und Pein . Auch Du willst einst Vater werden . Laß Dich rühren das Schicksal Ben David ' s , Deines väterlichen Freundes . Nimm sie zurück , diese Anklage , die drei Menschen erbärmlich hinwürgt , wie schuldlos gepeinigte Lämmer . « » Schweige ! « entgegnete Zodick überrascht : » Das geht nicht ; aber , Gott soll mir helfen , das Ärgste will ich treiben ab , so Du mir sagst : Massal tosch ! « - Mit einem Blicke des Abscheus wendete sich Esther ab , und der freche Brautwerber drohte ihr grinsend mit dem Finger : » Was man oft verweigert in Güte , « murmelte er spottend , » das gewährt man oft der Gewalt . Gute Feiertage , Schickselchen . Wir sehn uns wieder . Denk an mich . « - Mit der Schnelligkeit eines Kobolds huschte der Mensch über die Treppen hinunter , und entkam glücklich , wie sich aus der Ruhe des Hauses schließen ließ . Statt seiner fand sich bald die alte Crescentia ein , und weckte Esther aus den bösen Träumen , in welche sie der Besuch des gefürchteten Zodick versetzt hatte . - » Gute Esther , « sprach die Frau , nicht ohne eine kleine innere Bewegung zu verrathen : » ich bitte Dich , ja recht ruhig Dich hier oben zu verhalten , damit Deine Unwesenheit nicht kund werde . « - Nun erst fiel Esthern der Besuch des alten Diether ein , und aufschreckend fragte sie : » Bin ich entdeckt ? Hat mich Herr Frosch ausgekundschaftet ? « - Crescenz schwieg ein wenig betroffen , dann entgegnete sie : » Ei , ei , Mägdlein , wie kannst Du wissen , daß Herr Frosch der Altbürger hier gewesen , wenn Du nicht gelauscht hast an der untern Treppe ? Diese Neugierde ist euch Juden angeboren , hätte Dich aber diesmal in große Gefahr bringen können . Der alte Herr war ohnehin so aufgeregt und unwirsch , ... und wenn er vollends Dich gesehen , - erfahren hätte , wen ich hier ohne sein Vorwissen beherberge .... - beim Stöcker säßest Du , und ich wäre um den kommlichen ruhigen Dienst . « - Esther erwiederte nichts , da sie es nicht gerathen hielt , den gehabten Besuch anzuzeigen , und die geschwätzige Crescenz fuhr fort : » Zum Glücke hat es diesmal nicht Dir gegolten , Du mein armes neugieriges Heidenkind ; aber neue Hausbewohner hat der Herr auf den Schellenhof gebracht , und da dieselben gerade unter dieser Giebelstube ihren Sitz aufgeschlagen haben , so empfehle ich Dir leise Socken und ein hübsches feines Schweigen . « - » Neue Hausbewohner ? « fragte Esther : » Herr Diether Frosch hat sie gebracht ? « - » Jawohl ; « seufzte die Alte , und schlug , achselzuckend gen Himmel sehend , ein Kreuz : » Die Welt wird immer böser und verdrossener von Tag zu Tage . Komm ' ich mir doch beinahe vor , wie der Gefängnißwärter hüten , die man in der Stadt nicht wohl aufheben mag . « - Esther seufzte tief auf . - » Nu , nu , « fuhr die Alte fort : » das soll Dir nicht zum Gehör geredet seyn , mein Däuschen . Du bist , abgerechnet , daß Dein Vater ein Jude ist , wofür Ihr beide , er und Du nichts könnt , ein seines reines Mägdlein , und ich wollte auf Deine Ehrbarkeit einen Eid schwören , blos allein , weil Junker Dagobert Dich seines Schutzes würdigt ; allein die da unten ist nicht mehr rein wie der Schnee und die Apfelblüthe an meinen Bäumen , und ich wollte alles verwetten , daß in ihr der Grund alles Zwiespalts im Froschiachen Hause aufzusuchen ist . « - » Wer ist diejenige , von welcher Ihr sprecht ? « fragte Esther . - » Die Magd ist ' s , die so eben der alte Diether hieher geleitet , und sammt einem holden Töchterlein in meine Verwahrung gegeben hat , bis auf weiteren Befehl . Er nimmt Antheil und Sorge an dem Töchterlein , sagt er , und ich glaube es wohl , denn man müßte blind seyn um nicht die Wahrheit zu errathen . Er findet es nicht gerathen , das Mägdlein und deren Mutter in seinem eignen Hause zu beherbergen . Das meine ich auch , sintemalen die Hausfrau daselbst das Regiment führt , und solche vom Himmelgefallene Kinderleins mit scheelen Augen ansehen würde . Da soll denn nun mein guter ehrlicher Schellenhof das Nest seyn , wo fremde Eier , Kuckuckseier , verwahrt werden mögen . « - » Aber , was bedeuten denn diese Reden ? « fragte Esther : » was meint Ihr damit ? « - » Daß den alten Herrn der Leidige zu unrechter Zeit geblendet hat , « eiferte die fromme Crescentia ; » und daß hier die Schande verborgen werden soll . Meinethalben ; ich bin eine alte Magd , und mich kümmert nicht , was die Herrschaft thut oder läßt ; ich sehe daher auch ganz ruhig zu , und will , - dem Befehl des Herrn zu folgen , sogar mich bezähmen , und die Dirne , die gleichmüthig dasitzt wie die Unschuld selbst , nicht einmal ausfragen , sondern die Sachen gehen lassen , wie sie eben können , aber , wenn die ehrsame Frau heraus kömmt , wie sie in jedem Frühling ein Paarmal zu thun pflegt , und mich die Stuben aufsperren heißt , und die ganze Bescheerung sieht , dann wasche ich meine Hände in Unschuld , und dem alten Herrn von sechzig Jahren und darüber , dem ich stets etwas Besseres zugetraut hätte , geschieht dann recht . - Aber , « setzte sie , plötzlich leicht erröthend hinzu : » da bemerke ich so eben , daß ich in der Fülle meines Herzens und meiner Gedanken alles herausgesprochen habe , was ich mir als