erfreuen . « » Syrr ! Daß ich nicht zu ihm hinunterdarf ! « » Sorge dich nicht um ihn . Er steht in meiner ganz besondern Pflege und - - - er denkt an dich . « Ich lächelte . Da fuhr sie fort : » Er war während des gestrigen Tages unruhig , weil er dich nicht zu sehen bekam . Am Abend wollte er sich nicht niederlegen . Da holte ich deine Kamelhaardecke , unter welcher du so oft geschlafen hast . Ich hielt sie ihm zusammengefaltet vor die Nüstern ; Da schnaubte er froh und leckte mir dankbar die Hand ; hierauf tat ich sie auf den Boden , doch ohne sie auszubreiten . Da ließ er sich sogleich nieder und legte den Kopf auf sie . Als ich heut früh wiederkam , lag er noch ebenso und hatte aber den Kopf bis an die Augen in die Decke hineingewühlt . Und schau hierher ! « Sie ging dorthin , wo meine arabische Jacke lag , und zog drei Aepfel aus jedem Aermel . » Die bringe ich ihm jetzt hinab , « sagte sie . » Das habe ich gestern zweimal und heut auch schon einmal getan . Diese frißt er ; aber andere mag er nicht , auch wenn sie von demselben Baume sind . Nun wirst du glauben , daß er dich nicht vergessen hat . « Sie ging . Als sie fort war , stand ich auf . Da sah ich denn , daß man unten am See sehr fleißig gewesen war . Man hatte am Fuße des nördlichen Berges die für uns bestimmte Tribüne vollständig fertiggestellt . In ihrer Nähe wurde jetzt das große Verkaufszelt Agha Sibils errichtet . Auf den höchsten Punkten der umliegenden Gebirgszüge waren Leute beschäftigt , mächtige Holzstöße für die geplante Höhenbeleuchtung aufzuhäufen . Auch an tiefer liegenden , aber hervorragenden Punkten wurde das Gleiche getan . Um den See kreisten die verschiedensten Reittiere in lebhaftester Uebung . Kamele trugen Holzscheite zum Beit-i-Chodeh hinauf , denn auch der Tempelplatz sollte erleuchtet werden . Was ich von meinem Dache aus nicht sehen konnte , schloß ich aus dem Umstande , daß ich viele auch mit Brennstoff beladene Maultiere und Esel auf dem steilen Pfade nach dem Alabasterzelte erblickte : Dort sollten ebenfalls die Festesflammen lodern . Ein Teil der Tribüne war jetzt von der Dschemma besetzt , welche sich unter dem Vorsitze des Pedehr in einer , wie es schien , sehr wichtigen Beratung befand . Vor ihr hielten wohl über zwanzig mir unbekannte , sehr wohlbewaffnete Männer , welche von ihren Pferden gestiegen waren und dem Chodj-y-Dschuna zuhörten , der eifrig zu ihnen sprach . Das waren die Anführer der verschiedenen , nicht seßhaften Abteilungen der Dschamikun , die von unserm » Kriegsminister « ihre Instruktion entgegennahmen . Zu meiner Genugtuung bemerkte ich dort auch den Scheik der Kalhuran , der also nun genesen war und sich wieder an die Spitze seiner mit uns verbündeten Krieger stellen konnte . Grad unter mir erschien jetzt Schakara , welche nach dem Weideplatze ging , um Syrr die Aepfel zu bringen . Er nahm einen nach dem andern , langsam und prüfend , nachdem er jeden vorher erst berochen hatte . Sie schaute zu mir herauf und nickte mir zu . Als der letzte verzehrt worden war , faßte sie den Kopf des Glanzrappen und richtete ihn so , daß er nach oben , herauf zu mir sehen mußte . Ich hatte die Jacke angezogen und den Fez aufgesetzt . Um den Blick des Pferdes auf mich zu lenken , bewegte ich die Arme . Syrr sah es ; er stutzte . Seine Ohren begannen zu spielen ; der prächtige Schweif wurde gehoben . So stand er eine kleine Weile prüfend still ; dann schob er die Vorderbeine breit auseinander und schmetterte mir ein so frohes Wiehern herauf , daß gar nicht daran zu zweifeln war : er hatte mich erkannt . Aber hiermit war es noch nicht genug ; er jubelte wieder und wieder , so daß ich mich gezwungen fühlte , zurückzutreten und mich seinem Auge zu entziehen , damit seine weithin schallende Stimme nicht die Aufmerksamkeit Unberufener auf ihn lenken möge . Während ich dann frühstückte , richtete Schakara mir einen so hohen Sitz her , daß ich über die Brüstung hinunter in den Hof sehen konnte , ohne stehen zu müssen . Hierauf ließ sie mich allein , weil ich es so wünschte . Der Mittag war nahe . Da kam Agha Sibil mit den Seinen . Sie wurden in die Halle gewiesen . Nur kurze Zeit später bemerkte ich , daß im Duar eine Bewegung entstand , die sich südwärts richtete . Sie galt den Bagdader Gästen , welche nun eingetroffen waren . Der kleine Zug kam den Berg herauf und dann durch das Tor geritten . Voran der Ustad und der Mirza , in ihrer Mitte mein alter Freund , der Mir Alai . Hinter ihnen einige Packpferde mit den Effekten des Offiziers . Hierauf ein Kamel mit der größten Sänfte , welche man hatte auftreiben können . Sie war rundum verhangen . Wer nicht wußte , wer drin saß , mußte also denken , daß es sich um etwas » ewig Weibliches « handle . Hintendrein die Dschamikun , welche den Besuch geholt hatten . Weil die Aufmerksamkeit des Agha Sibil nicht sofort auf die Ankömmlinge gelenkt werden sollte , war befohlen worden , ihr Eintreffen hier oben in aller Stille und möglichst unbeachtet geschehen zu lassen ; aber die liebe Neugierde hatte trotzdem zwei Personen herbeigezogen , die sich den ersten Anblick der Erwarteten auf keinen Fall versagen wollten - - - Tifl und Pekala . Als die ersten drei Reiter zum Tore hineinkamen , flog der scharfe Blick des Ustad zu mir herauf . Er sah mich . Ich winkte ihm schnell , den Polen nicht auf mich aufmerksam zu machen . Er nickte mir zu , daß er mich verstanden