niemals wahr werden . O kein Erdbeben , das den Berg verschlinge , dessen Gipfel den schwachen Stamm trägt - blühend weit hinaus in die Ferne - und so wohl sich fühlt , weil er alle Güte der Sonne empfindet , weil ihm alle Echo erklingen von den weiten Bergen , und weil er so weit umher die lachende Natur beherrscht , weil er so hoch steht , so einsam , so glücklich , und alles allein , weil er in Deinen Busen gepflanzt ist . - Dann bin ich schlafen gegangen , wie ich so weit geschrieben hatte , und hab vergessen auf den Turm zu gehen , wo ich doch den ganzen Tag unruhig danach war , und schlief so fest ein . Ach , war ich denn krank gewesen , daß ich wieder so ganz gegen meinen eigentümlichen Willen nicht traurig zu sein , so an Dich schrieb ? - Aber wie ich aufwachte , da besann ich mich , daß es zum erstenmal war , wo ich den Turm versäumte , sprang auf und warf einen Mantel um , so war ich oben angelangt , noch eh ich mich besann , ob ' s nicht die Geisterstund sein könne , meine Hast war zu groß , als daß ich mich hätt fürchten können , - denn ich dacht , wenn nun schon Mitternacht vorbei wär , so hätt ich einen Tag versäumt . Nein , das will ich nicht , ich hab Dich da oben in der freien Natur allen guten Mächten hingegeben , die Sterne wissen von Dir , und mag ' s gehen wie es will , ich will nichts versehen bei meinen Gelübden . Ich hab zu ihnen gesagt von Dir und sie in Pflicht genommen über Dich , ich bleib ihnen zugetan , und mein Gefühl ihrer Erhörung , ihres Bewußtseins meiner heißen Lebensbedürfnisse , das will ich nicht schwächen , indem ich nicht feierlich mein Versprechen achten sollt . - Es war auch schön dort oben , der reinliche Schnee bewahrte noch Deinen Namen unverletzt vom vorigen Tag , und ich setzt mich auf die Mauer , und lauschte in die Stille , und da schreib ich Dir hin , was mir so im Geist ist aufgegangen ; so wie ein Sternbild nach dem andern ist hell geworden . » Ich trinke die Liebe , um stark zu werden , wenn ich denke , so bewegt mich heimliche Begeistrung für meine eigne Erhöhung ; - wenn ich liebe auch . - Nur : in der Liebe fühl ich mich flehend wie im Tempel ; wenn ich denke , kühn wie ein Feldherr . « » Alles von sich selber verlangen , ist der nächste und unmittelbarste Umgang mit Gott ; dem Göttlichen geben die Sterne die sicherste Gewährleistung für die Erfüllung eines höheren Willens . - Die dreiste Überzeugung , daß wir unserer Forderung genug tun sollen . « - So raten uns die Sterne . - Günderode , drum sei ja mutig zu allem , und endlich kann auch kein falscher Trieb sich dazwischen durchwuchern , denn die Seele ist ganz erfüllt von eigenem Geist und allein für ihn tätig . Das haben mir die Sterne für Dich gesagt , als ich sie fragte um die tiefen Lebensgeheimnisse in Deiner Brust , sie wollen , Du sollst Deinen Schild tragen - kühn und frei über die Lebensgipfel weg . Alles ist Höhe , nichts ist Tiefe . Du sollst sie schauen , die so hoch sind , vor denen nichts Abgrund ist , was ihr Licht nicht entbehrt . » Es gibt eine Zauberkunst , ihre Hauptgrundlage ist des Geistes fester Wille zum Mächtigen , der sich auflöst in die Übermacht dessen , was er im Geist erkennt . « So hast Du mir einmal gesagt , und die Sterne haben mich gemahnt , ich soll Dich dran erinnern . » Nie muß man dem Höheren gegenüber selbst etwas wollen , sonst wehrt man sich gegen den eignen Willen . « Das haben die Sterne noch hinzugefügt und mich gemahnt , ich soll Dir das scharf und eindringlich wieder sagen . - Ich leg mir das so aus , der Mensch soll nicht dem eignen Schicksal nachgehen , denn es gibt kein Schicksal für den Geist als das Göttliche , - diesem gegenüber sollen wir alles als klein verachten . - Noch sagen die Sterne : » Ohne Zauber kann sich der innere Mensch nicht erscheinen « , - o die Sterne sind gütig , sie sagen viel und Großes und bedeuten uns , daß wir selber groß sind . » Ach , das Endziel aller Wahrheit ist , sie hinzugeben an höhere Wahrheit , sie ist Zauber , durch den der innere Mensch sich erscheint , sie ist Entwickeln der göttlichen Natur ; der Himmel entwickelt sich aus der Sehnsucht , und aus des Himmels unendlichem Frieden wird höhere Sehnsucht sich entwickeln ; - die Wahrheit geht hervor aus der Wahrheit und geht über in Wahrheit . Das Höchste , was die Wahrheit vermag , ist , sich auflösen in höhere Wahrheit ; - ja , sie sagt Nein ! - Verneint sich . - Nie darf der Geist sich am höchsten halten , sondern jene muß er höher halten , auf die er wirkt , denn die befördern ihn - entwicklen ihn . Die Wahrheit , die Lieb ist Sklave , der ist Herr , den sie nährt . « So reden die Sterne , wenn ich mit ihnen von Dir spreche , - sie lieben Dich , sie sind Deine Sklaven , die höhere Erkenntnis , die sie auf Dich herabblitzen , die entwickelt ihr Vermögen , auf den Menschengeist zu wirken , das Hohe auszusprechen , und sie werden mehr noch sagen , wenn ' s Dein Ohr trifft . - O sie sagten es mir für Dich in der Neujahrsnacht - - und viel reicher war die Saat liebender Mahnungen , aber ich konnt '