ihn der Trotz seines Heldentums gebracht ! Die lustigste dieser Geschichten ist die von Horn und Tuba . « » Welche von beiden bläsest du , o mein Prokopius ? « » Keine , nur die Posaune des Ruhms und die Pfeife des Spottes ! « » Aber was war ' s mit Horn und Trompete ? « » Ei , wir lagen vor einem Felsennest in Persien , das wir haben mußten , weil es die Straße beherrscht . Wir hatten uns aber schon mehrmals unsre heroischen Köpfe übel daran zerstoßen : und mein zorniger Herr schwor , bei dem Schlummer Justinians - das ist nämlich sein höchstes Heiligtum - , er werde nie vor dieser Burg Anglon zum Rückzug blasen lassen . Nun wurden aber unsre Vorposten sehr oft aus der Festung überfallen : wir , im hochgelegnen Lager , konnten die Angreifer aus der Burg brechen sehen , nicht aber konnten das unsre Vorposten am Fuße des Berges . Ich riet nun , daß wir vom Lager aus unsern Leuten das Zeichen zum Rückzug geben lassen sollten , so oft wir die Gefahr ihnen drohen sahen . Aber da kam ich übel an ! Der Schlummer Justinians sei ein solches Heiligtum , daß man an einem darauf geleisteten Schwur nicht makeln dürfe ! Und so mußten sich denn unsre armen Burschen von den Persern unversehens überrumpeln lassen ! Bis ich auf den scharfsinnigen Ausweg kam , meinem Helden vorzuschlagen , er solle , um die Unsern zum Rückzug zu mahnen , das Angriffszeichen mit dem Horn , statt mit der Tuba , blasen lassen . Das leuchtete ihm ein , dem biedern Belisarius . Und wenn wir nun lustig die Hörner zum Angriff schmettern ließen , liefen unsre Leute schleunigst wie geschreckte Hasen davon ! Es war zum Totlachen , jene mutigen Klänge so schnöde wirken zu sehen ! Aber es half : Justinians Schlummer und Belisars Eid blieben ungeschwächt , unsre Vorposten wurden nicht mehr abgeschlachtet und das Felsnest fiel endlich . Also schelt ' ich ihn immer spottend aus für seine Heroentaten . Aber im stillen erwärme und erfreue ich mein tiefstes Herz dran : er ist der letzte Heros ! « » Nun , « meinte Cethegus , » bei den Goten findest du gar manchen solchen Schlagetot . « Prokop nickte bedächtig : » Kann auch nicht leugnen , daß ich großes Wohlgefallen habe an diesen Goten . Sind aber doch zu dumm . « » Wie ? Warum ? « » Dumm sind sie , daß sie , anstatt hübsch langsam , Schritt für Schritt , im Zusammenhang mit ihren gelbhaarigen Brüdern , sich gegen uns vorzuschieben - sie wären unaufhaltsam ! - in dieses Italien sich ohne allen Verstand vereinzelt hereingedrängt haben , wie ein Stück Holz mitten in einen glimmenden Herd . Daran werden sie untergehen : sie werden verbrennen , du wirst es sehen . « - » Ich hoffe , es zu sehen . Und was dann ? « fragte Cethegus ruhig . » Ja , « antwortete Prokop verdrießlich , » was dann ! Das ist das Ärgerliche ! Dann wird Belisar Statthalter von Italien - denn mit dem Schneckenprinzen dauert es kein Jahr - und er verliegt hier seine schönste Kraft , während es Arbeit vollauf gäbe bei den Persern . Und ich werde dann als sein Hofhistoriograph nur zu schreiben haben , wie viele Schläuche Wein wir jährlich vertilgen . « » Du willst also , wenn die Goten beseitigt sind , Belisar wieder fort haben aus Italien ? « » Freilich ! Im Perserland blühn seine Lorbeern und die meinen ! Ich sinne schon lange auf ein Mittel , ihn von hier dann wieder fortzubringen . « Cethegus schwieg . Er freute sich , einen so wichtigen Bundesgenossen für seinen Plan gefunden zu haben . » Und so beherrscht also sein Verstand Prokopius den Löwen Belisar , « sagte er laut . - » Nein ! « seufzte Prokop , » vielmehr sein Unverstand , sein Weib . « - » Antonina ! Sage , weshalb nanntest du sie unglücklich . « » Weil sie halb ist und ein Widerspruch . Die Natur hat sie zu einem braven , treuen Weib angelegt : und Belisar liebt sie mit der vollen Kraft seiner Heroenseele . Da kam sie an den Hof der Kaiserin . Theodora , diese schöne Teufelin , ist von Natur ebenso zur Buhlschaft angelegt wie Antonina zur Tugend . Die Zirkusdirne hat gewiß noch nie einen Stachel des Gewissens empfunden . Aber ich glaube , sie erträgt es nicht , ein ehrsam Weib in ihrer nächsten Nähe zu haben , das sie verachten müßte . Sie ruhte nicht , bis es ihr gelungen , durch ihr höllisches Beispiel Antoninas Gefallsucht zu wecken . Gewissensqual empfindet diese über ihr Spiel mit ihren Verehrern : denn sie liebt ihren Mann , sie betet ihn an . « » Und doch ? Wie mag ihr ein Held , wie Belisar , nicht genügen ? « » Eben , weil er ein Held ist ! Er schmeichelt ihr nicht , bei all seiner Liebe . Sie konnt ' es nicht tragen , die Buhler der Kaiserin in Versen , Blumen , Geschenken sich erschöpfen zu sehen und selbst solcher Huldigung zu entbehren . Eitelkeit ward ihr Fallstrick . Aber es ist ihr gar nicht wohl bei all dem Getändel . « » Und ahnt Belisar ? « - » Keinen Schatten ! Er ist der einzige im ganzen römischen Kaiserreich , der es nicht weiß , was ihn doch zumeist angeht . Ich glaube , es wäre sein Tod . Und auch deshalb schon darf Belisar nicht hier im Frieden Statthalter von Italien werden . Im Lager , im Getümmel des Krieges , da fehlen dem gefall , süchtigen Weib die Schmeichler und auch die Muße , sie zu hören . Denn , gleichsam zur freiwilligen Buße für jene süßen Verbrechen der heimlichen Gedichte und Blumen