war in aller Mund , und es verstand sich ganz von selbst , daß auch Tatellah-Satah davon hörte , obwohl ich es unterließ , ihn zu benachrichtigen . Es war nach dem Mittagessen ; da suchte er mich auf . Ich war mit dem Herzle allein . Er setzte sich nicht . Er sagte , er beabsichtige , gleich wieder zu gehen . Er sah mir forschend in das Gesicht und fragte dann : » Du wirst dich mit den Häuptlingen schießen ? « » Nein , « antwortete ich . Da ging ein frohes Lächeln über sein Gesicht , und er fuhr fort : » Ich dachte es ! Old Shatterhand ist kein Selbstmörder ! Aber du wirst pünktlich erscheinen ? « » Ja . « » So frage ich nicht , was du vorhast . Du bist dein eigener Herr und hast keinen anderen Menschen um Erlaubnis zu fragen . Aber ich komme auch ! « » Allein ? Oder mit deinen Winnetous ? « » So , wie du es wünschest . « » So komm allein ! Man soll erfahren , daß wir nicht durch große Kriegerscharen , sondern durch uns selbst zu siegen wissen . « » Liesest du heut abend vor ? « » Ja . Es ist ein Tag wie jeder andere . Das Duell ist eine Faxe , ein Schwank , wenn auch mit sehr ernstem Hintergrund , weiter nichts . « » Wünschen wir , daß dieser Schwank nicht anders ende , als du denkst ! « Er reichte uns beiden die Hand und ging . Einige Zeit darauf sahen wir ihn unten im Lager . Er nahm den abgesteckten Platz in Augenschein und schien Befehle zu erteilen . Die uns befreundeten Häuptlinge hatten sich ihm zugesellt . Hierauf machte ich mit meiner Frau einen Spaziergang , aber nicht nach der Lagerstadt , sondern nach dem Binnental und dem Schleierfall hinunter . Auch dort gab es ein reges Leben , wenn auch in anderer Weise und zu einem anderen Zwecke . Man schlug hohe Pfähle ein . Man zog zahlreiche Schnuren und Drähte . Wir sahen ganze Haufen Papierlaternen liegen . Es gab elektrische Kabel , Lichtbirnen , Tulpen , Kugeln und andere derartige Glasformen . Hier und da hantierte man mit photographischen Apparaten . Ein Ingenieur , aber auch Indianer , schien die Aufgabe zu haben , einen großen Projektionsapparat am Felsen der Teufelskanzel anzubringen . Das interessierte das Herzle im höchsten Grade . Sie photographiert so gern . Sie ist da stets bereit , zum Alten Neues hinzuzulernen . Ich aber habe viel weniger Interesse für die Abbildungen , als für die Gegenstände selbst . Darum nehme ich in ihrer photographischen Hochachtung keineswegs eine hervorragende Stelle ein . Sie weiß , sie ist mir über . Das genügt ihr . Und es ist ihr eine höchst angenehme Beruhigung , zu wissen , daß ich niemals die Absicht habe , mich in ihre lichtbildnerischen Geheimnisse einzudrängen . Sie ist da sehr resolut . Sie tut , als sei ich gar nicht vorhanden . Sie gibt mir da sehr leicht und auch sehr gern Gelegenheit , mich auf mich selbst und auf meine anderen Vorzüge zurückzuziehen . So ließ sie mich auch jetzt ganz einfach stehen und eilte in großen Schritten zu dem Ingenieur hin , um ihn - in das Verhör zu nehmen , denn anders kann man das bei ihr nicht nennen . Was sie erfahren will , das bringt sie heraus , unbedingt heraus ! Ich setzte mich inzwischen für mich nieder und beobachtete das rege Treiben rund umher . Was hatte das für einen Zweck ? Es war mir , wie schon gesagt , mitgeteilt worden , daß man den steinernen Winnetou beleuchten und illuminieren wolle , um die Zuschauer für das Denkmalprojekt zu gewinnen . Ich hatte da gesagt , daß das Denkmal viel eher in die Erde versinken werde , als daß ich dazu zu bringen sei , eine solche Entwürdigung meines Winnetou zuzugeben . Sollte das , was ich hier sah , etwa schon die Vorbereitung zu dieser Illumination sein ? Aber die Figur war noch gar nicht fertig ! Sie war erst bis zur Schulter gediehen . Hals und Kopf fehlten . Und sonderbar ! Indem ich das dachte und mein Blick dabei an der Figur auf- und niederglitt , war es mir , als ob sie nicht mehr gerade stehe , sondern schief . Ich legte das Auge an verschiedene Stellen an und kam zu immer demselben Resultate . Man wird sich erinnern , daß ich die Figur am letzten Male von der Straßenbiegung aus betrachtet hatte . Da war es mir erschienen , als ob alle Gerüstträger senkrecht gestanden hätten , nur einer von ihnen nicht . Ich ging jetzt zu dieser Stelle . Wahrhaftig , Gerüst und Figur hatten sich bewegt , hatten sich nach der einen Seite gesenkt , wenn auch nicht viel , aber doch so , daß ich es deutlich bemerkte . Es war kein Zweifel möglich . Der Pfosten , der erst schief gestanden hatte , stand jetzt gerade , und die anderen , welche gerade gestanden hatten , waren ganz zweifellos nach rechts geneigt . Ich erschrak , als ich das sah . Ich dachte an die Risse und Sprünge , die ich da unten an der Höhlendecke bemerkt hatte , an das Streuen , Sieben und Niederbröckeln des Gesteins . War die Last der Figur für die ausgehöhlte Erdunterlage zu groß ? Konnte diese Unterlage das so viele Zentner schwere Bild nicht tragen ? Welch eine Katastrophe stand uns da allen bevor ! Indem ich das dachte , kam das Herzle zurück . Sie hatte den Ingenieur ausgefragt . Es handelte sich einstweilen nur um eine Probebeleuchtung , die morgen abend vorgenommen werden sollte . Man hatte vor , alle Anwesenden hierzu zu laden . » Und was sollte der riesenhafte Projektionsapparat ? « fragte ich . » Er enthält die Bilder von Young