und Patenen und Abendmahlskelche schenkten . Ein solcher ist der Kirche erhalten geblieben . Die Inschrift desselben lautet : » Diesen Kelch hat Wolf Fratz und seine Hausfrau Maria Riben zu Gottes Ehre gegeben . « Dazu ein aufgelötetes Kruzifix und die Jahreszahl 1600 . Vier Wappenbilder sind eingegraben : Ein Pfau , dazu W. F. ( Wolf Fratz ) ; ein Fisch oder eine Otter , dazu M. R. ( Maria Riben ) . Von den zwei andern Wappen scheint eins das Zietensche zu sein . An einigen Stellen des Kelches ist das Gold abgekratzt . Ich hörte dabei , daß die Dorfbewohner , wenn einer der Ihren schwer krank ist , sich gern an den Prediger wenden und etwas Gold vom Abendmahlskelch für ihren Kranken erbitten . Sie mischen es dann in die Medizin und glauben fest , wenn noch etwas helfen kann , so hilft das . Das idyllisch gelegene , hinter Gartenbäumen anmutig versteckte Predigerhaus zu Kränzlin war von Jugend an ein Lieblingsaufenthalt Schinkels . Seine ältere Schwester Sophie war daselbst an den Prediger Wagner verheiratet . In seinen Knabenjahren hatte Schinkel ein Giebelzimmer des Hauses ganz mit Bildern ausgemalt . Aus dieser oder ( nach Wolzogen ) aus einer etwas späteren Zeit stammt auch ein Spiegelporträt , das Schinkel damals von sich selbst anfertigte . Es ist in großen Umrissen , skizzenhaft , mit dem Bleistift entworfen ; die schärferen Striche mit Tinte dazwischen gezogen . Das Bildnis befindet sich jetzt im Besitz Fräulein Rosa Wagners in Ruppin , einer Nichte Schinkels . Es ist zugleich eine Erinnerung an die Kränzliner Pfarre . Bis Anfang der zwanziger Jahre pflegte Schinkel das ihm teure Dorf alljährlich während der Sommermonate zu besuchen . Die Kirche , ein alter gotischer Bau mit hoher Schindelspitze , hat in den letzten Jahren eine Renovation erfahren , die von den früheren Monumenten das meiste entfernte 83 , dagegen in die Lage kam , neue Gedenktafeln einfügen zu müssen . Beide Tafeln befinden sich in der Mitte der Kirche . Die eine , bronzen und in gotischen Formen ausgeführt , trägt folgende Inschrift : » Mit Gott für König und Vaterland . Ernst Hermann Scherz , geb . den 8. September 1848 zu Kränzlin , Einjährig-Freiwilliger im Brandenburgischen Husaren-Regiment Nr. 3 ( Zieten-Husaren ) fiel am 26. December 1870 bei Olivet südlich Orleans . « Die Inschrift der schwarzen Marmortafel gegenüber lautet wie folgt : » Für König und Vaterland starb im Kriege gegen Frankreich am 26. August 1870 zu Vionville , in Folge seiner in der Schlacht bei Mars-la- Tour erhaltenen Verwundung , Rudolph Hartmann , Einjährig-Freiwilliger im 4. Brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 24 , im Alter von 21 Jahren . « Die lapidare Kürze der Inschriften verrät nichts von dem Weh , das die Todesfälle dieser beiden Jünglinge schufen . Beide zu Kränzlin geboren , beide gleichen Alters , beide Einjährig-Freiwillige , standen sie im selben Armeekorps gegen denselben Feind . Mit ihnen waren dreiunddreißig andere Kränzliner in den Krieg gezogen und alle kehrten zurück , wenn auch verwundet ; die einzigen zwei , die die Heimat nicht wiedersahen , waren die Söhne der Gutsherrschaft und des Gutsadministrators . Die Zietensche Hälfte von Kränzlin wird administriert . Von dem einen sei hier erzählt . Ernst Hermann Scherz stand in den Weihnachtstagen 1870 mit den Zietenhusaren in Olivet . Am 25 Dezember war seitens einer Franktireurabteilung , die sich in dem zwischen Oliver und Chaumont gelegenen Walde festgesetzt hatte , auf eine Patrouille geschossen worden . Daraufhin erfolgte der Befehl , den Maire von Chaumont zu verhaften . Ein Unteroffizier und vier Husaren , die sich sämtlich als Freiwillige gemeldet hatten , wurden mit Ausführung dieses Befehls beauftragt . Am 26. um zwei Uhr morgens brach dies Kommando auf . Zu früher Stunde war man in Chaumont , verhaftete den Maire und trat den Rückweg mit ihm an . Der Gefangene hatte in einem requirierten Wagen Platz gefunden ; links neben ihm ( zu Pferde ) der Unteroffizier , zwei Husaren vorauf , die beiden andern schlossen . Als der Zug das Wäldchen erreicht hatte , aus dem am Tage zuvor auf die Patrouille geschossen worden war , nahm Hermann Scherz , der die Tete hatte , eine an der Lisiere hin aufgestellte , kaum noch nach Deckung suchende Franktireurabteilung wahr und rief dem Unteroffizier zu : » Wir werden gleich unter Feuer kommen ! « Dies waren seine letzten Worte . Schüsse fielen und H. Scherz stürzte leblos aus dem Sattel ; ebenso wurde das Pferd seines Nebenmannes tötlich getroffen , der , rasch erkennend , daß in dieser Lage nichts mehr zu helfen sei , sich in den Sattel des stehengebliebenen Scherzschen Pferdes warf und in Gemeinschaft mit dem Rest des kleinen Kommandos auf Olivet zusprengte . Hier wurde sofort Meldung gemacht . Der Rittmeister ließ 100 Husaren aufsitzen , requirierte 26 Jäger vom 3. Jägerbataillon , und fort ging es , wieder dem Wäldchen zu . Als man den Punkt erreichte , wo der Überfall stattgefunden hatte , lag die Leiche des Gefallenen , ausgeplündert und entkleidet , auf der Chaussee . Die wütenden Kameraden wandten sich von der Leiche fort , umstellten das Gehölz und gingen wie zu einem Kesseltreiben vor . Der ganze Franktireurhaufen steckte noch darin , einzelne fielen , bis man zuletzt ein Dutzend auf engstem Raume zusammengetrieben hatte . Widerstand wie Flucht waren gleich unmöglich und so streckten sie die Waffen und ergaben sich unsern Jägern und Husaren . Unter den Gefangenen war auch der Anführer . Man fand H. Scherz ' Wertsachen in seinem Besitze , riß ihn an die Stelle , wo die durch ihn geplünderte Leiche lag , und erschoß ihn neben derselben . Ob die anderen Gefangenen den Tag überlebten , habe ich nicht in Erfahrung gebracht . Der Heimtransport im Kampfe Gefallener war damals aufs äußerste erschwert , in diesem Falle jedoch ermöglichten es die Verhältnisse . In einen doppelten Sarg eingeschlossen , wie der Erlaß es heischte ,