Daß die Bußwerkzeuge von denen , die darunter zu leiden hatten , in gutmütigem Humor mit eigenen Namen versehen wurden , beweist des Bischof Salomo Wörterbuch , wo die anguilla ( Schlange oder Aal ) von der scutica ( Riemenpeitsche ) unterschieden wird . 66 Tacitus German . , cap . 8. 67 Pectines eburnei ... In Kämmen trieb das Mittelalter Luxus . Bekannt ist der silbergefaßte steinverzierte Kamm der Longobardenkönigin Theodolinde im Domschatz zu Monza und der von Heinrich II. herrührende Elfenbeinkamm in Bamberg . Die Sitte , die gewöhnlichsten und gleichgültigsten Verrichtungen des täglichen Lebens mit einem Gebet einzuleiten , veranlaßte , daß man auch für Schneiden und Kämmen des Haupthaars , Zustutzen des Barts usw. Gebetsformeln aufstellte . Die Handschrift 395 der sanktgall . Bibliothek enthält deren eine Reihe , und da sich dieselbe mit einer benedictio ad omnia , quae volueris schließt , darf man sich billig nicht mehr wundern , auch die benedictio ad barbam comendam , ad capillos tondendos usw. vorzufinden . 68 Regula S. Benedicti cap . 38 : de hebdomadario lectore . 69 Für diejenigen verehrten Leserinnen , die mit dem Althochdeutsch noch weniger vertraut sind als der Verfasser dieser Anmerkungen , und die sich vielleicht dafür interessieren , wie dieser Psalm damals wirklich in Ekkehards Mund und Sprechweise geklungen habe , sei hiemit die wenig Jahrzehnte spätere Verdeutschung Notkers als Probe mitgeteilt : Psalmus XLIV . Kuôt wort irópfezta mîn herza . mîniu werch sago ih démo chúninge . mîn wort ist also stâte also diu scrift des spuôtigo scríbenten . Scône pist du fóre allen mênniscon . knada ist kebreîtet in dînen lefsen . fone diû ségenôta dih Got inêwa . Cúrte dîn swert umbe dîn dîeh : filo gewáltigo . mit dînemo ménniscinen bilde unde mit dînero gótelîchun scôni . Sih an únsih . unde frámspuotigo chum hára fone hímele unde rîcheso hiêr in dînero ecclesia . umbe warheît unde námenti unde reht . Unde leîtet dih wúnderlicho dîn zésewa . díne strâla sind wasse , hárto mahtige . Under dih sturzent die líute , in demo herzen des chuninges fiendo . din stuôl Got , unde dîn riche weret iêmer . Kerta gerihtennis ist dînes rîches kerta usw. S. Hattemer , Denkmale etc. II , 156 u. ff. 70 Dieses Musessen war in Sankt Gallen so gewöhnlich , daß Kero das Wort cibi ( Speisen ) nicht besser als mit Mus , und das Wort coenare ( speisen ) nicht anders als mit Abendmusen zu übersetzen wußte . J.v. Arx , Gesch . I , 178 . 71 Regula S. Benedicti , cap . 39 : de mensura cibi . 72 Ilanch praecellat alemannicus et mala pellat . S. Hattemer , Denkmale etc. III , 599 . ( In der vorzugsweise als liber benedictionum bezeichneten Handschrift 393 ist eine so reiche Speisekarte von Fischen aufgezählt [ Äschen , Trischen , Lampreten usw. ] , daß man sie mit dem Gefühl vollkommener Befriedigung in betreff des Zustands der Klosterküche an den Fasttagen aus der Hand legt . Möchte sie durch vollständige Ausgabe größeren gastronomisch-philologischen Kreisen nicht länger vorenthalten bleiben ! ) 73 Sueton , im Leben des Augustus c. 77. Übrigens trank der Kaiser selbst an jenem traurigen Tag nicht mehr als einen sextarius ( etwa 1 Schoppen ) . 74 Regula S. Benedicti , c. 40 : de mensura potus . 75 Ob der Abt recht gehabt , die deutsche Sprache , so wie sie damals gesprochen ward , also anzufechten , möge dahingestellt sein . Sie hat sich seither von Grund aus umgestaltet , die Mehrzahl der kernigen kräftigen , einem steten Verkehr mit der Natur entnommenen Worte , sowie die vollen tonreichen Formen sind verschwunden und haben einer kühleren gefirnißten und abgeschliffenen Redeweise Platz gemacht . Uns aber , wenn wir des alten Notker ungefüg großartige deutsche Schriften lesen , weht es jedesmal daraus an wie ein Hauch würziger Bergluft und echter ehrwürdiger Poesie , die von keinem Spatzengezwitscher und von keinem Rabengekrächze durchschnarrt ist . 76 Vita S. Benedicti abbatis a Gregorio Magno romano Pontifice conscripta , c. 2 : de tentatione carnis superata . 77 ... de voluntate ipsius ipsa cum eo pridie secreta condixerat . Ekkeh . IV. casus S. Galli , c. 10. 78 Tutilos Räubergeschichte s. Ekkeh . IV. casus S. Galli , c. 3 , bei Pertz Monum . II , 98. 79 Über die damaligen Musikinstrumente und den Zustand sanktgallischer Musik gibt Notker Labeos Aufsatz - s. Hattemer , Denkmale etc. III , 586 u. ff. - wichtigen Aufschluß . Die hier gegebene Beschreibung der Instrumente ist auf die bildlichen Darstellungen in Notkers Psalmenbuch ( Handschrift 21 der sanktgall . Bibliothek ) gestützt . Das eine Blatt der beiden Federzeichnungen , die den Eingang des Buches schmücken , stellt den König David vor , auf dem Throne sitzend und mit einem Plektron die siebensaitige Leier spielend . In den vier Ecken stehen vier Männer mit Violine , Zither , Hackbrett und Harfe . Bei der Ängstlichkeit , mit welcher diese übrigens fein gefühlten Gestalten ausgeführt sind , ist anzunehmen , daß der Künstler nichts erfunden , sondern sich an Vorhandenes gehalten hat . 80 ... quae autem Tutilo dictaverat , singularis et agnoscibilis melodiae sunt , quia per psalterium seu per rohtam , qua potentior ipse erat , neumata ( i.e. vocum modulationes ) inventa dulciora sunt . Ekkeh . IV. S. Galli , c. 3. 81 Quid vero dies illa consumpserit , Dominus solus novit ... 82 Cigneo canore dulcior sonus . 83 Alpina siquidem corpora vocum suarum tonitruis altisone perstrepentia susceptae modulationis dulcedinem proprie non resultant . Quia bibuli gutturis barbara feritas , dum inflexionibus et repercussionibus mitem nititur edere cantilenam , naturali quodam fragore quasi plaustra per gradus confuse sonantia rigidas voces iactat . Ein sanktgallischer Musikfreund , der dies italische Kunsturteil später doch zu lesen bekam , schrieb an den Rand : vide jactantiam romaniscam in teutones et gallos ! d.h. : » Siehe da