eine charakteristische Ansicht von Italien mag genügen ; zu dem Schlusse des Briefes müssen wir aber bemerken , daß er den beiden zum Schreiben gar mancherlei Veranlassung gab . Er hatte die Methode , mit Fähigkeiten aller Art die Klingenprobe zu machen , etwas von ihnen zu fordern , was gewöhnlich nicht gefordert werden kann , um ihren Umfang und ihre Dauer ganz zu kennen . So sollten sie ihm im Wagen fertige Tragödien schreiben , besonders gab er ihnen dazu einen Stoff , der ganz sonderbar war , und den sie gleich ausführten . Er setzte eine Fürstin nach Italien , die sich in einen schönen griechischen Schiffsknaben verliebt hätte , und die von ihrem Minister in ihr Land zurückgerufen wurde . Der Kammerjunker lachte erstaunlich , wenn er sich den fischköpfigen Primaner , dies tölpelhafte Ungeheuer , als einen solchen Liebling dachte . » Beim Werke « , sagte der Minister , » nehmen Sie darauf Rücksicht , daß in ihm erste , in ihr letzte Liebe wirkt , daß sie in einer Masse von Verhältnissen höherer Art gelebt hat , wovon der Grieche nichts versteht , so daß ein großer Teil ihrer Bildung brach liegen mußte , der auch seinen Umgang sucht ; diesen wollen viele unverschämte geldgierige Künstler ausfüllen , dies letztere muß Ihnen lustige Szenen geben . « - So entstand sehr schnell die folgende kleine Tragikomödie vom Hylas Ausgang eines bedeckten Säulenganges nach dem Meere , auf der andern Seite ein hoher Felsen mit Gängen , Blumen , Grotten verziert 1. DER MUSIKER . Das halt ich nicht aus , Sie laufen immerzu und sagen gar kein Wort . DER MALER . Sie sehen sich nicht um , das ist viel schlimmer . DER MUSIKER . Wer hat den Strachino zuerst gesehen ? Wer fand den Bäckerladen ? DER MALER . Was wollen Sie aber mit dem Zeuge , mit Käse und Brot ? Die Fürstin riecht ' s am Ende . DER MUSIKER . Ich stelle mich immer unter den Wind ; es soll Ihnen noch gut schmecken , nach allem dem süßen Zeuge , was man hier bekommt , der Magen wird einem ganz hohl davon ; der Mensch muß aber einen Kern haben , um zu wachsen , wie kein Getreide vom bloßen Regen wächst . DER MALER . Ich bin noch nicht hier gewesen , geben Sie ein Stück her . DER MUSIKER . Warten Sie doch , da bringt ein Kammerdiener Sorbetti , das zuerst , der Käse löst die Dissonanz auf . DER MALER . Das wird schön lauten . Sagen Sie , greift man hier so gerade zu ? DER MUSIKER . Nun sehen Sie , wie ich ' s mache . Mein lieber Herr Kammerdiener , wie geht ' s mit Ihrer Flöte ? Sie haben da Eis , geben Sie mir davon . DER KAMMERDIENER . Mit meiner Flöte steht es schlecht , Herr Kapellmeister , ich habe zuviel darauf geblasen , die Klappe will nicht mehr halten , und da geht mir die Luft immer zu früh heraus . DER MUSIKER . Noch ein Glas Eis , wenn ich bitten darf , auch eins für meinen Freund . Es ist jetzt heiße Zeit , ich rate Ihnen sehr , da kein Instrumentenmacher in der Nähe , lassen Sie die Flöte jetzt ruhig liegen , sie ist bloß ausgetrocknet , wie der Röhrbrunnen vor der Villa ; ich wette darauf im Herbste akkompagnieren Sie wieder . DER KAMMERDIENER . Nein , seit der Grieche bei uns ist , werde ich nicht mehr zum Konzerte verlangt ; der bläst Ihnen wie ein Blasebalg und wird niemals müde und hat einen feineren Ansatz . DER MUSIKER . Noch ein Glas Eis , wenn ich Sie nicht bemühe ; Freund , essen Sie doch , ich fand es lange nicht so gut gerieben , ein wahres Meisterstück . Ein außerordentlicher , ein verfluchter Herr , der Grieche ! Er tut mir auch Schaden , die Fürstin nimmt zwei Singestunden weniger . DER MALER . Ist er denn ein Freund von der Kunst ? DER KAMMERDIENER . Was ist denn das , die Kunst ? DER MALER . Die Kunst , ja , sehn Sie , die Kunst ist nun eben die Kunst . Ich bitte um ein Glas Eis , es tut doch gut in solcher warmen Zeit . - Ja , wo blieb ich stehn , die Kunst , müssen Sie wissen , die Kunst bei einer Fürstin , ich setze ein Beispiel an mir , ich bin ein Maler . DER KAMMERDIENER . Wenn nun die Fürstin allerlei Schildereien kauft , so ist sie eine Kunstfreundin . DER MALER . Sie wissen es schon , der eine muß es machen und der andere bezahlen . Ich habe nun eine ganze Reihe Landschaften von vier Zoll Breite und drei Zoll Höhe bis fünf Fuß Breite und vier Fuß Höhe ; ist wohl im Schlosse noch eine leere Wand , wo sie sich gut machen würden , es soll Ihr Schade nicht sein ; hier ist meine Taxe , just wie mit den Spiegeln für jeden Quadratzoll mehr , ein Taler . Noch ein Glas Eis , damit mir nicht eine Seite schwerer wird , als die andere . DER MUSIKER . Was kommentieren Sie denn jeden ihrer Bissen , sehen Sie , ich nehm ein Glas und schmeiß es in das Meer , daß auch die Fische mitgenießen ; nicht wahr Herr Kammerdiener , hier geht alles ganz ins Große . DER KAMMERDIENER . Es ist doch schad ums Glas , denn schmiß man Sie zum Haus hinaus , so wär ' s doch schad um Ihren Rock . Es ist nur beispielweis . DER MUSIKER . Ja wir verstehn uns , alter Freund . Seht noch ein neuer Gast , der Bildhauer mit dem Buckel . Wo seid Ihr denn so lang geblieben Packenträger , Ihr habt nicht mitgekonnt , wir gingen doch zu gleicher Zeit