Leiche gefunden , standen in ernstem und feierlichem Schweigen die Leichenbeschauer - geschworene Bürger von Helena - und sahen auf das bleiche , krampfhaft verzerrte Antlitz der Erschlagenen nieder . Wunden hatten sich weiter nicht an ihr gefunden , als am Kopf . Dort war die Haut von dem gewaltigen Faustschlag versehrt , und einzelne Tropfen geronnenen Blutes zeigten die Stelle an , wo sie zum Tod getroffen worden . Der Richter , der zu den Geschworenen trat , hielt ein Paket Papiere in der Hand , das man , nebst einigen Schlüsseln und einem Geldtäschchen , bei ihr gefunden und ihm überliefert hatte . Der Constabler gab jetzt Bericht , wie man heute Morgen dem Mord auf die Spur gekommen : Die Wachen wollten , ihrer Aussage nach , in der Nacht einen Schrei gehört haben , waren jedoch später durch den Anblick der jetzt Ermordeten selbst beruhigt worden , und achteten nicht weiter darauf , bis sie , und zwar erst mit grauendem Morgen , zwei Männer aus eben dieser Straße kommen und die Uferbank am Flusse hinaufgehen sahen . Wohl fiel ihnen jetzt der gehörte Schrei wieder ein , und sie schritten rasch hinter den Beiden her , verloren sie aber in Dunkelheit und Nebel bald wieder aus den Augen . Indessen war , aber doch erst mit Sonnenaufgang , das Mädchen zurückgekehrt , das Mrs. Breidelford am vorigen Abend zu ihren vor der Stadt wohnenden Eltern geschickt hatte , und fand zu ihrem Erstaunen die Hausthür nicht allein nur angelehnt , sondern auch noch unten im Hause Manches in höchst auffallender Unordnung . Rasch lief sie die Treppe hinauf , und ihr Hülfeschrei , als sie zurückschreckend die Leiche erkannte , rief bald nachher die Nachbarn zusammen . Dort konnte natürlich über den gewaltsam verübten Mord - den noch überdies die wild in den Zimmern umhergestreuten Sachen als Raubmord bestätigten - kein weiterer Zweifel bleiben . Der Ausspruch der Geschworenen lautete : » Durch heftigen Schlag an den Kopf gewaltsam getödtet ! « Die Aufmerksamkeit der Männer richtete sich jetzt auf das Zimmer selbst , um hier vielleicht etwas zu entdecken , was auf die Spur der Mörder führen konnte . Besonders wichtig schienen hierbei einige Gegenstände , die man , neben einer geleerten Stew-Bowle und der niedergebrannten Lampe , auf dem Tische fand . Es waren dies eine kleine lederne Brieftasche , ein gewöhnliches , aber noch neues und erst wenig gebrauchtes Jagdmesser mit ordinärem Holzgriff , und zwei halbgerauchte und verlöschte Cigarren . Mrs. Breidelford , obgleich das sonst im Westen von Amerika nichts Ungewöhnliches gewesen wäre , hatte selber nie geraucht . Männer mußten sich also auf jeden Fall , und zwar eine ziemlich geraume Zeit , im Innern des Hauses , ja , wenn man das Zeugniß der Wache annahm , auch mit Bewilligung der Frau , aufgehalten haben . - Wer aber konnten diese gewesen sein ? Cook , dem es grauste , in all ' dem wilden lauten Treiben der Gerichtsbeamten die Leiche der Frau mit dem blutigen Angesicht so kalt und starr daneben ausgestreckt zu sehen , war mit dem Virginier wieder unten vor die Thür getreten , während indessen oben die gefundenen Sachen von Hand zu Hand gingen und genau besehen und geprüft wurden . Unter den Leuten , die sich jetzt herzudrängten , befand sich auch ein deutscher Krämer , der in Helena mit allerhand Sachen , sie mochten Namen und Werth haben wie sie wollten , handelte . Dieser aber hatte kaum das Messer gesehen , als er rasch danach griff , es von allen Seiten aufmerksam betrachtete und schnell hin- und herwandte . Die Augen der Umstehenden hafteten schon auf ihm , als wenn sie eine Erklärung erwarteten . Da sagte der kleine Mann , während er das Messer in die Höhe hob und die rechte Hand dabei auf ' s Herz legte : » Soll mer Gott helfe - ich waiß , wem das Messerche ischt . « » Und wem gehört es , Bamberger ? « rief der Constabler und faßte den kleinen Burschen an der Schulter - » heraus mit der Sprache , Mann . - Die Frau ist allerdings mit keinem Messer getödtet , aber der Mörder kann es hier vergessen haben . « » En elender Mensch will ich sain , « betheuerte Bamberger , indem er sich gegen den ihn scharf beobachtenden Richter wandte - » en erbärmlicher , elender Mensch , wenn ' s Messerche nich ä jungem Borschen vom Lande isch - Schämes Lively haißt er met Nomen . - Hot er mer doch erscht am vergangena Donnerschtog ä blanken baaren Silberdoller defir gegebe . « » James Lively , « brummte der Constabler , » nun , der hat die Frau nicht ermordet - weiß aber der Henker , wie sein Messer hier hereinkommt . « » James Lively ? « wiederholte der Richter schnell - » das wäre wunderbar - wo ist Mr. Cook ? Nach jenes Mannes Geständniß soll er selbst , gerade mit diesem James Lively heute Morgen , schon vor Tagesanbruch , in Helena gewesen sein . Watchman - Ihr saht heute Morgen zwei Männer rasch am Flußufer hinaufgehen ? « » Ja , allerdings , « entgegnete der Angeredete - » aber ich kann natürlich nicht gewiß behaupten , daß es die Mörder waren . « » Gentlemen , « sagte der Richter ernst - » die Sache verdient mehr Erwägung , als Sie vielleicht jetzt glauben . - Dieser Cook ist ganz plötzlich , und zwar gleich nach jenem am Fourche la fave gehaltenen Regulatorengericht , von dort her hier eingetroffen . « » Das spricht in der That nicht besonders für Cook , « erwiderte der Constabler , » James Lively aber ist ein ehrlicher braver Mann , und als solcher auch hinlänglich bekannt . « » Sein Messer ist hier gefunden worden , « sagte ruhig der Richter . » Ja - und zum Henker auch - wir