aus . DER BILDHAUER . Das nennt ihr Kraft , den Weg mit schnellen Schritten so kurz zu treten , daß er gar nichts ist . Was ist denn jetzt das Beschwerliche ? Die Sonne ! Und ich bin so viel länger in der Sonne geblieben , also habe ich viel mehr Beschwerliches ertragen als ihr , die ihr vorzeitige Geburten , halbgare Erdenklöße seid ; und seht mich an , ich spring euch noch übern Stock , als käme ich eben aus dem Bette ; und vor dem Dorfe hab ich erst eben eine hübsche Grasschneiderin beim Kopf genommen , vorige Nacht war ich bei der Marquise und heute morgen hab ich einen Zentner Marmor zur Bewegung abgeschlagen . DER MALER . Ein rechter Michelangelo ; drück nur einmal , wenn du bei Kräften bist aufs Überbein an deinem Rücken , vielleicht vergeht es noch , du bist noch jung . DER BILDHAUER . Ich weiß nicht , was du hast mit meinem Buckel ; ich habe mich erst heute noch im Spiegel angesehn , ganz nackt , es ist bloß der Unterschied zwischen rechter und linker Seite , die ihr bei Stieren auch bemerkt . Du bist auch der einzige Mensch , der das findet , ich frage dich , du jämmerlicher Musikant , ich bin nicht gerade schön gewachsen , aber - DER MUSIKER . Nicht gerade , ist so viel wie ungerade , und das muß wahr sein . DER BILDHAUER . Herr , Ihr seid ein Esel . DER MALER . Leid ' s nicht , steck ihn unter den Tisch , wir wollen ihm Tritte geben . DER BILDHAUER . Ich schlag euer Hirn gegen die Mauer , wie ein faul Ei , wer wagt ' s. DER KAMMERDIENER . Ihr Rekel , könnt ihr denn nicht Frieden halten , wenn ihr Geschäfte machen wollt , es ist ja euer eigener Vorteil . DER BILDHAUER . Ich bin zu unmäßig im Zorn , verzeiht ihr Freunde , meine Leidenschaften bringen mich ums Leben . Wie gefällt meine neue Alabasterlampe . Luna , wie sie den Endymion küßt . DER DICHTER eintretend . O dieses Meeres süße Füße , Wie kühlen sie der Nymphen leichte Füße , Sie laufen nach Um mit der Well zu spielen , Doch ach Sie müssen sich umwunden fühlen , Demütig schmeichelnd scheint die Liebe erst , Gebietend ist sie , wenn du sie erhörst . DER MUSIKER . Willkommen , werter Freund , ich will gleich musizieren , Womit Sie eben jetzt die Ohren mir berühren . Sie sind im schönsten Kreis von einem Kunstvereine , Was fehlet uns noch jetzt , die Fürstin ganz alleine . DER DICHTER . O heil ' ger Tag , der mich an diese Schwelle , In seinem heitern Laufe bringt , Und wie ein Bach , so irrt ich in der Helle , Bis jede Welle an der Schwelle klingt , Da endet mir des Himmels öde Leere , Ich fühle Mich wiederklingend endlos in dem Meere , Und Einklang in dem ewigen Gewühle . O welches Leben ist mir nun beschieden , Seit ich mein neblig Vaterland gemieden . DER MUSIKER . Hier ist das Land der Kunst , doch ist es etwas heiß , Beliebt es Ihnen auch , ich nehme ein Glas Eis . DER DICHTER . O welches fromme Haus , Hier stößt mich keiner aus . O welche milde Hand Hat Labung mir gesandt ; Ich armer Knab ging aus Mit einem Blütenstrauß , Und wollt ein wenig sehn , Woher die Lüfte wehn , Die milde zu uns dringen , Daß alle Kehlen singen . O Haus voll sanfter Luft , O Haus voll reichem Duft , Auch Früchte find ich hier , An deiner offnen Tür . Hier streckt ihr Riesenhaupt Melone aus der Erde , O wär es mir erlaubt , Zu folgen der Gebärde : Sie will gegessen sein , Doch nimmer ganz allein , Gebt Zucker , hohe Götter , Und lachet nicht ihr Spötter , Zuviel ist dieses all , Daß ich es einsam fühlte , Genießt mit mir einmal , Was meinen Durst erkühlte ; Ach wären auch die Meinen hier , Das wär viel lieber mir . DER MUSIKER . Sie haben recht mein Freund , wenn man ' s bei uns nur wüßte , Sie kriegten all danach ein mächtiges Gelüste ; Versuchen wir einmal , es möchte uns wohl glücken , Gebacknes Obst von hier nach Deutschland auszuschicken . DER DICHTER . Nichts von Gebackenem , Schnöder Gedanke ! Schaue der Ründung Himmlischen Bogen , Schaue die sanft verwachsene Spalte , Schaue dies wollige Schützende Kleid , Schaue den duftenden Farbigen Staub , Fühle die Kühle . O Aprikose Sage , wer wagte Je dich zu backen , Der dich gesehen Schwellend im Glanze Irdischer Jugend ! DER MUSIKER . Sie haben vielen Sinn , doch ist er viel zu weich , Es wird kein Hebebaum aus einem schlanken Zweig , Der Künstler sei was hart , will er die Welt besingen , Denn da muß vielerlei ... DER BILDHAUER . ... über die Klinge springen . Herr , Sie haben keinen Mannesmuskel , Sie haben Froschschenkel , Ihre Lieder passen fürs Wasser , ein ew ' ges Einerlei von Weinerlichkeit . DER DICHTER . Du von der Natur Schändlich Gezeichneter , Sage mir nur , Mich , den bezeichneten Himmlischen Adler , Wagst du zu höhnen ; Heute ich prange Irdischem Schönen , Morgen entreißen mich Götter zu sich . DER KAMMERDIENER . Durchlaucht die Fürstin bedauert sehr , daß sie die Herren heute nicht sprechen kann , sie wäre dringend beschäftigt . DER MUSIKER . Gelt , mit dem schönen Griechen , lieber Herzensfreund ; den Menschen müssen wir los sein , - legen Sie ihr doch morgen meine Sonate wieder auf das Klavierpult , die ich ihr dediziert habe , und geben Sie ihr doch so vor sich zu verstehen , eine goldne Dose