s nicht alles tragen in meinem Geist , was sie sagen ; - vertrau ihnen und Du wirst erleben - schwere Garben bring ich Dir heimgeschleppt ; - da siehst Du , was Leben ist , Keime der Erkenntnis säen die Sterne Dir in ' Geist , und Du wolltest verzweifeln , weil Deine Füße am Boden wurzeln . - Ja , das ist ' s , Deine Seele hat Licht getrunken und will nun schlafen , so leg Dich doch und ruhe , ich will sorgen , daß Du schlafen kannst und wachen zugleich , - und wart doch , was die Sterne endlich mit uns anfangen , bist Du nicht neugierig ? - Was gottgesandte Boten Dir zuflüstern , magst Du das nicht erlauschen und kannst nicht alles andre darüber vergessen ? - O hör , denn als sie so gesprochen hatten , da bekräftigte der Schlag von Mitternacht in die tiefe Einsamkeit hineinschallend , daß , so die Jahre hinabrollen , der Geist doch ewig blühend am Himmel steht ; und daß unsere Begeistrung dieser Jugend zuströme , das stürmte mir herauf aus der tiefen Stadt , wo alles lebend , jubelnd die verjüngte Zeit begrüßte . Warum rührten sie die Trommeln und schmetterten von den Kirchtürmen - die Trompeten ! - Und warum erfüllte das Jauchzen die Luft ? Als weil die ewig sich verjüngende Zeit alle kindliche Freudenstimmen weckt über die unsterbliche Jugend . - Mir war so selig dort auf der schwindelnden Höh , wo die Studentenlieder wie ein Meer um mich himmelan brausten und mich einhüllten in ihren Jubellärm wie in eine Wolke und aufwärts trugen . O wie schön ist ' s in der Welt , denk doch , so viel junge Stimmen hier im kleinen Städtchen , alle freudebrausend ! - Wer wollte im Leben wohl etwas beginnen , was dieses heitere Jugendleben zu schwerem inneren Verantworten niederbeugte ! - O nein , schon wegen der Jugend heiligem Recht in Fülle den Strom auszubrausen , möcht ich im eignen Busen die ewige heitere Lebenskraft nicht ablenken . - Sieh , junge Günderode , Deine Jugend ist die des heutigen Tages , Mitternacht hat ' s bekräftigt , die Sterne mahnen Dich und verheißen Dir , daß Du ihnen Deinen Geist sollst zuströmen , die auffahren voll jubelndem Feuer , in Chören ihre Begeistrungslieder herüberjauchzen ins neue Jahr ! - Sie begrüßen Deine Zeit ! - Daß sie Deiner Begeistrung geboren sind , das macht die jungen Herzen jauchzen , o verlasse die Deinen nicht und mich nicht mit ihnen ; verlasse Dich auf den Genius , daß er aufrecht stehe in Dir und groß walte zwischen Geist und Seele . Was könnte Dich doch verzagen machen ? - Sieh doch , wieviel Leben verdirbt , aber doch ist ' s nur scheinbar , es steht mit verschwisterten Gewalten wieder auf und versucht ' s von neuem . Aber das muß nicht sein , daß Du Dich aus ihren Reihen loskettest , denn alle gehören einander , und das muß Dich nicht traurig machen , daß manches , was sie als Tugend preisen , nur glänzende Fehler sind . Ist doch oft auch Tugend , was Fehler ist . Ich mag diesen Brief nicht schicken ; ich bin nicht zu entschuldigen , schieb ' s aufs Wetter in meiner Brust . Es ist Gewitterzeit in mir , wie konnt es so angstvoll in mir aufsteigen sonst ? - Gewitter sind ' s , die über mich hinstürzen und alle blühende Kraft niederdrücken , und das Gewölk hängt schwer über mir , und das Herz arbeitet und glüht und möcht sich Luft machen und zückt ; denn sonst könnt ich nicht so schmerzvolle Augenblicke haben und immer so schwere Gedanken über Dich . Aber es ist auch traurig , heut erhalt ich erst Nachricht von der Claudine , daß Du sie beauftragt hattest , mir Deine Abwesenheit von Frankfurt zu schreiben , und daß Du bei der kranken Schwester bist . Mein Herz ist der brausende Brunnen , ein paar Tropfen Öl besänftigen ihn ja , ich war ganz verkehrt , ich erwache vom bösen Traum . Ach , Gott sei Dank , daß es anders ist . - Ich bin noch niedergeschlagen und seh die Träume unwillig dahinziehen am düstern Tag , sie hätten mich wohl länger noch gepeinigt . - Wie Du auch meine Briefe aufnehmen magst , ich will Dich der Mühe überheben , mich darüber zurechtzuweisen , und will ' s alles vor Dir aussprechen , was ich von mir denk . Ich hab Dir eine Reihe von Briefen geschrieben , ich weiß nicht mehr was ; - sollt ich mir Rechenschaft geben , was ich damit wollte , enthielten sie selber eine Rechenschaft meines Seelenlebens ? - Ist ein einziger früherer Vorsatz drin nur berührt ? - Ist mir nicht alles fern abgeschwunden , was ich mir als heilig Gelübde auferlegte ? Hab ich nicht mir und Dir zugesagt , ich wolle mich streng den Bedingungen einer Kunst unterwerfen ? Hab ich nicht immer und immer aufs neue wieder alles Begonnene verfaselt ? - und was konntest Du mit mir endlich anfangen ? Ich gestand Dir immer alles zu , ja , ich sagte mir täglich Deine wahren , Deine tiefen Begriffe vor , über die Anstrengung des Geistes in sich zu erzeugen , was noch ungeboren ist in ihm . Einmal sagtest Du : » Ich begreife aus dem Sehnen des Geistes sich der Künste und Wissenschaften zu bemächtigen , daß die fruchtbare Erde nach dem Samen sich sehnt , den sie zu nähren vermag . « Und Du sagtest zu mir : » Deine ewige Unruh , Dein Schweifen und Jagen nach allem , was im Geist erwachsen könnt , selbst Dein Widerspruch dagegen beweist , daß Dein Geist fruchtbar ist für alles . « Und wolltest , ich sollte nur das eine Opfer bringen und eine Zeit mich einem ganz unterwerfen , dann werde sich