Geschichtschreiber Gregor von Tours in seiner Schrift über die Wunder des heiligen Martinus aus eigener Erfahrung . » Im zweiten Monat nach seiner Ordination als Bischof erkrankte er an der Ruhr so heftig , daß man an seinem Leben verzweifelte . Da alle Arzneien fruchtlos geblieben waren , ließ er sich Staub vom Grabe des Heiligen bringen , nahm ihn in einem Trank um die dritte Tagesstunde und wurde davon auf der Stelle so geheilt , daß er um die sechste zur Mahlzeit ging . « Löbell , Gregor von Tours und seine Zeit , p. 277 . Manches Interessante in betreff ehemaliger Heilkunde würde wohl ein sachverständiger Arzt in dem tractatus insignis medicinalis der sanktgallischen Handschrift 105 vorfinden . 143 ... nihil fame improbrius et sacrius ! 144 Wenigstens zählt noch G. Schwab in seinem Werk über den Bodensee unter den » Merkwürdigkeiten von Sipplingen « sub Nr. 3 auf : » der Sipplinger Wein als der schlechteste am Bodensee « . Neuerdings indes soll der dortige Rebensaft um ein bedeutendes besser geworden sein als sein Ruf . 145 S. Einhardi vita Karoli Magni c 13 , bei Pertz , Mon . I , p. 449 . 146 S. Gibbon , Geschichte des römischen Weltreichs , c. 35. 147 » Scitis « inquit , » o fideles mei , quid tantopere ploraverim ? « » Non hoc « , ait , » timeo , quod isti nugae et nihili mihi aliquid nocere praevaleant ; sed nimirum contristor , quod me vivente ausi sunt litus istud attingere , et maximo dolore torqueor , quia praevideo , quanta mala posteris meis et eorum sunt facturi subjectis . « Monachi S. Gallens . gesta Karoli II , 14 bei Pertz , Mon . II , 757 . 148 Diese Auffassung der vielbesprochenen und folgenschweren Krönung Karl des Großen in Rom am Weihnachtsfest 800 zum Kaiser und Schirmherrn der römischen Kirche entspricht der Ansicht , die die Zeitgenossen von der Sache hatten . Der Papst , der dadurch das lästige Schutz- und Aufsichtsrecht seiner byzantinischen Oberherrn loswerden wollte , hatte seinen bestimmten Plan , wenn er auch die Tragweite und Folgen des Ereignisses nicht im Auge hatte . Seitens des fränkischen Herrschers aber war die Annahme dieser Kaiserwürde ein Akt der Usurpation den legitimeren Byzantinern gegenüber , und es ist wohl zu erklären , warum die Berichterstatter erzählen , er würde an jenem Tage keinen Fuß über die Schwelle der Peterskirche gesetzt haben , wenn er des Papstes Absichten hätte erraten können , s. den Monachus San Gallensis und Einhardi vita Karoli M. , cap . 16 und 28. 149 S. Hincmar von Rheims Annalen ad ann . 862 bei Pertz , Mon . I. 458 . 150 S. Hermann des Lahmen von Reichenau Chronik ad . ann . 888 bei Pertz . Mon . V , 109 . 151 ... vel , ut perturbatores reipublicae dignum est pati , usque ad cinerem concremati et in omnem ventum dispersi cum nominibus vel potius ignominia et memoria sua condemnetur in secula ! Erchanberti breviarium ad ann . 880 bei Pertz , Mon . II , 330 . 152 Die Gestalt des Alten in der Heidenhöhle möchte historisch etwas anzuzweifeln sein . Alle Merkmale deuten auf Karl den Dicken , aber der war eigentlich längst gestorben , bevor die erste Stunde des zehnten Jahrhunderts schlug . Indes , was die Geschichte trennt , fügt die Sage wieder zusammen , und wie sie einst dem ostgotischen Dietrich von Bern im Nibelungenlied eine Stellung verschaffte , auf die er seinen historischen Präzedentien nach gar keine nachzuweisenden Ansprüche hat , so gefällt es ihr , den letzten Träger des karolingischen Weltreichs an einen stillen Ort zu entrücken und ihm eine Gerechtigkeit angedeihen zu lassen , die ihm die Mitlebenden versagten . Eines Gerüchtes , daß der alte Kaiser nicht gestorben , sondern von seinen Feinden stranguliert worden sei , erwähnt der Mönch von Vaast in seinen Jahrbüchern bei Pertz , Mon . II , 203 . Das Volk aber , das von ihm ein ganz ander Bild im Herzen trug , als der Haß der Parteien , die ihn mit entstellten Zügen der Nachwelt geschildert , und das in dem hereingebrochenen Jammer der nächsten Jahrzehnte keinen Grund fand , seine Absetzung als den Anbruch besserer Zeiten zu begrüßen , hielt in Alemannien an dem Glauben fest , daß er gar nicht gestorben sei und noch , wie früher und später manch ein anderer Held , in irgendeiner Höhle verborgen sitze , um zu rechter Stunde wieder herauszutreten und die Zügel seines Reiches zu Handen zu nehmen . Mehrere Aufstände in Alemannien gegen den durch Karl des Dicken Sturz emporgekommenen Kaiser gaben Zeugnis von dem Anteil , den man für seinen abgesetzten Vorfahr hegte . Auch die neuere Geschichtschreibung beginnt , die wahren Gründe der Absetzung und das seither dem dicken Kaiser zugefügte Unrecht einzusehen , und es wird zugegeben , daß die Machinationen des hohen Klerus , der damals mit der Einführung des pseudo-isidorischen Kirchenrechts in Deutschland beschäftigt war und einen seinen herrschsüchtigen Bestrebungen willfährigen Kaiser bedurfte , » guten Teils « an jener Absetzung schuld gewesen . S. Gfrörer , Geschichte der ost- und westfränkischen Karolinger II , 293 . 153 » Fortis juventus , virtus audax bellica , Vestra per muros audiantur carmina , Et sit in armis alterna vigilia , Ne fraus hostilis haec invadat moenia . Resultat echo comes : Eja , vigila ! Per muros eja dicat echo vigila ! « Gefahr lehrt Verse machen ! Der Gesang der Nachtwachen von Modena , dessen ganzen Text Muratori antiqu . Ital . III , 709 mitteilt , wetteifert an Wärme und rhythmischem Schwung mit den Kriegsliedern aller Zeiten . - Einen Bittgesang an den heiligen Geminianus um Schutz und Schirm wider die Hunnen in gleichem Metrum s. bei Muratori antiqu . Ital . I , 22. 154 Mit Aufrichtung der Fahne wurde das Volk aufgeboten und versammelt . Nach nordischem Brauch wurde im Fall