hatte auch Henriette Trublet viel , viel zu erzählen . Sie hatte ihr Wort gehalten , sie hatte den Doktor Theophile Stein und Kleophea gesucht und hatte sie gefunden . » Voyez « , sagte sie , » ik wär ihnen nachgegangen bis zu der End von der Welt ; aber sie war nur gelauf bis Paris . Oh , monsieur le curé , o mademoi - madame , der gute Gott , der mik zu Euch führt ' in jener Nacht , der hat mik auch geführt in der Not zu der pauvre enfant und dem slekt Mann , daß ik hab könn tun das Meinige für sie und gehalten gekonnt ma parole - voyezvous . Und wenn ik alt würde tausend Jahr , wollt ik nik vergeß der Nacht , in welcher Ihr mik zudecktet mit Euer Mantel und mir gabet Euer Hand und mir sprachet aus Euer Herz in das meinige . Da bin ik gekommen mit Euer Geld in ma patrie und nach Paris und hab gedacht , ik hab geträumt ein Traum von der slimm Allemagne - vraiment un très mauvais songe ! Da sind meine Bekannten gewesen et le Palais-Royal et les Tuileries et Minette et Loulou et les Champs et Arthur , Albert et les autres , und ik wie die Fisch in der Wasser . Aber ik haben gedacht an der cigale und der fourmi und an der Allemagne , an monsieur le curé und mademoiselle l ' ange und habe stillgesessen wie ein Maus und hab gemacht der modes und nur gesucht den Halunk monsieur Théophile und die arm Dame . Das war nicht schwer , die zu find . Da ist gewesen Albert und Cölestin , Armand , der Vicomte de la Dératerie , dann mon petit agent de change , die kann ik fragen in der Gaß , und ik hab bald gewußt , was ik wissen wollt . O mon Dieu , voilà la petite in schwarzer robe und so bleich , so bleich , und solch Augen ! Mein Herz hat mir geblutet ; aber courage , hab ik gesagt und hab den Concierge ausgefragt und seine Frau , und dann hab ik gewußt , was ik muß tun . Me voilà en robe bleue bei Armand . Mon cher , sage ik , da bin ik zurück aus der vilaine Allemagne . Vive Paris , mon petit coeur , wie geht ' s ? Was fangen wir an ? Comment vont les plaisirs ? Théophile ist auch zurück , und gar mit einer Frau . Du weißt , wie wir haben gestanden zusammen , er und ik , je m ' en vengerai ; ik gehöre wie früher zu euch , führe mik zu ihm ! Armand lakt wie ein enragé , und wir schütteln uns die Hand . An die folgend Abend komm ik wie der Commandeur in die festin de Pierre , und Armand weiß gewißlich nicht , wie mein arm Herz schlägt auf der Trepp . Monsieur Armand ! Mademoiselle Henriette Trublet ! - Voilà les autres und die kleine , bleiche Dame en deuil und - Théophile ! Ah monsieur le curé , j ' ai fait une scène à cet homme ! Ik hab diesen Mensch gut in Szene gesetzt . « Fränzchen und Hans sahen erschreckt auf Kleophea ; aber diese nickte nur , lächelte matt und sagte : » Es war wohlgetan . Gott segne sie für ihr gutes Herz . Sie kam zur rechten Zeit - doch es war wirklich eine recht komische Szene , und die Gesellschaft lachte sehr über uns . Ich kann freilich nicht leugnen , daß ich am Anfang ein wenig den Kopf verlor und sehr daran zweifelte , ob ich meinen gesunden Verstand wohl über die Nacht hinaus retten würde ; aber als ich aus der dummen Betäubung in den Armen Henriettes erwachte und sie mir zurief , das Fränzchen habe sie geschickt - als sie mich , ihr armes , liebes Lamm nannte und mit den Fingernägeln gegen meinen Herrn Gemahl anfuhr , da orientierte ich mich , o es war so lustig , so lustig ! War es nicht , Henriette ? « Henriette weinte zu sehr , um die Frage beantworten zu können . Sie schüttelte nur den Kopf und warf sich dann leidenschaftlich aufgeregt neben dem Lager der Kranken auf die Knie , um ihr wieder und immer wieder Mund und Hände zu küssen . Nun erzählte Kleophea in ihrer Weise , wie von diesem Abend an Theophile ihr das Leben noch mehr zur Hölle gemacht habe , wie sie die Tage im tatlosen , unbeschäftigten Abquälen verbracht habe , wie sie zitternd die Minuten in der Nacht gezählt und auf den gefürchteten Schritt auf der Treppe gehorcht habe . Sie erzählte von geheimen , scheuen Zusammenkünften mit Henriette , von unsinnigen Plänen , sich diesem unerträglichen , gräßlichen Dasein zu entziehen , von Todesgedanken und Todeshoffnungen , und endlich , wie der Gedanke der Flucht aufgetaucht sei , sich festgesetzt habe und zum Entschluß geworden sei . Es traf sich , daß aus Petersburg ein sehr schlecht stilisierter und sehr unorthographischer Brief von Mademoiselle Euphrosyne Lechargeon , einer Jugendfreundin von Henriette , anlangte . Diese Freundin schrieb begeistert von dem Glück , das die Pariser putzverständigen Demoiselles unter den » Mongolen « machten , und meldete , daß sie , Euphrosyne Lechargeon , Herrin eines großartigen Etablissements und enfant gâtée aller möglichen Herrschaften auf - off , - ow , - sky , - eff , - iew usw. sei und daß es Eulalie . Véronique , Valérie und Georgette auch nicht übel gehe und daß Philippine eine glänzende Partie gemacht und den Obersten Timotheus Trichinowitsch Resonowski geheiratet habe . » Partons pour la Tartarie ! « hatte Henriette gerufen . » Madame Kleophea hat ihre Juwelen , ik habe fünfunddreißig Francs Ersparnisse . Allons au bout du monde ! Retten wir uns vor diesem Verräter , filou