. II , 123 . 118 S. Grimm , Deutsche Rechtsaltertümer , 1. Aufl . , p. 339 . 119 S. Grimm , Deutsche Mythologie , 3. Ausg . , p. 695 . 120 ... » vasque magnum , quod vulgo cupam vocant , quod viginti et sex modios amplius minusve capiebat , cerevisia plenum in medio habebant positum . « Vita S. Columbani . 121 Ausonius Idyll . 7. 122 Das alemannisch-schwäbische Heidentum beruhte auf einem einfachen Kultus der Natur . » Sie verehren Bäume , Wasserströme , Hügel und Bergschluchten . Pferden , Rindern und vielen andern Tieren schneiden sie das Haupt vom Rumpf und bringen sie diesen als Schlachtopfer dar « , so schreibt der Grieche Agathias im sechsten Jahrhundert von den Alemannen im Gegensatz zu den christlichen Franken . » Betet keine Götzen an , weder an Felsen noch an Bäumen , weder an abgelegenen Orten noch an Quellen , auch nicht auf Kreuzwegen bringet eure Anbetung und eure Gelübde dar « , predigt der heilige Pirminius , Stifter der Reichenau , zwei Jahrhunderte später . Wer da weiß , mit welcher Zähigkeit der Bauer in seiner Sitte die Überlieferung altersgrauer Vergangenheit bewahrt , und wie noch manche seiner heutigen Bräuche an die Opfer des Heidentums gemahnen , den wird es nicht befremden , im zehnten Jahrhundert noch auf nächtliche biertrinkende Konventikel zu stoßen , die sich von denen zu des heiligen Columban Zeiten wenig oder gar nicht unterscheiden . Ob übrigens eine in ähnlichen Formen , wie die hier beschriebenen , sich bewegende Sitte des gemeinschaftlichen Trinkens auf den deutschen Hochschulen , die unter dem Namen » einen Salamander reiben « bekannt , aber von niemanden erklärt ist , nicht auch einen Anklang an altheidnische Trankopfer enthalte , bleibe dahingestellt , wiewohl die Wissenschaft darüber einig ist , daß » durch die religiöse Bedeutung des Trinkens ein überraschender Zusammenhang in mehrere andere Gebräuche kommt « . 123 Die Steinbrüche am sog. Schienemer Berg , wie die im benachbarten Öningen sind später berühmt geworden durch ihre Petrefakten , insbesondere durch die seltenen Überreste von Vögeln . Bekanntlich ward dort auch das Gebein eines riesenmäßigen Salamanders aufgegraben , in welchem der gelehrte Naturforscher Scheuchzer ( 1726 ) einen fossilen Menschen erkannte , bis daß Cuvier die wahre Organisation dieses » Zeugen der Sündflut « nachwies . Vgl . Burmeister , Geschichte der Schöpfung , 5. Aufl . , p. 518 . 124 Vita Sancti Galli lib . I , bei Pertz , Monum . II , 7. 125 Die Herzogin teilt hier dieselben Grundsätze zweckmäßiger Bekehrungspolitik , die der Papst Gregor der Große seinerzeit in einem Schreiben an den Abt Mellitus und den Erzbischof Augustinus von England ausgesprochen . » Saget dem Augustinus « , heißt es dort , » zu welcher Überzeugung ich nach langer Betrachtung über die Bekehrung der Engländer gekommen bin : daß man nämlich die Götzenkirchen bei jenem Volk ja nicht zerstören , sondern nur die Götzenbilder darin vernichten , das Gebäude mit Weihwasser besprengen , Altäre bauen und Reliquien hineinlegen soll . Denn sind jene Kirchen gut gebaut , so muß man sie vom Götzendienst zur wahren Gottesverehrung umschaffen , damit das Volk , wenn es seine Kirchen nicht zerstören sieht , von Herzen seinen Irrglauben ablege , den wahren Gott erkenne und um so lieber an den Stätten , wo es gewöhnt war , sich versammle . Und weil die Leute bei ihren Götzenopfern viele Ochsen zu schlachten pflegen , so muß auch diese Sitte ihnen zu irgendeiner christlichen Feierlichkeit umgewandelt werden . Sie sollen sich also am Tag der Kirchweihe oder am Gedächtnistag der heiligen Martyrer , deren Reliquien in ihren Kirchen niedergelegt werden , aus Baumzweigen Hütten um die ehemaligen Götzenkirchen machen , den Festtag durch religiöse Gastmähler feiern , nicht mehr dem Teufel Tiere opfern , sondern sie zum Lobe Gottes zur Speise schlachten , dadurch dem Geber aller Dinge für ihre Sättigung zu danken , damit sie , indem ihnen einige äußerliche Freuden bleiben , um so geneigter zu den innerlichen Freuden werden . Denn rohen Gemütern auf einmal alles abzuschneiden , ist ohne Zweifel unmöglich , und weil auch derjenige , so auf die höchste Stufe steigen will , durch Tritt und Schritt , nicht aber durch Sprünge in die Höhe kommt . « S. Mone , Geschichte des Heidentums etc. II , 105 . 126 Das Aufnageln von Pferdeschädeln war uralte Gewohnheit deutscher Völker . Schon die römischen Legionen , die Caecina in die Einsamkeit des Teutoburger Waldes führte , um den Gefallenen der Varusschlacht die letzte Ehre zu erweisen , erschraken , da von den Stämmen der Eichen die angenagelten Häupter geopferter Römerpferde auf das bleichende Gebein gefallener Krieger und die Schlachtaltäre herabnickten . Tacitus Annal . I. 61. 127 Den merkwürdigen Gebrauch , daß durch Werfung der » Chrene Chruda « auf den nächsten zahlungsfähigen Verwandten dieser in das durch Blutschuld verwirkte Wehrgeld des zahlungsunfähigen Täters eintreten mußte , beschreibt die lex Salica ( ed . Merkel ) , cap . 58. Der Name Chrene Chruda ist noch nicht hinlänglich erklärt . Man hat es mit » grünes Kraut « oder nach Grimm , Rechtsaltertümer , p. 116 , mit » reines Kraut « zu übersetzen gesucht , indem die Räumung eines Landes oder die Übertragung eines Grundstückes auf einen andern zu eigen oder zu Pfand durch Übergabe einer mit Gras bewachsenen Erdscholle , eines Stückes Wasen symbolisch angedeutet wurde . Aber nach der lex Salica war das , was geworfen wurde , die aus den vier Ecken der Stube , wo doch kein Kraut wächst , zusammengeraffte Erde . S. Walter , Deutsche Rechtsgeschichte , § 443 . Da übrigens dieser Gebrauch nur bei den Salfranken urkundlich nachweisbar ist und auch dort schon frühe aufgehoben war ( lex Salica , nov . 262 , 263 , 264 ) , so bleibt es ziemlich unklar , wie derselbe hier als ein im zehnten Jahrhundert in Alemannien geltender aufgeführt werden kann . 128 Dem