ein einziges Zimmer mit kleinen Fenstern und eisernen Kreuzen daran konnte ich haben . In demselben war ein Tisch , zwei Stühle , ein Bett und eine bemalte Truhe , in die ich Kleider und andere Dinge legen konnte . Für meine größeren Kisten wurde mir ein Verschlag in einem Schoppen eingeräumt . Kaspar und die andern schliefen , wenn wir uns in dem Hause befanden , in der Scheuer im Heu . Ich ließ mein Gepäcke größtenteils in meinen Koffern , hing nur das Nötige an Nägel , die in dem Zimmer waren , legte meine Schreibgeräte , meine wissenschaftlichen Bücher und meine Dichter auf den Tisch , füllte das Bettgestelle mit meinen von Hause mitgebrachten Bettstücken , stellte meine Bergstöcke in eine Ecke , und war eingerichtet . Die Sonne , welche am späten Vormittage bei einem Fenster meines Zimmers hereinkam , streifte am Nachmittage das andere , um bald die Spitzen der Tannen zu vergolden und zu verschwinden . Ich war in manchen ähnlichen Herbergen schon gewesen , war daran gewöhnt , fügte mich , und wurde mit dem Wirte , der Wirtin und einer rührigen Tochter , einfachen , gutmütigen Leuten , die einen kleinen Gedankenkreis hatten , bald bekannt . Sonst kam noch manches Mal ein Gebirgsjäger , ein seltener Wandersmann oder ein Hausierer in das Tannwirtshaus . Die größte Zahl der Gäste bestand außer den Kohlenführern in Holzknechten , welche in den großen Wäldern zerstreut waren , und welche gerne an Samstagen oder an Tagen vor großen Festen heraus kamen , um zu den Ihrigen zu gehen . Da verweilten sie denn nun nicht selten gerne ein wenig in dem Tannwirtshause , um sich ein Gutes zu tun . Die Hauptbeschäftigung aller Bewohner der Tann war die Holzarbeit , und ihr Hauptreichtum waren Kühe und Ziegen , welche täglich in die Wälder gingen , und von welchen die jüngeren den ganzen Sommer hindurch auf der Höhe der Waldungen und der Holzschläge blieben . Von diesem Hause aus fingen wir nun an , unsere Beschäftigungen zu betreiben . Durch die langen und weithingestreckten Waldungen ging unser Hammer , und die Leute trugen die Zeugen der verschiedenen Bodenbeschaffenheiten , auf denen die ausgedehnten Waldbestände wuchsen , in der Gestalt der mannigfaltigen Gesteine in die Tann . Wenn auch von unserem Gasthause aus die Felsenberge oder gar das Eis nicht zu erblicken waren , so waren sie darum nicht weniger vorhanden . Weil hier alles großartiger war , da wir uns tiefer im Gebirge und näher seinem Urstocke befanden , so dehnten sich auch die Wälder in mächtigeren Anschwellungen aus , und wenn man durch eine Reihe von Stunden in dem dunkeln Schatten der feuchten Tannen und Fichten gegangen war , so wurden endlich ihre Reihen lichter , ihr Bestand minderte sich , erstorbene Stämme oder solche , die durch Unfälle zerstört worden waren , wurden häufiger , das trockene Gestein mehrte sich , und wenn nun freie Plätze mit kurzem Grase oder Sandgrieß oder Knieholz folgten , so sah man dämmerige Wände in riesigen Abmessungen vor den Augen stehen , und blitzende Schneefelder waren in ihnen , oder zwischen auseinanderschreitenden Felsen schaute ein ganz in Weiß gehüllter Berg hervor . Die Gesteinwelt folgte nun in noch größeren Ausdehnungen auf die Waldwelt . Uns führte unsere Absicht oft aus der Umschließung der Wälder in das Freie der Berge hinaus . Wenn die Bestandteile eines ganzen Gesteinzuges ergründet waren , wenn alle Wässer , die der Gesteinzug in die Täler sendet , untersucht waren , um jedes Geschiebe , das der Bach führt , zu betrachten und zu verzeichnen , wenn nun nichts Neues nach mehrfacher und genauer Untersuchung sich mehr ergab , so wurde versucht , sich des Zuges selbst zu bemächtigen und seine Glieder , so weit es die Macht und Gewalt der Natur zuließ , zu begehen . In die wildesten und abgelegensten Gründe führte uns so unser Plan , auf die schroffsten Grate kamen wir , wo ein scheuer Geier oder irgend ein unbekanntes Ding vor uns aufflog , und ein einsamer Holzarm hervorwuchs , den in Jahrhunderten kein menschliches Auge gesehen hatte ; auf lichte Höhen gelangten wir , welche die ungeheure Wucht der Wälder , in denen unser Wirtshaus lag , und die angebauteren Gefilde draußen , in denen die Menschen wohnten , wie ein kleines Bild zu unsern Füßen legten . Meine Leute wurden immer eifriger . Wie überhaupt der Mensch einen Trieb hat , die Natur zu besiegen und sich zu ihrem Herrn zu machen , was schon die Kinder durch kleines Bauen und Zusammenfügen , noch mehr aber durch Zerstören zeigen , und was die Erwachsenen dadurch dartun , daß sie die Erde nicht nur zur nahrungsprossenden machen , wie der Dichter des Achilleus so oft sagt , sondern sie auch vielfach zu ihrem Vergnügen umgestalten , so sucht auch der Bergbewohner seine Berge , die er lieb hat , zu zähmen , er sucht sie zu besteigen , zu überwinden , und sucht selbst dort hinan zu klettern , wohin ihn ein weiterer wichtigerer Zweck gar nicht treibt . Die Erzählung solcher bestandener Züge bildet einen Teil der Würze des Lebens der Bergbewohner . Meine Leute waren in einer gesteigerten Freude und Empfindung , wenn wir mit dem Hammer und Meißel teils Stufen in die glatten Wände schlugen , teils Löcher machten , unsere vorrätigen Eisen eintrieben , auf solche Weise Leitern verfertigten , und auf einen Standort gelangten , auf den zu gelangen eine Unmöglichkeit schien . Wir kamen oft eine Reihe von Tagen nicht in unser Tannwirtshaus hinab . Ich suchte auch gerne auf die Gipfel hoher Berge zu gelangen , wenn mich selbst eben meine Beschäftigung nicht dahin führte . Ich stand auf dem Felsen , der das Eis und den Schnee überragte , an dessen Fuß sich der Firnschrund befand , den man hatte Überspringen müssen , oder zu dessen Überwindung wir nicht selten Leitern verfertigten und über das Eis trugen , ich stand