, war schön und heiter aufgeräumt . Hier ward Fennimor ' s Sarg aufgestellt , bis die Gruft gemauert war , welche die Freunde an der Stelle graben ließen , wo die holde Frau , wie sie sagten , gestorben war : unter dem Fenster , in dem kleinen blühenden Garten , den sie selbst angeordnet , und über den hinweg sie Leonin ' s Reisezug verfolgte , als Souvré ihren Blick darauf hinleitete . Unter grünem Rasen , unter ihren Blumen , die sie so liebte , sollte ihre schöne Hülle ruhen . Mit großer Sorge erfüllte Emmy ' s Zustand die bekümmerten Freunde . Ihr Schmerz fand keine Milde - er verhärtete und erbitterte ihr leidenschaftliches Herz . Sie schien sie jetzt Alle zu hassen und wies mit Zorn und Wildheit jeden Versuch , ihr näher zu treten , zurück . Das Kind entführte sie fast den Uebrigen und eifersüchtig entzog sie es den Blicken Aller . Die Amme mußte sich mit ihr absperren , und nur sie durfte das Nöthigste für die Unglückliche besorgen . Als die Bestattung vorüber war , schloß sie die Räume und wehrte Jedem den Eingang . Indessen lag in einem fernen Theile des Schlosses der unglückliche Herr desselben tödtlich erkrankt darnieder , und Veronika , der Vikar und der Arzt erfüllten theilnehmend die Pflichten der Menschheit gegen ihn . Viele Wochen verstrichen , der Zustand blieb gleich bedenklich ! Alle Boten mußten ohne Antwort zurück , alle Briefe aus Paris blieben unerbrochen an seinem Bette liegen - ihm fehlte die Besinnung . Endlich erschien sein Kammerdiener ; er theilte stumm und traurig die Dienstleistungen und schrieb den Zustand seines Herrn ; denn Niemand hatte sich geneigt gefühlt , diesen Dienst für die Verachteten zu übernehmen . Bald traf der Leibarzt des Hauses Crecy ein - er sah den zweifelhaften Zustand , mußte die Hülfe des Arztes von Ste . Roche für ausreichend anerkennen und kehrte zurück . Die Jugend siegte ; Leonin genas . Aber er ward unter seinem wiederkehrenden Bewußtsein ein Greis . Sein schönes braunes Haar fing an zu erbleichen , seine Gestalt beugte sich , seine Abzehrung war erschreckend . Er saß Tagelang in dem kleinen Garten und sah , wie die Arbeiter Fennimor ' s Gruft gruben . Er fragte dem übrigen Leben nicht nach - der Arzt rieth Allen , ihn zu schonen . Standhaft weigerte sich Emmy Gray , ihm sein Kind zu zeigen ; sie verrammelte ihre Thüren , und nur , wenn er in dem kleinen Garten saß , hörte er zuweilen sein Kind durch das geöffnete Fenster jauchzend lallen . Dann schauderte er zusammen und streckte die Arme seufzend hinauf ; wenn er aber hörte , daß Emmy es ihm verweigerte , sagte er : » Ich habe auch kein Recht , es zu fordern ! « und that die Sehnsucht zu seinen übrigen Schmerzen . Er war jetzt einen Monat in Ste . Roche , und der Kammerdiener , durch die verschiedensten Aufforderungen von Paris gedrängt , versuchte , ihn zur Rückkehr zu bereden . Leonin schwieg , wie immer , zu diesem Drängen , und der arme Mann wußte sich keinen Rath mehr ; er mußte glauben , sein Herr habe das Gedächtniß verloren ; denn auch die Briefe , die der Kammerdiener ihm überreichte , blieben unerbrochen und , wie es schien , ohne auch nur entfernt sein Interesse zu wecken . Endlich glaubte er , die Hülfe des Arztes und des Vikars nicht mehr entbehren zu können - er bat sie um ihren Beistand , und Beide verhießen ihn . Leonin hörte sie , vor Fennimor ' s Gruft sitzend , ruhig an , und sein Auge schien den Grund durchdringen zu wollen , der nun bald zur Aufnahme des Sarges bereit war . » Sie sollen meinen Sarg einst neben den ihrigen stellen , « sagte er endlich mit großer Anstrengung . » Diese Bestimmung wird , wenn Ihr es wünscht , leicht zu erfüllen sein , « erwiederte der Vikar . » Doch laßt Allem sein Recht ! Habt Ihr über Euren Tod bestimmt , so bestimmt jetzt auch über Euer Leben . Denkt , wie Viele noch Ansprüche an dasselbe haben - wie Viele Eurer Fürsorge anvertraut sind ! « » Ich sorge , denke ich , am besten für sie , wenn ich sie nicht wiedersehe ! « seufzte Leonin . - » Was kann ich ihnen noch sein ? Ich finde ein entehrtes Weib , ein beschimpftes Kind . Ich müßte eine Mutter wiedersehen , die mich nie geliebt und meine elende schwache Natur nur als Mittel zu ihren Zwecken gemißbraucht hat . Was ich empfinde , kann den dortigen Zuständen nicht zu Hülfe kommen ; - es ist besser , ich verschmachte hier , Allen dort ein Geheimniß bleibend ! « - » Lieber Herr , « unterbrach ihn der Vikar - » dies ist sicher ein großer Irrthum ! Und ich rede um so ernster und dringender mit Euch , da ich gewiß weiß Fennimor , die Verklärte , würde eben so in Euch dringen . Ihr müßt Euch der Liebe , der Vergebung jetzt würdig zeigen , die sie Euch ertheilte . Denkt an Eure unschuldige , jetzt rechtmäßige Gemahlin ! Könnt Ihr Fennimor ' s gebrochenes Herz beleben dadurch , daß Ihr sie auch hinsterben laßt in Gram und Sorge ? « Erschüttert blickte Leonin auf . » Die arme Viktorine , « seufzte er - » sie hat es eben so wenig verdient ! - Mutter , Mutter , Du hast alles Böse in mir , in meinem Schicksale gesäet ! Gott mag es Dir vergeben , ich kann es noch nicht ! « » Wie könnt Ihr Euch unversöhnlich zeigen , da Fennimor es nicht war ? « sprach der Arzt . » Es ist Eure Mutter , junger Mann ! Die Verpflichtung hört nie auf , die Kinder gegen sie haben . Oft werdet Ihr Euren Willen