Hilfsleistungen thätig und schien dabei eben so eifrig für seinen Herrn , wie für den leidenden Bruder . Indeß Caraiskakis mit den Fährleuten verhandelte , machte Welland , so unangenehm es ihm auch war , dem Knaben den Vorschlag , zur Pflege seines Bruders hier zu bleiben und dann ihm nachzukommen , aber Nursah - nach kurzem Nachdenken und einigen Worten mit seinem Bruder , und nachdem er von seinem Herrn gehört , daß Jussuf , wenn er sich ruhig verhalte , in höchstens drei Wochen das Lager wieder verlassen würde , - weigerte sich entschieden , zurückzubleiben . Der Führer der Pferde drängte zur Abreise . So schied denn Welland von dem Kranken , nachdem er dessen Wirthen einige Anweisungen für seine Pflege gegeben und ihm selbst eine kleine Geldsumme zurückgelassen hatte , zu der auch Caraiskakis eine reichliche Gabe fügte . Noch ehe sie die Fähre erreichten , kam Nursah , der bei dem Bruder zurückgeblieben , ihnen nachgesprengt und küßte mit leidenschaftlichem Dank die Hand seines Herrn . Drei Stunden nachher waren sie in Silivria , dem ersten Haltepunkt auf der großen Straße nach Adrianopel und Schumla . Fußnoten 1 Stellvertreter des Pascha ' s. 2 Schreiber eines Pascha ' s. 3 Klephte ist die Benennung der freien griechischen Parteigänger , oder eben so richtig Wegelagerer . 4 Oberrichter . 5 Kadi ' s und Mollah ' s heißen die Richter , Mufti ' s überhaupt die Rechtsgelehrten . 6 Thorwächter . 7 Lastträger . Dieselben schleppen auf dem Rücken die erstaunlichsten Lasten durch die bergigen Straßen . Oltenitza . I. Des Donners Grollen . Ein glänzender Ball beim preußischen General-Consul in den Donau-Fürstenthümern hatte eine Anzahl Offiziere des russischen Heeres und die Elite der vornehmen Welt von Bukarest versammelt . Herr von Meusebach , einer der wenigen Glücklichen , die sich für muthiges conservatives Auftreten in den Sturmjahren von Achtundvierzig und Neunundvierzig eines offiziellen Dankes zu erfreuen hatten , wenn auch hors de Berlin durch eine Mission in ' s Land der Wilden oder Halbwilden , hat seine gemüthliche und furchtlose Ruhe , mit der er einst der erbitterten Linken das Mene Tekel : » Die Versammlung riecht nach Leichen ! « von der Tribüne entgegen warf , auch unter den Bojaren bewahrt und vertritt dort die Flagge seines Königs , wie schon mehrere Gelegenheiten bekundet haben , würdig und nicht ohne Glanz . Junggesell , mit Vermögen und von lebenslustigem Charakter , hat er sich vielfach den orientalischen Sitten bequemt und bildet einen Centralpunkt für den geselligen Verkehr der Fremden und Einheimischen von Bukarest . Es ist bekannt , daß bald nach der Besetzung der Donau-Fürstenthümer das russische Ober-Kommando seine Macht auch auf die administrative Verwaltung ausdehnte und am 23. Juli den Hospodaren befahl , die Verbindung mit Constantinopel abzubrechen und den Tribut nicht mehr nach Constantinopel zu senden , sondern in der Staatskasse zu belassen . Bereits unterm 25. Juli forderte demnach Reschid Pascha die Hospodare , die Fürsten Stirbey in Bukarest und Ghika in Jassy auf , die Fürstenthümer zu verlassen und nach Constantinopel zu kommen . Die eigenthümliche Zwitterstellung , welche die Regierung der Moldau und Walachei seit langer Zeit zwischen der Oberhoheit des Sultans und dem fremden , namentlich russischen und österreichischen , Einfluß eingenommen , veranlaßte die Fürsten , dem Befehl durch Zögerung auszuweichen , obschon derselbe am 30. August wiederholt wurde . Die Stellung der machtlosen Fürsten zwischen den beiden Gewalten ließ sich unmöglich länger halten und sie erklärten , die Regierung niederlegen zu wollen . Fürst Stirbey verließ mit Bewilligung des russischen Oberbefehlshabers am 29. October Bukarest und ging über Herrmanstadt nach Wien . Die Regierung blieb einem außerordentlichen Verwaltungsrath übertragen , während bald darauf General von Budberg zum russischen Commissar und außerordentlichen Civil-Bevollmächtigten in den Fürstenthümern ernannt wurde und an die Spitze der obern Leitung trat . Ebenso verließ der Fürst Ghika Jassy , um gleichfalls nach Wien zu gehen , und der General Fürst Usuroff trat dort an die Spitze des Administrationsrathes . Viele Bojarenfamilien folgten den beiden Hospodaren und zogen sich nach Oesterreich zurück , andere - die zum Theil von den Verhältnissen Nutzen zu ziehen hofften - blieben jedoch im Lande . Die neue Administration brach allen Verkehr mit der Türkei ab und benachrichtigte davon die fremden Consuln . Ein Erlaß versprach den Walachen , die in die russische Armee treten wollten , verschiedene Vortheile , und die Einverleibung der moldau-walachischen Contingente wurde vorbereitet . England und Frankreich hatten bereits im Juli gegen die Besetzung der Fürstenthümer protestirt und erklärt , daß sie eine Dauer derselben nicht dulden würden . Am 31. October , an demselben Tage , an welchem Kaiser Nicolaus das Manifest an sein Volk mit der Ankündigung des Krieges richtete , - erhielten die englischen und französischen Generalconsuln und Consuln in den Donaufürstenthümern den Befehl ihrer Regierungen , das Land zu verlassen . Dies war im Augenblick - jenes Fest , das wir zu Anfang dieses Kapitels erwähnt , fand am 3. November statt , - die administrative Lage in den occupirten Ländern auf dem linken Donauufer . Es ist nöthig , daß wir zunächst einen Ueberblick über die militairische Lage und die letzten Ereignisse geben . Offenbar hatte sich das russische Cabinet über den Erfolg sehr getäuscht , welchen ein gewaltsames Vorgehen von seiner Seite zur Lösung der schwebenden Fragen haben würde . Die Türkei hatte in militairischer Beziehung die Zusage und den Schutz Frankreichs und Englands hinter sich , an die Kaiser Nicolaus noch immer nicht glauben wollte , und das andere Europa - wie selbst von Denen nicht geleugnet wird , die auf russischer Seite in dem großen Kampfe standen , - war des mit Unvorsichtigkeit und Anmaaßung dominirt habenden russischen Einflusses müde . Der Glaube an die Macht dieses Einflusses hatte Rußland zu seinem Vorgehen verführt , ohne daß genügende militairische Vorbereitungen getroffen waren . In anderer Beziehung ist diese Unterlassung wieder Bürge dafür , daß man die Zwecke ohne Eroberung zu erreichen glaubte . Im Ganzen