ihm das verdenken ! Blieb er nicht immer fein , nicht immer nobel , immer Herr seiner weißen Wäsche , Hüter seiner Manschetten , Meister im Knoten seiner weißen Binde , zierlich und manierlich ? Einem Weihbischof die Hand zu küssen , hätte ihn von allen Schäden der Pathologie geheilt ! Glücklicherweise war er gesund und fühlte sich im Ahrbleichert und seinem Berufe wie der Fisch im Wasser ! Oder er war selbst wie eine seiner Kerzen ! Erst Product einer von tausend Enden und Ecken her gesammelten Betriebsamkeit - und dann so sanft sich selbst verzehrend im Lichte , in aufwärtsstrebender reiner , heiliger Flamme und fanatischster Hingegebenheit an alles , was sich nur für sein römisches Ideal unternehmen , betreiben , wühlen ließ ! Betriebsamkeit ließ ihn , wie Löb Seligmann , der Bruder der Hasen-Jette , vom Felde die Früchte » auf den Halm « kaufte , den Reps » auf die Blüte « , den Taback , die Runkelrübe » auf Stengel und Knollen « , so den Honig und Wachs kaufen » auf die Blume « , auf die Blume , wenn über dem duftenden Kelche noch die grünen Weberinnen wetteifernd mit den Schmetterlingen summten und schwelgten ! Und fast alle Stöcke der Bauern und Schullehrer waren so dem tendenziösesten aller Tendenz-Tendenzer verpfändet , noch ehe die Zellen sich füllten . » Die Blume « - darauf war er Kenner ! Und er drückte niemanden . Er handelte wie ein Mann , der die heilige Ehre genoß , mit Stolen , Alben , Manipeln , Fahnen , Standarten , Demonstrationen , selbst Intriguen die Glorie des katholischen Lebens zu mehren , die Hochämter bis nach Lüttich und Antwerpen hin und die großen Dome - o wär ' es bis an die Peterskuppel von Rom gewesen ! - mit Licht- , Gold- und Silberglanz zu füllen ! Herr Schnuphase überbrachte vom Herrn Kaplan Michahelles , dem Secretär des Kirchenfürsten , einen Brief , der für St.-Wolfgang bestimmt war . Ein Auftrag Sr. Eminenz ? fragte der Dechant erstaunt , als Bonaventura den Brief erbrach . Frau von Gülpen zitterte bei diesem Worte jetzt auch noch zu alledem vor - Devotion ... Zu dienen , Höchwürden ! sprach Herr Maria . Ohne weitern Aufenthalt ? sagte Bonaventura betroffen im Lesen halb für sich . Ohne allen weitern Aufenthölt , Höchwürden ! In die Residenz sollst du kommen ? fragte der Dechant hocherstaunt . Zu dienen , Höchwürden ! bestätigte Schnuphase . Des Dechanten Herz klopfte fast hörbar von einer Ahnung , die mit der vorhin unterbrochenen Warnung im innigsten Zusammenhange stand . Gerade das hatte er sagen wollen , gerade vor der Gefahr warnen , die jetzt für Bonaventura heraufzog ! Zu all den Foltern , die Frau von Gülpen zu überstehen hatte , kam nun noch die , sehen zu müssen , wie der Dechant förmlich erblaßte und sich an seinem Tische halten mußte ... Alle ihre Gedanken gingen nun wieder blos auf die Hausapotheke , auf ihre niederschlagenden Pulver - und dabei sah der geliebte Mann offenbar doch nur mit der Absicht so scharf jetzt auf sie hinüber , um sie zu entfernen , sich allein zu wissen mit Bona und über den empfangenen Brief mit ihm eine Scene zu haben ... eine Scene ! Herr Maria , nichts ahnend als nur Gutes , äußerte : Hochwürden werden gewögentlichst in meinem Hause abs-teigen ! Ich bitte ! Ich bitte ! Es ist der Befehl - wöllt ' ich sögen der Wunsch Sr. Eminenz , daß Ew . Hochehrwürden bei mir wöhnen ! Im sogenannten s-teinernen Hause , dicht an der Köthödröle ! Der Dechant beherrschte sich nicht länger . Windhack bekam Befehl , Herrn Schnuphase , der es einräumte , sich noch » im ungefrühstückten Zustande « zu befinden , ein Déjeûner à la fourchette vorzusetzen ... Frau von Gülpen durfte dem entscheidenden Blick , dem Wunsche , der sie in diesem Moment aus den Augen des Dechanten machtgebietend traf , sich nicht widersetzen ... Sie ging ... sie ging auf Bonaventura mit einem Blick , der ihn um aller Heiligen willen , die im und nicht im Kalender stehen , bat , den Dechanten zu schonen ! ... Sie ? Sie selbst ? Ach sie war ja gewohnt alles zu tragen ! ... Als sie noch Herrn Schnuphase ' s Diener und » gehorsamsten Befehle « und » unterthänigsten